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Mäuse töten

Ab August werde ich für acht Monate als Doktorand in der Neurologie arbeiten. Ich freue mich schon sehr darauf, wissenschaftlich zu arbeiten. Und zu erkunden, ob eine Laufbahn im Labor eine Option für mich wäre. Dazu gehört allerdings auch der Umgang mit Mäusen, schließlich muss das zu untersuchende Gewebe irgendwo herkommen. Bevor man jedoch Mäusen Blut abnehmen, sie in überfüllte Käfige werfen oder jeden Tag zu unterschiedlichen Uhrzeiten füttern darf, muss man einen Tier-Versuchs-Kurs absolvieren. Dieser richtet sich an alle Naturwissenschaftler und Mediziner, die an der Uni Tierexperimente durchführen werden. Dabei lernte ich viel über das Verhalten von Versuchstieren, Tierphysiologie, Tieranatomie, Tierschutzgesetze, die Definition von Tierversuchen und Bioethik. Zusätzlich steht bald auch ein praktischer Kursteil an, bei dem ich das Gelernte in der Praxis üben kann.

Unter normalen Umständen würde ich mich total auf die Praxis freuen, doch nicht in diesem Fall. In der Theorie wurde uns bereits erklärt, wie man Mäuse, Ratten und Kaninchen möglichst schnell, schmerzfrei und schonend umbringt. Um den Kurs zu bestehen, muss ich dieses Wissen jedoch auch anwenden. Klar, machen muss ich das und es ist gut, das zu können bevor man zahllose Tiere quält, aber trotzdem, auf einen Kurs, in dem man das Töten lernt, kann man sich meiner Meinung nach nicht wirklich freuen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  18.03.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
18.03.2016

Medizin studieren

Versunken

Lernen, das ist das Einzige, womit ich mich im Moment beschäftige. Ich verkrieche mich tagsüber in einer Einzelkabine der Bibliothek, gehe zeitig ins Bett und stehe früh auf, um schnell wieder mit dem Prüfungsstoff zu beginnen. Ständig denke ich, ich würde dennoch zu wenig lernen. Doch das einzige, was ich momentan zu wenig mache, ist leben! Als ich mich für das Medizinstudium entschieden habe, wusste ich, dass ich viel werde büffeln müssen. Was ich jedoch nicht wusste, ist, dass ich so viel dafür opfern muss. Im Moment möchte ich einfach nur nach Hause zu meiner Familie, denn das Leben hier in Münster assoziiere ich nur noch mit Stress und Druck. Ich wünschte, ich könnte mal wieder feiern gehen, mich mit Freunden in einer Kneipe treffen, abends Live-Musik lauschen, gemeinsam kochen, ins Theater gehen oder ein interessantes Museum besuchen. Doch selbst wenn ich mir die Zeit dafür freischaufeln würde, wären alle meine Freunde mit Lernen beschäftigt. Niemand hätte Zeit. Ich bin total versunken zwischen „Tight Junctions“, Viren, dem Verdauungstrakt, dem Herz-Kreislauf-System und der Embryologie. Versunken in einen Stress, den ich mir – und das muss ich an dieser Stelle zugeben – durchaus selbst mache. Trotzdem hoffe ich, dass es möglichst bald vorbei ist.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  14.03.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
14.03.2016

Medizin studieren

Praxisalltag

Nach einem entspannten Wochenende startete ich ausgeruht in den ersten Tag der Praxis-Famulatur. Passend zum Thema „Herz und Lunge“ des sechsten Semesters, hatte ich mir einen Kardiologen ausgesucht, um das Gelernte direkt am Patienten üben zu können. Wie immer liegen Vorstellung und Realität aber sehr weit auseinander, wie die kommenden zwei Wochen zeigen sollten. Ich hatte gehofft, tatsächlich alle Krankheiten zu sehen, mit denen ich mich im Vorfeld in der Theorie beschäftigt hatte. Zugegeben, das war etwas blauäugig, schließlich bekommt man in zwei Wochen Famulatur eben oft nur die Krankheiten zu Gesicht, die häufig auftreten. Meine zweite Hoffnung, möglichst viel selbst ausprobieren zu können, sollte sich auch schnell in Luft auflösen. Der betreuende Arzt möchte und muss ja irgendwie seine Termine einhalten. Wenn er mich an jedem Patienten eine Diagnose stellen lässt und ich bei jedem versuche herauszufinden, was auf dem schrecklich verrauschten Ultraschallbild abgebildet ist, dauert jede Sprechstunde eben anstatt einer halbe Stunde plötzlich eine Stunde. Dass das weder im Sinne des Arztes noch der Patienten ist, liegt wohl auf der Hand. In einer Praxis ist die Zeit dafür einfach nicht gegeben. Da zeigt sich der Vorteil des Krankenhauses schon deutlich, da man dort verschiedene Ärzte begleiten kann. Aber naja, alles in allem waren die zwei Wochen doch lehrreich, denn gerade auf der zwischenmenschlichen und kommunikativen Ebene habe ich schon enorm viel gelernt und fühle mich im Umgang mit den Patienten jetzt sicherer.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  08.03.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
08.03.2016