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Medizin studieren

Tag zwei

Der zweite Prüfungstag kam verdammt schnell. Auf einmal war es acht Uhr morgens und es galt, die nächsten fünf Stunden durchzuhalten. Musste ich am Tag zuvor noch 90 Fragen beantworten, waren es nun 180. Wie ihr vielleicht wisst, werden bei uns alle Fächer, die im Semester behandelt wurden, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen geprüft. Es kann jedoch vorkommen, dass dabei pro Fach nur vier Fragen zu beantworten sind. Diese Fächer sind dafür über sechs Semester verteilt, sodass ich am Ende sogenannte Sammelscheine erwerbe.

Das Problem dabei ist, dass ich mich angesichts der Masse an Fragen aus anderen Fächern nur schwer motivieren kann, für drei Fragen zum Thema „Rehabilitationsmedizin“ zu lernen. Mein Augenmerk lege ich natürlich auf die Fächer, die ich im Block absolviere –dieses Semester beispielsweise Innere Medizin I.

Problematisch ist nur, dass ich mich voraussichtlich sechs Semester lang nie für die popligen drei Fragen pro Semester vorbereiten werde und den Schein mit etwas Pech am Ende nicht bekomme. Dann kann ich aber immer noch die Gesamt-Klausur zum Schluss nachschreiben.

Die Klausur am zweiten Tag war jeden falls ein echter Kraftakt. Kardiologie als große Überthematik ist zwar ziemlich spannend, aber auch extrem anstrengend in der Vorbereitung, weil es auf viele Details ankommt: von fünf Antwortmöglichkeiten konnte ich immer zwei bis drei ganz gut ausschließen, die restlichen zwei bis drei Optionen waren dann aber sehr schwer voneinander abzugrenzen.

Glücklicherweise kamen bereits am Abend die Ergebnisse der Klausur: Bestanden! Ein schöner Abschluss eines schönen Semesters. Jetzt können die Famulaturen kommen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  25.02.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
25.02.2016

Medizin studieren

Tag eins

Die zwei Wochen bis zum Start der Abschlussklausuren gingen fürchterlich schnell vorbei. Glücklicherweise ohne allzu große Tribute zu verlangen, irgendwie war doch die ganze Zeit noch was los, abgesehen von stumpfem „In-der-Bib-sitzen“.

Sicherlich wären vier bis fünf zusätzliche Tage zum Wiederholen entspannender gewesen. Aber gut, so musste ich eben mit vier Wochen zum Bewältigen des Lernpensums klarkommen!

Der erste Tag der Abschlussklausuren war noch relativ entspannt: 90 Multiple Choice Fragen galt es in zweieinhalb Stunden zu meistern.

Noch dazu in Fächern wie Rechtsmedizin, die auch einen gewissen Unterhaltungswert haben. Wenn man nämlich in der Klausur unterscheiden muss, ob die beschriebene Leiche durch einen aufgesetzten Schuss, relativen Nahschuss, weiteren Nahschuss oder Fernschuss erschossen wurde, ist das schon unterhaltsam.

Tag eins war also die Ruhe vor dem Sturm. Den bevorstehenden Stress konnten wir aufgrund der Karnevalszeit erst einmal gut ausblenden. Weiberfastnacht galt es zu feiern und eines weiß ich gewiss: Beim nächsten Mal werde ich mich auch verkleiden und dann hoffentlich nicht am nächsten Tag eine Klausur schreiben.

Zum Abschalten allerdings war die Feier ideal, ließ sie mich doch die nahende Bedrohung am folgenden Tag sehr gut vergessen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  18.02.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
18.02.2016

Medizin studieren

Ersticken

Die Schlinge zieht sich zusammen. Ich winde mich, um loszukommen. Anatomie zieht von hinten, neben ihr die Biologie, die noch mehr Kraft zu haben scheint. Nur die Chemie zieht noch fester.

Mikrobiologie, Genetik, Herz-Kreislauf-System, Nomenklaturen, Deklinationen, Carbonylverbindungen, Carbonsäurederivate, Aromaten, Esterverbindungen, Embryologie, Zytologie. Wer behält da den Überblick?

Ich erinnere mich, geschrieben zu haben, dass alles nicht ganz so stressig sei, wie ich es mir vorgestellt habe – da habe ich mich wohl geirrt! Die Lernmenge ist vergleichbar mit der im Abitur. Da hatten wir aber auch zwei Jahre Zeit, uns das Wissen anzueignen. Vorteil während des Abiturs war zudem, dass man noch zu Hause wohnte. Man musste sich um nichts kümmern musste, schließlich unterstützten die Eltern einen dabei, in Ruhe zu lernen. Oh, wenn meine Wäsche dasselbe machen würde! Oder mein Essen, der Müll oder die Arbeit: alles erledigt sich einfach von alleine, damit ich genug Zeit habe, ausreichend zu lernen. Welch schöne Vorstellung!

Die erste der beiden Chemie-Klausuren habe ich bereits geschrieben. Da ich mit 86,5 Prozent bestanden hatte, musste ich nun nur 50 Prozent erreichen, um den Schein für Chemie zu bekommen. Als ich letztens im Chemie-Seminar saß und uns die Themen für die nächste Klausur um die Ohren gehauen wurden, schluckte ich dann aber doch ganz schön. Und gleichzeitig nähert sich mir ein weiterer Feind. Ach, Physik du auch noch! Bin ich froh, wenn die Lernzeit vorbei ist.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  18.02.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
18.02.2016