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Medizin studieren

Eine Woche Totalausfall

Eigentlich hätte ich nach zwei Wochen Famulatur in der Kardiologie und zwei Wochen in der Neurologie noch eine Woche Blockpraktikum an der Uniklinik gehabt.

Aber ein fieser Virus erwischte mich am Sonntag, bevor es losgehen sollte und am Montag lag ich mit 39 Grad Fieber und Schüttelfrost im Bett und konnte nur eines denken: „Wie soll ich so bloß auf Patienten losgelassen werden?“

Zur Besprechung schleppte ich mich noch, aber die Ärztin machte ihrem Berufsstand alle Ehre, entdeckte meine Gebrechlichkeit und schickte mich direkt wieder nach Hause. Das überraschte mich nicht und ich war froh, als ich wieder zuhause in meinem Bett lag. Erst 22 Stunden später wachte ich wieder auf. Man könnte meinen, damit sei mein Schlafbedarf erstmal gedeckt gewesen, aber nach dreißig Minuten im Wachzustand, in denen ich verzweifelt versuchte, ein Brötchen zu vernichten, fiel ich zurück ins Bett. Die nächsten Tage versprachen zunächst keinerlei Besserung. Im Gegenteil: Husten, eine zugeschwollene Nase und, aufgrund der ganzen Liegerei Rückenschmerzen, kamen hinzu.

Erst gegen Ende der Woche ging das Fieber allmählich zurück, der Husten löste sich etwas und die Kopfschmerzen ließen nach. Für jemanden wie mich, der eigentlich nie wirklich krank ist, war das tatsächlich eine Grenzerfahrung. Noch nie im Leben habe ich mich so aufgeschmissen und hilflos gefühlt. Jetzt merke ich aber langsam, dass es wieder bergauf geht. Hoffentlich dauerhaft!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  29.03.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
29.03.2016

Medizin studieren

Multiple-Choice

Hundert Multiple-Choice Fragen mussten wir in den Anatomie- und Biologieprüfungen innerhalb von 2,5 Stunden beantworten, alle mit fünf Auswahlmöglichkeiten. So ganz weiß ich nicht, wie ich zu dieser Art Test stehen soll. Oft heißt es ja, dass Multiple-Choice-Tests einfach sind, da man ja Antwortmöglichkeiten vorgegeben bekommt. Wenn man die Antwort nicht weiß, besteht immerhin eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent, dass man richtig rät. Damit stimme ich aber nicht so ganz überein.

Mein Eindruck ist, dass hier besonders Detailwissen abgefragt wurde. Man konnte sich so umfassend vorbereiten, wie man wollte, wenn man dieses eine Detail aus einem riesigen Wissenstopf nicht konnte, so erhielt man keinen Punkt, selbst wenn man sich mit der Thematik eigentlich auskannte. Der Nachteil besteht für mich ganz klar darin, dass dem Studierenden keine Freiheit eingeräumt wird, zu zeigen, was er kann und was er alles gelernt hat. Das Gute war, dass wir bereits am Abend unsere Ergebnisse erhielten. Ich hatte glücklicherweise beide Prüfungen bestanden. Zwar war ich mit meiner Biologie-Prüfung nicht ganz so zufrieden und ich muss mich erst einmal daran gewöhnen, nicht immer zu den „Besseren“ zu gehören, aber jetzt heißt es erst einmal: Entspannen, zurücklehnen, bald auf Physik vorbereiten und ins zweite Semester starten!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  23.03.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
23.03.2016

Mäuse töten

Ab August werde ich für acht Monate als Doktorand in der Neurologie arbeiten. Ich freue mich schon sehr darauf, wissenschaftlich zu arbeiten. Und zu erkunden, ob eine Laufbahn im Labor eine Option für mich wäre. Dazu gehört allerdings auch der Umgang mit Mäusen, schließlich muss das zu untersuchende Gewebe irgendwo herkommen. Bevor man jedoch Mäusen Blut abnehmen, sie in überfüllte Käfige werfen oder jeden Tag zu unterschiedlichen Uhrzeiten füttern darf, muss man einen Tier-Versuchs-Kurs absolvieren. Dieser richtet sich an alle Naturwissenschaftler und Mediziner, die an der Uni Tierexperimente durchführen werden. Dabei lernte ich viel über das Verhalten von Versuchstieren, Tierphysiologie, Tieranatomie, Tierschutzgesetze, die Definition von Tierversuchen und Bioethik. Zusätzlich steht bald auch ein praktischer Kursteil an, bei dem ich das Gelernte in der Praxis üben kann.

Unter normalen Umständen würde ich mich total auf die Praxis freuen, doch nicht in diesem Fall. In der Theorie wurde uns bereits erklärt, wie man Mäuse, Ratten und Kaninchen möglichst schnell, schmerzfrei und schonend umbringt. Um den Kurs zu bestehen, muss ich dieses Wissen jedoch auch anwenden. Klar, machen muss ich das und es ist gut, das zu können bevor man zahllose Tiere quält, aber trotzdem, auf einen Kurs, in dem man das Töten lernt, kann man sich meiner Meinung nach nicht wirklich freuen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  18.03.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
18.03.2016