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Medizin studieren

Studienstiftung des Deutschen Volkes

300 Euro Studienkostenpauschale. Dazu einen Zuschuss, der an das BAföG angelehnt ist. Ideelle Förderung durch Seminare wie die Sommerakademie, bei der wissenschaftliche Themen anderer Forschungsgebiete erarbeitet werden. Dabei den Titel "Stipendiat" tragen. Das hört sich nicht schlecht an. Ist es auch nicht. Aber verdammt schwer zu erreichen.

Nun hatte ich vor kurzem mein Auswahlverfahren in Bielefeld, zu dem ich aufgrund meiner Empfehlung, die meine Schule mir vor eineinhalb Jahren ausgestellt hatte, eingeladen wurde. Gefordert waren in der Bewerbung nur ein zwei- bis dreiseitiger Lebenslauf und das Ausfüllen eines Formulars. Auch fand keine Vorauswahl statt, es wurden alle Bewerber ungefiltert eingeladen, was durchaus jedem die gleiche Chance bietet, das Auswahlverfahren aber nicht einfacher macht.

Im Vorfeld erhielt ich die Information, dass ich einen siebenminütigen Vortrag vorzubereiten habe, an den eine Diskussion anzuknüpfen ist, die ich selbst moderiere. Wichtig ist, dass ein Thema aus dem persönlichen Interessensgebiet gewählt wird, das auch wirklich eine gute Grundlage für eine Diskussion bietet. Der Vortrag sollte ohne Hilfsmittel gehalten werden.

Zu Beginn des Auswahlseminars wurden wir in 6er-Gruppen eingeteilt, in deren Konstellation wir dann die Vorträge einander vorstellten und miteinander diskutierten. Dabei gab es Themen wie den Vegetarismus und seine ökologische, ethische und gesundheitliche Bedeutung, die Verantwortung in der Gesellschaft, das umstrittene Gesetz zur Sterbehilfe und die Frage nach der Verantwortung der Wissenschaft in der heutigen Zeit.

Für jede Gruppendiskussion standen insgesamt 25 Minuten zur Verfügung, wobei fünf Minuten der Vorstellung dienten, sieben dem Referat und 13 der Diskussion. Dies alles geschah unter strenger Beobachtung eines Kommissionsmitgliedes, das zusammen mit anderen darüber entscheidet, ob wir die Zusage für das Stipendium bekommen oder nicht. Es ist eine sehr belebende Erfahrung, ernsthaft mit anderen Menschen über Themen zu diskutieren, über die man sich bisher wenig Gedanken machte. Besonders spannend ist es, wenn alle sehr darauf aus sind, möglichst viel beizutragen. Das war auch für die Referenten sehr von Vorteil, weil sie sich dadurch nicht so alleingelassen fühlten.

Mit den Gruppendiskussionen war der erste Teil des Auswahlverfahrens geschafft.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  28.12.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
28.12.2015

Medizin studieren

Echo-Kurs

Da im Arbeitsalltag eines Arztes die praktische Arbeit ein großer Bestandteil ist, gehören neben theoretischen Vorlesungen und Seminaren auch praxisorientierte Kurse zur Studienordnung im Medizinstudium. Vor einer Woche beispielsweise hatten wir den sogenannten „Thorax-Trainer“, einen Kurs, in dem wir das „Auskultieren“ – sprich das Abhören – des Herzens mit einem Stethoskop trainierten.

Wie ein gesundes Herz klingt wissen wir zwar schon alle, doch wenn es darum geht, pathologische Geräusche zu erkennen, gucken wir alle in die Röhre. Klar, in Lehrbüchern steht dann was von „crescendo-decrescendoartigen“, „rauen niederfrequenten oder schwirrenden“ Geräuschen. Aber ganz ehrlich, wer kann sich darunter denn wirklich etwas vorstellen? Es erfordert viel Übung, um das in den richtigen Kontext einordnen zu können.

Diese Woche hatten wir den „Echo-Kurs“. Dabei geht es um das Schallen des Herzens durch die Brustwand – also ein Ultraschall-Kurs. Alternativ dazu kann man den Ultraschall des Herzens auch durch die Speiseröhre machen, aber da wir das alles an uns selbst – gesunden, jungen Menschen – üben, lassen wir letzteres lieber weg. Unnötigen Narkose-Risiken sollte man sich nicht aussetzen.

Der Echo-Kurs findet in Gruppen mit fünf bis sechs Studenten statt. Wahlweise sind das reine Frauengruppen oder Gruppen mit mindestens zwei Männern. Einfach deswegen, weil man dabei komplett Oberkörper frei ist, sodass das für die Frauen schon sehr unangenehm wäre. Mit mindestens zwei Männern hingegen werden einfach die beiden immer abwechselnd untersucht. Dabei geht es zunächst in erster Linie gar nicht um ein Untersuchungsergebnis, sondern vielmehr darum, überhaupt mit dem Ultraschallgerät umgehen zu können.

Das ist – genau wie das Suchen der darzustellenden Strukturen – das Schwierige am Schallen: Das Bild ist bewegt, daher sieht alles anders aus als in den Anatomie-Atlanten. Aber gut, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, und für den Anfang stellen wir uns schon einigermaßen gut an.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  18.12.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
18.12.2015

Medizin studieren

Von den Tücken des Blutabnehmens

Ich mache im Rahmen meines Studiums gerade zwei Praktika in Chemie und Physik, für die ich mich regelmäßig vorbereiten muss, weil sogenannte An- und Abtestate anstehen. Im Chemie-Praktikum muss ich am Ende ein Antestat in Form eines Kolloquiums bestehen. Bemerkt der Tutor, dass ich wenig bis gar nichts weiß, so kann er mich wieder nach Hause schicken, ohne dass ich den Tag anerkannt bekomme. Unser erster Praktikumstag drehte sich rund um die Titration. Entscheidend ist, dass alles formgerecht in einem Protokoll festgehalten werden muss. Dieses bildet das sogenannte Abtestat, das zum vollständigen Bestehen des Tages notwendig ist. Ich muss alle An- und Abtestate bestehen, um am Ende den Schein für das Praktikum zu erhalten und die Klausur antreten zu können.

Wenngleich es Stress bedeutet, sich fortwährend auf die Tests vorzubereiten, so erzielen sie doch, dass ich kontinuierlich lerne. Damit kann ich gut Prioritäten setzen und den Lerninhalt sinnvoll einteilen, wodurch ich ihn auch besser verstehe. Ich muss nur aufpassen, dass Anatomie und Biologie nicht zu kurz kommen. Außerdem habe ich noch ein Projektfach, in dem ich kürzlich eine grundlegende Fertigkeit eines jeden Arztes erlernte: das Blutabnehmen.

Hierfür braucht man Desinfektionsmittel, Tupfer, eine Butterfly-Nadel mit angeschlossener Leitung, einen Stauschlauch, Handschuhe und Pflasterband. Mithilfe des Stauschlauches wird der Rückfluss des Blutes durch die Venen erschwert, sodass diese deutlicher hervortreten und viel Blut in sich tragen. Wenn man leicht auf die Stelle am Arm schlägt, kann dieser Effekt noch verstärkt werden, was es leichter macht, die Vene zu treffen. Hierbei gilt, dass lieber laterale, also außen liegende, als mediale, mittlere, Venen genommen werden, um nicht zu riskieren, Nerven oder Sehen zu treffen. Nach Desinfektion der Einstichstelle wird die Butterfly-Nadel in einem Winkel von maximal 30 Grad eingeführt, an ihr wird dann eine Kanüle befestigt, in die das Blut fließen soll. Sobald sie gefüllt ist, wird der Stauschlauch entfernt und die Nadel wieder gezogen – und zwar genau in dieser Reihenfolge, sonst gibt es eine wirkliche Sauerei!

Meine Partnerin hat mich beim Üben ein wenig malträtiert. Während ich beim ersten Versuch einen Treffer landete, stach sie erst zwei Mal in meinen rechten Arm, um sich dann doch dem linken zuzuwenden und es dort zu versuchen, was zu meinem Glück auch direkt gelang. Im Endeffekt ist das wohl eine einfache Fertigkeit, aber ich finde es wirklich klasse, dass ich das bereits so früh gelernt habe!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  17.12.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
17.12.2015