Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Es ist mal wieder soweit

Mein Leben ist vorerst mal wieder vorbei – es heißt nun Büffeln bis zum Erbrechen. Die Klausuren sind nur noch zwei Wochen entfernt und so langsam wird es sehr eng. Grob zwölf Fächer werden an zwei Tagen abgeprüft, 270 Multiple-Choice-Fragen muss ich dann beantworten. Keine wirklich schöne Aussicht. Und die Tatsache, dass ich dieses Semester vielleicht wirklich zu spät mit dem Lernen angefangen habe, macht die Sache für mich auch nicht gerade entspannter. Letzten Endes hat bisher zwar doch immer alles irgendwie geklappt, aber für mein Stress-Level in den nächsten zwei Wochen wäre eine andere Ausgangslage doch angenehmer.

Es ist schon ziemlich kräftezehrend, Leitlinien zu diversen Krankheiten und deren Therapien auswendig zu lernen. Ehrlich gesagt, stellt sich mir da des Öfteren die Sinnfrage: Warum muss ich jetzt schon lernen, wie ich ein Plasmozytom medikamentös therapiere, wenn ich doch erst frühestens in vier Jahren in einer Klinik eben dies auch tun werde? Ich finde es absolut utopisch zu hoffen, dass ich das dann noch weiß. Und gerade auf dem Feld der Tumor-Therapie ändern sich Behandlungskonzepte gefühlt mehrmals im Monat oder mindestens im Jahres-Takt. Bis ich also tatsächlich in die Situation komme, habe ich das, was dann schon mindestens zweimal wieder geändert wurde, sowieso vergessen. Aber es ist wie es ist und ich muss da jetzt irgendwie durch.

Ihr seht also, meine Laune ist gerade nicht so überragend. Abgesehen davon gestaltet sich meine Suche nach einem Famulatur-Platz (ein Praktikum für Medizinstudenten) momentan auch sehr schwierig, denn auch da bin ich leider recht spät dran, was die Organisation angeht. Aber am Ende wird ja bekanntermaßen immer alles gut, also muss ich mir wohl erstmal noch keine Sorgen machen.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  08.02.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
08.02.2016

Medizin studieren

Der Ehrgeiz ist geweckt

Vorlesungen müssen vor- und nachbereitet werden. Doch wenn ich abends aus der Uni komme, möchte ich erst einmal entspannen und abends noch etwas mit Freunden unternehmen – Sport ist auch sehr wichtig und überhaupt! Sehr entspannt waren eigentlich nur die ersten Wochen des Studiums. Aber da hatte ich auch noch nicht viel zu tun. Nun sieht das leider anders aus: Besonders in Anatomie und Biologie ist ein beachtlicher Berg an Mitschriften aus den Vorlesungen entstanden, den ich aufzuarbeiten habe. In Anatomie gibt es pro Vorlesung schon mal über 30 Folien, durch die ich mich arbeiten muss, dazu kommt noch die Fachliteratur und teilweise hilft mir auch das Internet mal aus.

Ich bin mir sicher, dass ich nicht alle gegebenen Fakten innerhalb weniger Wochen lernen kann. Umso wichtiger ist es, dass ich heraussuche, was wichtig genug ist, um mich voll darauf zu konzentrieren. Das hätte ich schon viel früher erledigen können – dennoch sehe ich auch Vorteile im Aufschieben. Nun kann ich alles wunderbar der Reihenfolge nach in einem Block abarbeiten. Jetzt kann ich Dinge auch schon besser verknüpfen, Bezüge herstellen und besser einschätzen, worauf es ankommt. Wenn ich von Anfang an Zusammenfassungen geschrieben hätte, wären sie vermutlich gar nicht so gut geworden.

Während der Abiturphase hat es noch ausgereicht, wenn ich mir den Stoff einfach nur durchgelesen habe. Nun stelle ich fest, dass das keinesfalls mehr reicht. Entweder bin ich in Sachen lernen nach über einem Jahr aus der Schule wirklich schlechter geworden oder der Stoff ist zu schwer und vor allem auch einfach zu viel. Kurzum stelle ich fest, dass es mir Vieles erleichtert, wenn ich Informationen aufschreibe. Ich weiß zwar nicht einmal, ob ich meine Zusammenfassungen nutzen werde, weil ich eine grausame Handschrift habe, aber der Stoff bleibt mir so deutlich besser im Gedächtnis. Auch war ich stets zu faul, um Übungsaufgaben zu machen. Nun wird mir bange bei dem Gedanken, keine in Angriff zu nehmen! So eine Blamage wie bei der ersten Klausur soll mir jedenfalls nicht nochmal unterlaufen. Ich finde es spannend, wie sich meine Einstellung zum Lernen geändert hat. Mein Ehrgeiz ist nun geweckt!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  02.02.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
02.02.2016

Medizin studieren

Rechtsmedizin

Wann ist ein Toter wirklich tot? Woran erkenne ich das? Wie kann ich ausschließen, ob da nicht irgendwer seine Finger mit im Spiel hatte? Auf den ersten Blick dachte ich gar nicht daran, dass ich als Arzt auch nach dem Ableben eines Menschen noch alle Hände voll zu tun haben werde. Denn irgendwie müssen zum Beispiel Behörden sichergehen, dass die Todesursache geklärt beziehungsweise der sichere Tod bescheinigt wird. Sonst – makabrer Wortwitz – gibt es ein böses Erwachen für den Betroffenen.

Naja, jedenfalls hatte ich in den zwei Wochen nach den Weihnachtsferien einen Rechtsmedizin-Blockkurs, in dem dies unter anderem das Thema war. Neben dem Bescheinigen des Todes standen aber auch höchst vitale Punkte auf dem Plan. Denn Rechtsmedizin ist wesentlich mehr, als das, was man aus dem einen oder anderen Tatort von Professor Boerne so kennt. Klar, auch Schusswunden gehören dazu, aber in erster Linie hat man mit alltäglichen Dingen wie Alkohol-Intoxikationen, Vaterschaftsnachweisen oder dergleichen zu tun. Lauter Dinge, die im Rahmen von Straftaten oder anderen rechtlichen Streits eine große Rolle spielen! Daneben stand dann noch ganz klassisch eine Leichenschau auf dem Programm, also das Begutachten einer Leiche, bei der die Todesursache vom ersten Arzt als unklar angegeben wurde.

Das war auf jeden Fall eine Erfahrung der anderen Art, denn anders als in meinem Anatomie-Kurs vor vier Semestern war die Leiche hier nicht „schön hergerichtet“, sondern so, wie der Mensch kurz zuvor verstorben war. Dass damit nicht jeder gut klarkommt, ist klar und verständlich. Leider, oder zum Glück, stumpfen viele aber mit der Zeit ab und gewöhnen sich ein Stück weit an derlei Anblicke.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  01.02.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
01.02.2016