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Medizin studieren

Rechtsmedizin

Wann ist ein Toter wirklich tot? Woran erkenne ich das? Wie kann ich ausschließen, ob da nicht irgendwer seine Finger mit im Spiel hatte? Auf den ersten Blick dachte ich gar nicht daran, dass ich als Arzt auch nach dem Ableben eines Menschen noch alle Hände voll zu tun haben werde. Denn irgendwie müssen zum Beispiel Behörden sichergehen, dass die Todesursache geklärt beziehungsweise der sichere Tod bescheinigt wird. Sonst – makabrer Wortwitz – gibt es ein böses Erwachen für den Betroffenen.

Naja, jedenfalls hatte ich in den zwei Wochen nach den Weihnachtsferien einen Rechtsmedizin-Blockkurs, in dem dies unter anderem das Thema war. Neben dem Bescheinigen des Todes standen aber auch höchst vitale Punkte auf dem Plan. Denn Rechtsmedizin ist wesentlich mehr, als das, was man aus dem einen oder anderen Tatort von Professor Boerne so kennt. Klar, auch Schusswunden gehören dazu, aber in erster Linie hat man mit alltäglichen Dingen wie Alkohol-Intoxikationen, Vaterschaftsnachweisen oder dergleichen zu tun. Lauter Dinge, die im Rahmen von Straftaten oder anderen rechtlichen Streits eine große Rolle spielen! Daneben stand dann noch ganz klassisch eine Leichenschau auf dem Programm, also das Begutachten einer Leiche, bei der die Todesursache vom ersten Arzt als unklar angegeben wurde.

Das war auf jeden Fall eine Erfahrung der anderen Art, denn anders als in meinem Anatomie-Kurs vor vier Semestern war die Leiche hier nicht „schön hergerichtet“, sondern so, wie der Mensch kurz zuvor verstorben war. Dass damit nicht jeder gut klarkommt, ist klar und verständlich. Leider, oder zum Glück, stumpfen viele aber mit der Zeit ab und gewöhnen sich ein Stück weit an derlei Anblicke.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  01.02.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
01.02.2016

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Stipendien - die Rückmeldungen

Schon vor einiger Zeit habe ich mich um zwei Stipendien beworben. Während das Auswahlverfahren bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes recht umfangreich war, musste ich für das „ProTalent-Stipendium“ an der WWU Münster nur eine kurze Bewerbung einreichen. Da ich nicht mit einem positiven Ergebnis gerechnet habe, machte es mir auch wenig aus, dass ich kurz darauf eine Absage erhielt. Und immerhin stand der Brief der Studienstiftung ja noch aus.

Per Brief soll die Entscheidung mitgeteilt werden, ob man nun Stipendiat der Stiftung wird und somit alle Vorzüge erhält, die das mit sich bringt. Wir haben untereinander Nummern ausgetauscht, als wir beim Auswahlverfahren waren, um in Kontakt bleiben zu können.

Einige schrieben bereits vor einigen Tagen, dass sie eine Absage bekommen haben. Allerdings ist das nicht unbedingt positiv für mich, da es keine Quote gibt. Die Studienstiftung kann auch rein theoretisch keinen einzigen der Teilnehmer an dem Auswahlverfahren nehmen, wenn sie keinen für geeignet empfindet. Auch bedeutet die Absage für einen anderen nicht, dass ich es selbst besser gemacht habe. Nachdem ich mich schon während des Auswahlverfahrens damit abgefunden hatte, eine Absage zu erhalten, resignierte ich erneut. Sollte doch eigentlich ganz entspannt sein. Durchatmen und Warten. Wieder einmal.

Wie nervös ich war, zeigte sich daran, dass ich permanent zum Briefkasten eilte, um zu schauen, ob ein Brief eingetroffen sei. Wieder nichts. Und dann endlich. Voller Ehrfurcht nahm ich ihn heraus. Ich drehte ihn in den Händen und hoffte, er würde mich nicht enttäuschen.

Doch ich rechnete nicht mit einer Zusage – ich bekam auch keine. Sollte mich mit Stolz erfüllen, meine Erwartungen erfüllt zu haben. Tut es natürlich nicht. Ein allgemeiner Wisch erklärte mir, dass es nicht an mir gelegen habe, nicht an meinen Tätigkeiten, nicht an meinem Engagement und nicht an meinen Leistungen. Niedergeschlagen versuchte ich, herauszufinden, woran es lag. Um hier zu bestehen, muss man zu den Besten der Besten gehören. Die Teilnahme an wissenschaftlichen Wettbewerben ist wichtig, aber auch, sich in enormer Art und Weise sozial zu engagieren. Naiv von mir, dass ich dachte, da mithalten zu können. Da muss mehr kommen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  18.01.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
18.01.2016

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Ein Zwischenfazit: Leben in einer WG

Als ich meinen Studienplatz erhielt, stellte sich mir die Frage, wie und wo ich denn wohnen möchte. Ich beschäftigte mich damals sehr damit, was es bedeutet, alleine eine Wohnung zu haben, in einem Studentenwohnheim zu wohnen, in eine bestehende Wohngemeinschaft einzuziehen oder selbst eine zu gründen.

Schon einige Monate wohne ich nun in meiner WG mit drei Mitbewohnern. Gemeinsam haben wir schon so manches erlebt, auch mal Streit gehabt, einander unterstützt, zusammen Spaß gehabt, gekocht, gelacht und getanzt. Für mich hat das Leben in einer Vierer-WG bisher nur Vorteile.

Nachteile sehe ich kaum. Für Menschen, die gerne überall ihre eigene Ordnung reinbringen, gibt es die aber sicherlich. Man muss davon ausgehen, dass die Küche, der Flur oder das Badezimmer nicht immer so aussehen, wie man es sich vorstellt. Überall liegen mal Schuhe herum, stehen Dinge, die eigentlich woanders hingehören, oder es ist mal nicht alles sauber. Man muss auch damit klarkommen, dass Mitbewohner durchaus mal lauter Musik hören oder Freunde einladen, mit denen sie sich lautstark unterhalten oder dass vielleicht ein bisschen gefeiert wird. Wer gerne viel alleine ist, hat hier meiner Meinung nach nichts verloren.

Bin ich aber nicht, deshalb ist es für mich ein großer Vorteil, dass immer etwas los ist. So sind Freunde meiner Mitbewohnerin beispielsweise am Wochenende morgens zum Brunchen da, was wunderbar bereichernd ist. Oder es kommen Kommilitonen meines Mitbewohners zum Glühweintrinken in der kalten Jahreszeit vorbei. Jedenfalls lernt man ständig neue Leute und das Umfeld der Mitbewohner kennen. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten: Die Wohngemeinschaft kann die Familie, die man zu Hause verlassen hat, ein Stück weit ersetzen. Wenn sie gut funktioniert, ist man füreinander da, unterstützt sich, hilft sich, sagt sich aber auch mal die Meinung. Es ist immer jemand da, mit dem man reden kann, wenn es eng wird, wenn die Uni zu viel ist oder man Probleme mit Freunden oder Partnern hat. Das finde ich wunderbar.

Mir gefällt auch sehr gut, dass so vieles geteilt wird. Da jeder von allem profitiert, können die Aufgaben gut verteilt werden, wie sich um das Internet zu kümmern, die Miete zu bezahlen, den Müll zu entsorgen, neue Küchengeräte zu kaufen, wenn alte kaputt gehen. Mein Fazit ist klar: Das Leben in einer Wohngemeinschaft kann ich nur wärmstens empfehlen. Wer gerne Menschen um sich herum hat, viel erleben möchte, gute Gespräche sucht und eine „neue Familie“ durchaus mal gebrauchen kann, der ist hier richtig aufgehoben.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  13.01.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
13.01.2016