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Medizin studieren

Ein Zwischenfazit: Leben in einer WG

Als ich meinen Studienplatz erhielt, stellte sich mir die Frage, wie und wo ich denn wohnen möchte. Ich beschäftigte mich damals sehr damit, was es bedeutet, alleine eine Wohnung zu haben, in einem Studentenwohnheim zu wohnen, in eine bestehende Wohngemeinschaft einzuziehen oder selbst eine zu gründen.

Schon einige Monate wohne ich nun in meiner WG mit drei Mitbewohnern. Gemeinsam haben wir schon so manches erlebt, auch mal Streit gehabt, einander unterstützt, zusammen Spaß gehabt, gekocht, gelacht und getanzt. Für mich hat das Leben in einer Vierer-WG bisher nur Vorteile.

Nachteile sehe ich kaum. Für Menschen, die gerne überall ihre eigene Ordnung reinbringen, gibt es die aber sicherlich. Man muss davon ausgehen, dass die Küche, der Flur oder das Badezimmer nicht immer so aussehen, wie man es sich vorstellt. Überall liegen mal Schuhe herum, stehen Dinge, die eigentlich woanders hingehören, oder es ist mal nicht alles sauber. Man muss auch damit klarkommen, dass Mitbewohner durchaus mal lauter Musik hören oder Freunde einladen, mit denen sie sich lautstark unterhalten oder dass vielleicht ein bisschen gefeiert wird. Wer gerne viel alleine ist, hat hier meiner Meinung nach nichts verloren.

Bin ich aber nicht, deshalb ist es für mich ein großer Vorteil, dass immer etwas los ist. So sind Freunde meiner Mitbewohnerin beispielsweise am Wochenende morgens zum Brunchen da, was wunderbar bereichernd ist. Oder es kommen Kommilitonen meines Mitbewohners zum Glühweintrinken in der kalten Jahreszeit vorbei. Jedenfalls lernt man ständig neue Leute und das Umfeld der Mitbewohner kennen. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten: Die Wohngemeinschaft kann die Familie, die man zu Hause verlassen hat, ein Stück weit ersetzen. Wenn sie gut funktioniert, ist man füreinander da, unterstützt sich, hilft sich, sagt sich aber auch mal die Meinung. Es ist immer jemand da, mit dem man reden kann, wenn es eng wird, wenn die Uni zu viel ist oder man Probleme mit Freunden oder Partnern hat. Das finde ich wunderbar.

Mir gefällt auch sehr gut, dass so vieles geteilt wird. Da jeder von allem profitiert, können die Aufgaben gut verteilt werden, wie sich um das Internet zu kümmern, die Miete zu bezahlen, den Müll zu entsorgen, neue Küchengeräte zu kaufen, wenn alte kaputt gehen. Mein Fazit ist klar: Das Leben in einer Wohngemeinschaft kann ich nur wärmstens empfehlen. Wer gerne Menschen um sich herum hat, viel erleben möchte, gute Gespräche sucht und eine „neue Familie“ durchaus mal gebrauchen kann, der ist hier richtig aufgehoben.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  13.01.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
13.01.2016

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Silvester – ein heilloses Chaos

Wie jedes Jahr zwischen den Jahren bestanden auch diese „Weihnachtsferien“ hauptsächlich aus „Kilometer-Sammeln“. Von Münster nach Nürnberg nach Dresden nach Münster in einer Woche sodass ich am 31.12. wieder zum Silvester-Feiern in Münster war. Mit Freunden war geplant, entspannt Raclette zu machen – also etwas ganz Ausgefallenes – und dann zu sehen, was passiert. Da ich erst spät ankommen würde, sollten meine Kumpels für mich mit einkaufen. Soweit der Plan, aber es sollte anders kommen.

Ein paar Leute hatten verplant, dass die Läden am 31. Dezember keine Standard-Öffnungszeiten haben. So standen wir also – ich war mittlerweile auch da – um 17.30 Uhr vor verschlossenen Supermarkt-Türen. Ohne Essen, Trinken oder sonst irgendwas, einigermaßen ärgerlich. Doch ein Supermarkt hatte darauf gesetzt, mit Leuten wie uns Geld zu verdienen und seinen Laden bis 18 Uhr geöffnet. Um viertel vor sechs schafften wir es dort hin und warfen vollkommen unkoordiniert die kläglichen Reste aus den Regalen in unseren Einkaufswagen! Irgendwie wurde der Abend dann doch sehr lecker-sättigend, obwohl die Vorzeichen erst anderes vermuten ließen.

Gegen Mitternacht machten wir uns zum Hafen auf, wo wir hofften, ein schönes Feuerwerk betrachten zu können. Aber es kam anders. Am Hafen herrschte Chaos und es fiel vielen von uns schwer, nicht die Beherrschung zu verlieren. Raketen, die in die Menge flogen und Prügeleien gehörten zum teils wirklich schockierenden Bild. Der Spaß kam ein bisschen zu kurz dabei. Glücklicherweise ist keinem von uns irgendwas passiert – etwas mehr Glück als die Patienten der im Minutentakt vorfahrenden Rettungswägen hatten wir dann doch. Auf jeden Fall war das bisher eine meiner unschöneren Silvester-Erfahrungen, aber wenigstens wurde die Feier danach noch richtig toll, sodass Neujahr doch in guter Erinnerung bleiben wird.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  05.01.2016
Autor: Johannes
Rubrik: studium
05.01.2016

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Studienstiftung des Deutschen Volkes – Teil 2

Der zweite Teil des Auswahlseminares in Bielefeld setzte sich aus zwei Einzelgesprächen mit Kommissionsmitgliedern zusammen. Das erste führte ich mit einem Professor der Mathematik. Er wollte wenig zu meinem Lebenslauf wissen und wenig dazu, was ich momentan gerade mache. Er sprach kurz mein Referatsthema an, und ich erklärte ihm, worum es dabei ging. Anschließend warf er noch einige ethische Fragen auf, die es zu klären galt. Insgesamt hatten wir eine überaus interessante Diskussion, die mich am Ende mit sehr vielen Fragen gehen ließ. Auch fand ich sehr undurchsichtig, inwiefern das Gespräch nun gut war – oder nicht.

Mit einem Deutsch- und Sportlehrer durfte ich das zweite Gespräch führen. Hierbei ging es deutlich mehr darum, was ich bisher in meinem Leben gemacht habe. Besonderes Augenmerk legte der Herr auf meine Zeit als Schülersprecher. Hier wollte er wissen, mit welchem Wahlkampfthema ich gestartet sei, wobei ich zugeben musste, dass es kein richtiges gab. Die Schüler waren froh, jemanden gefunden zu haben, der bereit dazu war, dieses Amt zu übernehmen. Völlig perplex nahm er das zur Kenntnis.

Gut fand er, dass mein Lebenslauf selbstironisch gehalten ist, ein paar Mal musste er sogar schmunzeln. Schade fand er, dass ich nicht noch weiter darauf eingegangen bin, dass ich zwölf Jahre Fußball gespielt habe. Ich aber hielt das für weniger relevant, schließlich handelt es sich hier schlicht um etwas, das mir Spaß gemacht hat und das ich nicht auf Leistung betrieben habe. Auch das nahm er perplex zur Kenntnis. Fokussiert hat er, dass ich mich um Menschen „am Rande der Gesellschaft“ kümmere, sodass wir schnell auch auf soziales Engagement zu sprechen kamen

Mit einem etwas mulmigen Gefühl blicke ich auf die einzelnen Diskussionen und Gespräche zurück. Es war in Ordnung, aber das wird wohl keineswegs reichen. Abgefunden habe ich mich damit bereits während des Wochenendes, was mir eine resignierte Stimmung bescherte. Gespannt bin ich dennoch auf die Ergebnisse. Ein bisschen Hoffnung ist schließlich da. Sollte es nichts werden, so kann ich jedenfalls behaupten, ein grandioses Wochenende gehabt zu haben, an dem ich eine Menge intelligenter und kompetenter Menschen kennenlernen konnte.

Insgesamt eine wirklich wunderbare Erfahrung, an diesem Auswahlwochenende teilgenommen zu haben. Ich konnte meinen Horizont erweitern, bekam aber gleichzeitig auch Grenzen aufgezeigt, wenn ich mit Menschen in Kontakt kam, die weitaus klüger sind als ich selbst. Eine bereichernde und anspornende Lehre. Nun heißt es: Daumen drücken.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  04.01.2016
Autor: Thilo
Rubrik: studium
04.01.2016