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Medizin studieren

Multiple-Choice

Hundert Multiple-Choice Fragen mussten wir in den Anatomie- und Biologieprüfungen innerhalb von 2,5 Stunden beantworten, alle mit fünf Auswahlmöglichkeiten. So ganz weiß ich nicht, wie ich zu dieser Art Test stehen soll. Oft heißt es ja, dass Multiple-Choice-Tests einfach sind, da man ja Antwortmöglichkeiten vorgegeben bekommt. Wenn man die Antwort nicht weiß, besteht immerhin eine Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent, dass man richtig rät. Damit stimme ich aber nicht so ganz überein.

Mein Eindruck ist, dass hier besonders Detailwissen abgefragt wurde. Man konnte sich so umfassend vorbereiten, wie man wollte, wenn man dieses eine Detail aus einem riesigen Wissenstopf nicht konnte, so erhielt man keinen Punkt, selbst wenn man sich mit der Thematik eigentlich auskannte. Der Nachteil besteht für mich ganz klar darin, dass dem Studierenden keine Freiheit eingeräumt wird, zu zeigen, was er kann und was er alles gelernt hat. Das Gute war, dass wir bereits am Abend unsere Ergebnisse erhielten. Ich hatte glücklicherweise beide Prüfungen bestanden. Zwar war ich mit meiner Biologie-Prüfung nicht ganz so zufrieden und ich muss mich erst einmal daran gewöhnen, nicht immer zu den „Besseren“ zu gehören, aber jetzt heißt es erst einmal: Entspannen, zurücklehnen, bald auf Physik vorbereiten und ins zweite Semester starten!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  23.03.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
23.03.2016

Mäuse töten

Ab August werde ich für acht Monate als Doktorand in der Neurologie arbeiten. Ich freue mich schon sehr darauf, wissenschaftlich zu arbeiten. Und zu erkunden, ob eine Laufbahn im Labor eine Option für mich wäre. Dazu gehört allerdings auch der Umgang mit Mäusen, schließlich muss das zu untersuchende Gewebe irgendwo herkommen. Bevor man jedoch Mäusen Blut abnehmen, sie in überfüllte Käfige werfen oder jeden Tag zu unterschiedlichen Uhrzeiten füttern darf, muss man einen Tier-Versuchs-Kurs absolvieren. Dieser richtet sich an alle Naturwissenschaftler und Mediziner, die an der Uni Tierexperimente durchführen werden. Dabei lernte ich viel über das Verhalten von Versuchstieren, Tierphysiologie, Tieranatomie, Tierschutzgesetze, die Definition von Tierversuchen und Bioethik. Zusätzlich steht bald auch ein praktischer Kursteil an, bei dem ich das Gelernte in der Praxis üben kann.

Unter normalen Umständen würde ich mich total auf die Praxis freuen, doch nicht in diesem Fall. In der Theorie wurde uns bereits erklärt, wie man Mäuse, Ratten und Kaninchen möglichst schnell, schmerzfrei und schonend umbringt. Um den Kurs zu bestehen, muss ich dieses Wissen jedoch auch anwenden. Klar, machen muss ich das und es ist gut, das zu können bevor man zahllose Tiere quält, aber trotzdem, auf einen Kurs, in dem man das Töten lernt, kann man sich meiner Meinung nach nicht wirklich freuen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  18.03.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
18.03.2016

Medizin studieren

Versunken

Lernen, das ist das Einzige, womit ich mich im Moment beschäftige. Ich verkrieche mich tagsüber in einer Einzelkabine der Bibliothek, gehe zeitig ins Bett und stehe früh auf, um schnell wieder mit dem Prüfungsstoff zu beginnen. Ständig denke ich, ich würde dennoch zu wenig lernen. Doch das einzige, was ich momentan zu wenig mache, ist leben! Als ich mich für das Medizinstudium entschieden habe, wusste ich, dass ich viel werde büffeln müssen. Was ich jedoch nicht wusste, ist, dass ich so viel dafür opfern muss. Im Moment möchte ich einfach nur nach Hause zu meiner Familie, denn das Leben hier in Münster assoziiere ich nur noch mit Stress und Druck. Ich wünschte, ich könnte mal wieder feiern gehen, mich mit Freunden in einer Kneipe treffen, abends Live-Musik lauschen, gemeinsam kochen, ins Theater gehen oder ein interessantes Museum besuchen. Doch selbst wenn ich mir die Zeit dafür freischaufeln würde, wären alle meine Freunde mit Lernen beschäftigt. Niemand hätte Zeit. Ich bin total versunken zwischen „Tight Junctions“, Viren, dem Verdauungstrakt, dem Herz-Kreislauf-System und der Embryologie. Versunken in einen Stress, den ich mir – und das muss ich an dieser Stelle zugeben – durchaus selbst mache. Trotzdem hoffe ich, dass es möglichst bald vorbei ist.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  14.03.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
14.03.2016