Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Echo-Kurs

Da im Arbeitsalltag eines Arztes die praktische Arbeit ein großer Bestandteil ist, gehören neben theoretischen Vorlesungen und Seminaren auch praxisorientierte Kurse zur Studienordnung im Medizinstudium. Vor einer Woche beispielsweise hatten wir den sogenannten „Thorax-Trainer“, einen Kurs, in dem wir das „Auskultieren“ – sprich das Abhören – des Herzens mit einem Stethoskop trainierten.

Wie ein gesundes Herz klingt wissen wir zwar schon alle, doch wenn es darum geht, pathologische Geräusche zu erkennen, gucken wir alle in die Röhre. Klar, in Lehrbüchern steht dann was von „crescendo-decrescendoartigen“, „rauen niederfrequenten oder schwirrenden“ Geräuschen. Aber ganz ehrlich, wer kann sich darunter denn wirklich etwas vorstellen? Es erfordert viel Übung, um das in den richtigen Kontext einordnen zu können.

Diese Woche hatten wir den „Echo-Kurs“. Dabei geht es um das Schallen des Herzens durch die Brustwand – also ein Ultraschall-Kurs. Alternativ dazu kann man den Ultraschall des Herzens auch durch die Speiseröhre machen, aber da wir das alles an uns selbst – gesunden, jungen Menschen – üben, lassen wir letzteres lieber weg. Unnötigen Narkose-Risiken sollte man sich nicht aussetzen.

Der Echo-Kurs findet in Gruppen mit fünf bis sechs Studenten statt. Wahlweise sind das reine Frauengruppen oder Gruppen mit mindestens zwei Männern. Einfach deswegen, weil man dabei komplett Oberkörper frei ist, sodass das für die Frauen schon sehr unangenehm wäre. Mit mindestens zwei Männern hingegen werden einfach die beiden immer abwechselnd untersucht. Dabei geht es zunächst in erster Linie gar nicht um ein Untersuchungsergebnis, sondern vielmehr darum, überhaupt mit dem Ultraschallgerät umgehen zu können.

Das ist – genau wie das Suchen der darzustellenden Strukturen – das Schwierige am Schallen: Das Bild ist bewegt, daher sieht alles anders aus als in den Anatomie-Atlanten. Aber gut, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, und für den Anfang stellen wir uns schon einigermaßen gut an.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  18.12.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
18.12.2015

Medizin studieren

Von den Tücken des Blutabnehmens

Ich mache im Rahmen meines Studiums gerade zwei Praktika in Chemie und Physik, für die ich mich regelmäßig vorbereiten muss, weil sogenannte An- und Abtestate anstehen. Im Chemie-Praktikum muss ich am Ende ein Antestat in Form eines Kolloquiums bestehen. Bemerkt der Tutor, dass ich wenig bis gar nichts weiß, so kann er mich wieder nach Hause schicken, ohne dass ich den Tag anerkannt bekomme. Unser erster Praktikumstag drehte sich rund um die Titration. Entscheidend ist, dass alles formgerecht in einem Protokoll festgehalten werden muss. Dieses bildet das sogenannte Abtestat, das zum vollständigen Bestehen des Tages notwendig ist. Ich muss alle An- und Abtestate bestehen, um am Ende den Schein für das Praktikum zu erhalten und die Klausur antreten zu können.

Wenngleich es Stress bedeutet, sich fortwährend auf die Tests vorzubereiten, so erzielen sie doch, dass ich kontinuierlich lerne. Damit kann ich gut Prioritäten setzen und den Lerninhalt sinnvoll einteilen, wodurch ich ihn auch besser verstehe. Ich muss nur aufpassen, dass Anatomie und Biologie nicht zu kurz kommen. Außerdem habe ich noch ein Projektfach, in dem ich kürzlich eine grundlegende Fertigkeit eines jeden Arztes erlernte: das Blutabnehmen.

Hierfür braucht man Desinfektionsmittel, Tupfer, eine Butterfly-Nadel mit angeschlossener Leitung, einen Stauschlauch, Handschuhe und Pflasterband. Mithilfe des Stauschlauches wird der Rückfluss des Blutes durch die Venen erschwert, sodass diese deutlicher hervortreten und viel Blut in sich tragen. Wenn man leicht auf die Stelle am Arm schlägt, kann dieser Effekt noch verstärkt werden, was es leichter macht, die Vene zu treffen. Hierbei gilt, dass lieber laterale, also außen liegende, als mediale, mittlere, Venen genommen werden, um nicht zu riskieren, Nerven oder Sehen zu treffen. Nach Desinfektion der Einstichstelle wird die Butterfly-Nadel in einem Winkel von maximal 30 Grad eingeführt, an ihr wird dann eine Kanüle befestigt, in die das Blut fließen soll. Sobald sie gefüllt ist, wird der Stauschlauch entfernt und die Nadel wieder gezogen – und zwar genau in dieser Reihenfolge, sonst gibt es eine wirkliche Sauerei!

Meine Partnerin hat mich beim Üben ein wenig malträtiert. Während ich beim ersten Versuch einen Treffer landete, stach sie erst zwei Mal in meinen rechten Arm, um sich dann doch dem linken zuzuwenden und es dort zu versuchen, was zu meinem Glück auch direkt gelang. Im Endeffekt ist das wohl eine einfache Fertigkeit, aber ich finde es wirklich klasse, dass ich das bereits so früh gelernt habe!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  17.12.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
17.12.2015

Medizin studieren

Der Startschuss

Ich wippte nervös auf meinem Stuhl, kaute auf meiner Unterlippe, wischte mir eine Schweißperle von der Stirn. Dann atmete ich tief durch. Prüfungssituationen bin ich einfach nicht mehr gewöhnt, aber das änderte sich nun wieder: Vor mir lag die Chemie-Eingangsklausur.

Was in der Schule irgendwann zur Routine wurde, habe ich während meines Freiwilligendienstes komplett verlernt. Die Stresssituation eines Testes erlebte ich zuletzt Anfang des Jahres, als ich zum Studierfähigkeitstest nach Münster fuhr. Seitdem hatte ich keine Bewertungen oder Klausuren, keine Prüfungen, keine Tests. Alles ging seinen Lauf, alles klappte schon. Nun musste ich also wieder etwas abliefern und wieder präsent sein. Und ich muss gestehen, dass ich deutlich schlechter war, als ich es mir erhofft hatte. Da ich dachte, mein Wissen aus dem Chemie-Leistungskurs in der Oberstufe würde noch ausreichen, bereitete ich mich nur sehr oberflächlich vor. Das war ein Fehler, denn bei einigen Fragen musste ich wirklich passen. Redoxreaktion von Permanganat und Eisen-Ionen in saurem, wässrigen Milieu? Das Phasendiagramm des Wassers? Zum Glück muss ich nur 50 Prozent der Punkte erreichen – es gibt keine Note, sondern nur das Ergebnis darüber, ob ich bestanden habe oder nicht. An meinem Ego und meinem Ehrgeiz nagt es dennoch.

Während die vergangenen Wochen recht ruhig verliefen, wird es ab nun erst interessant. Zum Bio-Praktikum gesellt sich schon ein Praktikum in Physik, in dem wir jedes Mal ein Antestat mit sechs Fragen ablegen müssen, das ich glücklicherweise bestanden habe. Dazu kommt von nun an auch ein Chemie-Praktikum, das ebenso Antestate mit sich bringt. Aber immerhin darf ich dabei einen Kittel tragen, was ein wunderbares Gefühl ist.

In den kommenden Wochen muss ich zudem noch Hospitationen leisten, die ich im Bereich der Anästhesie absolvieren werde. Ich muss mich dafür mit Ärzten aus der Allgemein- und Unfallchirurgie in Verbindung setzen, um Termine zu erbitten. Und auch die Dozenten in Biologie und Anatomie drücken spürbar auf´s Gas.

Ab nun geht es wohl wirklich ans Eingemachte, denn es wird viel gepaukt. Eine Herausforderung, die ich gerne annehme!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  10.12.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
10.12.2015