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Medizin studieren

Der Ehrgeiz ist geweckt

Vorlesungen müssen vor- und nachbereitet werden. Doch wenn ich abends aus der Uni komme, möchte ich erst einmal entspannen und abends noch etwas mit Freunden unternehmen – Sport ist auch sehr wichtig und überhaupt! Sehr entspannt waren eigentlich nur die ersten Wochen des Studiums. Aber da hatte ich auch noch nicht viel zu tun. Nun sieht das leider anders aus: Besonders in Anatomie und Biologie ist ein beachtlicher Berg an Mitschriften aus den Vorlesungen entstanden, den ich aufzuarbeiten habe. In Anatomie gibt es pro Vorlesung schon mal über 30 Folien, durch die ich mich arbeiten muss, dazu kommt noch die Fachliteratur und teilweise hilft mir auch das Internet mal aus.

Ich bin mir sicher, dass ich nicht alle gegebenen Fakten innerhalb weniger Wochen lernen kann. Umso wichtiger ist es, dass ich heraussuche, was wichtig genug ist, um mich voll darauf zu konzentrieren. Das hätte ich schon viel früher erledigen können – dennoch sehe ich auch Vorteile im Aufschieben. Nun kann ich alles wunderbar der Reihenfolge nach in einem Block abarbeiten. Jetzt kann ich Dinge auch schon besser verknüpfen, Bezüge herstellen und besser einschätzen, worauf es ankommt. Wenn ich von Anfang an Zusammenfassungen geschrieben hätte, wären sie vermutlich gar nicht so gut geworden.

Während der Abiturphase hat es noch ausgereicht, wenn ich mir den Stoff einfach nur durchgelesen habe. Nun stelle ich fest, dass das keinesfalls mehr reicht. Entweder bin ich in Sachen lernen nach über einem Jahr aus der Schule wirklich schlechter geworden oder der Stoff ist zu schwer und vor allem auch einfach zu viel. Kurzum stelle ich fest, dass es mir Vieles erleichtert, wenn ich Informationen aufschreibe. Ich weiß zwar nicht einmal, ob ich meine Zusammenfassungen nutzen werde, weil ich eine grausame Handschrift habe, aber der Stoff bleibt mir so deutlich besser im Gedächtnis. Auch war ich stets zu faul, um Übungsaufgaben zu machen. Nun wird mir bange bei dem Gedanken, keine in Angriff zu nehmen! So eine Blamage wie bei der ersten Klausur soll mir jedenfalls nicht nochmal unterlaufen. Ich finde es spannend, wie sich meine Einstellung zum Lernen geändert hat. Mein Ehrgeiz ist nun geweckt!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  02.02.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
02.02.2016

Medizin studieren

Rechtsmedizin

Wann ist ein Toter wirklich tot? Woran erkenne ich das? Wie kann ich ausschließen, ob da nicht irgendwer seine Finger mit im Spiel hatte? Auf den ersten Blick dachte ich gar nicht daran, dass ich als Arzt auch nach dem Ableben eines Menschen noch alle Hände voll zu tun haben werde. Denn irgendwie müssen zum Beispiel Behörden sichergehen, dass die Todesursache geklärt beziehungsweise der sichere Tod bescheinigt wird. Sonst – makabrer Wortwitz – gibt es ein böses Erwachen für den Betroffenen.

Naja, jedenfalls hatte ich in den zwei Wochen nach den Weihnachtsferien einen Rechtsmedizin-Blockkurs, in dem dies unter anderem das Thema war. Neben dem Bescheinigen des Todes standen aber auch höchst vitale Punkte auf dem Plan. Denn Rechtsmedizin ist wesentlich mehr, als das, was man aus dem einen oder anderen Tatort von Professor Boerne so kennt. Klar, auch Schusswunden gehören dazu, aber in erster Linie hat man mit alltäglichen Dingen wie Alkohol-Intoxikationen, Vaterschaftsnachweisen oder dergleichen zu tun. Lauter Dinge, die im Rahmen von Straftaten oder anderen rechtlichen Streits eine große Rolle spielen! Daneben stand dann noch ganz klassisch eine Leichenschau auf dem Programm, also das Begutachten einer Leiche, bei der die Todesursache vom ersten Arzt als unklar angegeben wurde.

Das war auf jeden Fall eine Erfahrung der anderen Art, denn anders als in meinem Anatomie-Kurs vor vier Semestern war die Leiche hier nicht „schön hergerichtet“, sondern so, wie der Mensch kurz zuvor verstorben war. Dass damit nicht jeder gut klarkommt, ist klar und verständlich. Leider, oder zum Glück, stumpfen viele aber mit der Zeit ab und gewöhnen sich ein Stück weit an derlei Anblicke.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  01.02.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
01.02.2016

Medizin studieren

Stipendien - die Rückmeldungen

Schon vor einiger Zeit habe ich mich um zwei Stipendien beworben. Während das Auswahlverfahren bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes recht umfangreich war, musste ich für das „ProTalent-Stipendium“ an der WWU Münster nur eine kurze Bewerbung einreichen. Da ich nicht mit einem positiven Ergebnis gerechnet habe, machte es mir auch wenig aus, dass ich kurz darauf eine Absage erhielt. Und immerhin stand der Brief der Studienstiftung ja noch aus.

Per Brief soll die Entscheidung mitgeteilt werden, ob man nun Stipendiat der Stiftung wird und somit alle Vorzüge erhält, die das mit sich bringt. Wir haben untereinander Nummern ausgetauscht, als wir beim Auswahlverfahren waren, um in Kontakt bleiben zu können.

Einige schrieben bereits vor einigen Tagen, dass sie eine Absage bekommen haben. Allerdings ist das nicht unbedingt positiv für mich, da es keine Quote gibt. Die Studienstiftung kann auch rein theoretisch keinen einzigen der Teilnehmer an dem Auswahlverfahren nehmen, wenn sie keinen für geeignet empfindet. Auch bedeutet die Absage für einen anderen nicht, dass ich es selbst besser gemacht habe. Nachdem ich mich schon während des Auswahlverfahrens damit abgefunden hatte, eine Absage zu erhalten, resignierte ich erneut. Sollte doch eigentlich ganz entspannt sein. Durchatmen und Warten. Wieder einmal.

Wie nervös ich war, zeigte sich daran, dass ich permanent zum Briefkasten eilte, um zu schauen, ob ein Brief eingetroffen sei. Wieder nichts. Und dann endlich. Voller Ehrfurcht nahm ich ihn heraus. Ich drehte ihn in den Händen und hoffte, er würde mich nicht enttäuschen.

Doch ich rechnete nicht mit einer Zusage – ich bekam auch keine. Sollte mich mit Stolz erfüllen, meine Erwartungen erfüllt zu haben. Tut es natürlich nicht. Ein allgemeiner Wisch erklärte mir, dass es nicht an mir gelegen habe, nicht an meinen Tätigkeiten, nicht an meinem Engagement und nicht an meinen Leistungen. Niedergeschlagen versuchte ich, herauszufinden, woran es lag. Um hier zu bestehen, muss man zu den Besten der Besten gehören. Die Teilnahme an wissenschaftlichen Wettbewerben ist wichtig, aber auch, sich in enormer Art und Weise sozial zu engagieren. Naiv von mir, dass ich dachte, da mithalten zu können. Da muss mehr kommen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  18.01.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
18.01.2016