Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Ersticken

Die Schlinge zieht sich zusammen. Ich winde mich, um loszukommen. Anatomie zieht von hinten, neben ihr die Biologie, die noch mehr Kraft zu haben scheint. Nur die Chemie zieht noch fester.

Mikrobiologie, Genetik, Herz-Kreislauf-System, Nomenklaturen, Deklinationen, Carbonylverbindungen, Carbonsäurederivate, Aromaten, Esterverbindungen, Embryologie, Zytologie. Wer behält da den Überblick?

Ich erinnere mich, geschrieben zu haben, dass alles nicht ganz so stressig sei, wie ich es mir vorgestellt habe – da habe ich mich wohl geirrt! Die Lernmenge ist vergleichbar mit der im Abitur. Da hatten wir aber auch zwei Jahre Zeit, uns das Wissen anzueignen. Vorteil während des Abiturs war zudem, dass man noch zu Hause wohnte. Man musste sich um nichts kümmern musste, schließlich unterstützten die Eltern einen dabei, in Ruhe zu lernen. Oh, wenn meine Wäsche dasselbe machen würde! Oder mein Essen, der Müll oder die Arbeit: alles erledigt sich einfach von alleine, damit ich genug Zeit habe, ausreichend zu lernen. Welch schöne Vorstellung!

Die erste der beiden Chemie-Klausuren habe ich bereits geschrieben. Da ich mit 86,5 Prozent bestanden hatte, musste ich nun nur 50 Prozent erreichen, um den Schein für Chemie zu bekommen. Als ich letztens im Chemie-Seminar saß und uns die Themen für die nächste Klausur um die Ohren gehauen wurden, schluckte ich dann aber doch ganz schön. Und gleichzeitig nähert sich mir ein weiterer Feind. Ach, Physik du auch noch! Bin ich froh, wenn die Lernzeit vorbei ist.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  18.02.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
18.02.2016

Medizin studieren

Wie es nun Fahrt aufnimmt und weiterläuft

Die Klausurenphase ist eingeläutet. Die erste Praktikumsabschlussklausur in Chemie habe ich schon geschrieben. Besonders schwierig war sie nicht, da die Klausur sich kaum von den alten der vorherigen Semester unterschieden hat. Gut finde ich, dass von der Fachschaft organisiert wird, dass sich jeder eine Frage aus der Klausur merkt, um diese dann später zu sammeln. So können sich nachfolgende Semester gezielt auf die kommende Klausur vorbereiten. So lernt man zwar nicht wirklich, um Dinge zu verstehen, das kommt wirklich sehr kurz, sondern bloß, um nicht durchzufallen.

In meiner Vorstellung geht es im Studium allerdings eher darum, sich selbst Lerninhalte zu erarbeiten und sich das Wissen anzueignen, das man haben will. Die Universität ist ein Lehrgebäude, das Angebote stellt, die man nutzen oder auslassen kann; so habe ich das jedenfalls vermutet. Dass mir so viel vorgegeben wird, hätte ich nicht gedacht. Ich verstehe aber auch, dass wir uns in der Medizin erst einmal einen riesigen Wissensschatz aneignen müssen. Da führt kein Weg daran vorbei, Inhalte auch einfach mal auswendig zu lernen. Man muss nicht verstehen, warum der Oberarmknochen „Humerus“ heißt oder „Tight Junctions“ Zellen verbinden, man muss es wissen und behalten.

Praktika sollen uns eigentlich dabei helfen, die Theorie durch praktische Anwendung zu vertiefen und zu verstehen. Im Chemie- und Physik-Praktikum geht es allerdings nur darum, Versuche, deren Ausgang jedem von Vorneherein klar sind, durchzuführen und zu protokollieren. Wo bleibt da der Reiz?

Das erste Semester neigt sich bereits dem Ende zu. Terminologie, eine zweite Chemie-Klausur, Biologie und Anatomie muss ich noch schreiben. Am Anfang des zweiten Semesters steht Physik an, worauf ich mich ausschließlich in den Semesterferien vorbereiten werde. Die Vorlesungen besuche ich hier nicht mehr, weil es keinen Sinn macht, sich morgens so früh aus dem Bett zu quälen und immer wieder festzustellen, dass man kein Albert Einstein ist und mit der Physik doch nur ein befristetes Zwangsverhältnis eingehen möchte.

Ich habe das Gefühl, der Stapel an Materialien allein für das erste Semester überragt den des gesamten Stoffs für das Abitur bei Weitem. Ich verabschiede mich hiermit von meinem Leben und werde mich nun einschließen und lernen, lernen, lernen. Juhu!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  12.02.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
12.02.2016

Medizin studieren

Es ist mal wieder soweit

Mein Leben ist vorerst mal wieder vorbei – es heißt nun Büffeln bis zum Erbrechen. Die Klausuren sind nur noch zwei Wochen entfernt und so langsam wird es sehr eng. Grob zwölf Fächer werden an zwei Tagen abgeprüft, 270 Multiple-Choice-Fragen muss ich dann beantworten. Keine wirklich schöne Aussicht. Und die Tatsache, dass ich dieses Semester vielleicht wirklich zu spät mit dem Lernen angefangen habe, macht die Sache für mich auch nicht gerade entspannter. Letzten Endes hat bisher zwar doch immer alles irgendwie geklappt, aber für mein Stress-Level in den nächsten zwei Wochen wäre eine andere Ausgangslage doch angenehmer.

Es ist schon ziemlich kräftezehrend, Leitlinien zu diversen Krankheiten und deren Therapien auswendig zu lernen. Ehrlich gesagt, stellt sich mir da des Öfteren die Sinnfrage: Warum muss ich jetzt schon lernen, wie ich ein Plasmozytom medikamentös therapiere, wenn ich doch erst frühestens in vier Jahren in einer Klinik eben dies auch tun werde? Ich finde es absolut utopisch zu hoffen, dass ich das dann noch weiß. Und gerade auf dem Feld der Tumor-Therapie ändern sich Behandlungskonzepte gefühlt mehrmals im Monat oder mindestens im Jahres-Takt. Bis ich also tatsächlich in die Situation komme, habe ich das, was dann schon mindestens zweimal wieder geändert wurde, sowieso vergessen. Aber es ist wie es ist und ich muss da jetzt irgendwie durch.

Ihr seht also, meine Laune ist gerade nicht so überragend. Abgesehen davon gestaltet sich meine Suche nach einem Famulatur-Platz (ein Praktikum für Medizinstudenten) momentan auch sehr schwierig, denn auch da bin ich leider recht spät dran, was die Organisation angeht. Aber am Ende wird ja bekanntermaßen immer alles gut, also muss ich mir wohl erstmal noch keine Sorgen machen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  08.02.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
08.02.2016