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Medizin studieren

Die dritte Woche

So langsam nimmt die Anstrengung im Studium zu, der Stoff wird schwerer und vielfältiger, weitere Praktika rücken ins Blickfeld, die Chemie-Eingangsklausur ebenso. In der Chemie-Vorlesung werden momentan noch Atombindungen und chemische Reaktionen behandelt – Themen, die ich aus der Schule noch kenne. Auch das dazugehörige Seminar hat begonnen. Eine Chemie-Bachelor-Absolventin hilft uns hier, wichtige Themen zu vertiefen und zu verstehen.

In der Physik-Vorlesung geht es um Mechanik, die Bewegung von Körpern also. Das gibt mir immerhin mein Lehrbuch aus. In zwei Wochen beginnt das dazugehörige Praktikum, worin ich sogenannte Antestate ablegen muss. Das sind Multiple-Choice-Tests, die sechs Fragen umfassen und es ganz schön in sich haben. Drei Fragen muss ich richtig beantworten, um zu bestehen. Außerdem muss ich Versuche durchführen können und Protokolle dazu anfertigen, die bei mangelhafter Gestaltung zum Ausschluss führen können. Der Druck hier ist also ziemlich hoch.

Faszinierend finde ich nach wie vor die Entstehung des Lebens. Momentan befassen wir uns mit der Implantation befruchteter Eizellen in die Gebärmutterschleimhaut. Es ist atemberaubend, wie sich aus ein paar kleinen Zellen zuallererst ein Geflecht aus verschiedenen Zelltypen bildet, um später unser Nervensystem auszukleiden und im Anschluss zur Organogenese (die Entstehung von Organen) überzugehen. Klingt kompliziert? Ist es auch. Aber es ist beeindruckend.

Mit vielen Fachbegriffen sehe ich mich auch in Biologie konfrontiert. Ich muss mir nicht nur eine Vielzahl von Proteinen einprägen, sondern auch eine Menge Schemata, die Abläufe grafisch festhalten.

Mein Fazit: Es wird nicht leichter. Ich finde mich aber stetig besser zurecht und erlange mehr Überblick über die Themen. Dennoch muss ich feststellen, dass eine Menge Disziplin dazugehört, sich wirklich hinzusetzen und die Vorlesungen und Seminare nachzuarbeiten. Aber mit Biss geht das gewiss!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  07.12.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
07.12.2015

Medizin studieren

Lange Tage und Heimweh

Die zweite Woche meines Medizinstudiums liegt nun hinter mir. Sie zieht in Gedanken an mir vorbei, während ich diesen Text schreibe und im Zug aus dem Fenster schaue. Ich fahre zurück nach Münster in mein neues Zuhause. Vom alten komme ich gerade, denn ich habe meine Eltern besucht, da ich sie, obwohl ich es wirklich nicht gedacht hätte, zu vermissen begann.

Nach einem langen Wochenende im Rahmen der Orientierungs-Woche starteten wir Montag wieder mit Physik, Chemie und Biologie. In meinem zweiten Praktikum sollte ich die Größe von Proteinen experimentell herausfinden – was tatsächlich geklappt hat. Mittlerweile besuche ich kaum noch Veranstaltungen in Chemie, weil die Vorlesungen mir weniger geben als ich angenommen habe. Stattdessen begebe ich mich in die Bibliothek oder lese zu Hause über Orbitale im Atom, die Ladungsenergien von Elektronen oder, ganz klassisch, über das Periodensystem.

In der zweiten Woche hat auch der Terminologie-Kurs begonnen. Hier lernen wir Latein, ähnlich wie in der Schule, nur mit ganz klarem medizinischen Bezug. Da ich mein Latinum bereits gemacht habe, muss ich nur vier Kursstunden besuchen, danach wird die Teilnahme freiwillig. Unser Tutor teilte uns aber mit, dass wir ab der siebten Stunde wieder dabei sein sollten, um einige sehr interessante und wichtige Inhalte noch mitzubekommen. Das nehme ich mir natürlich zu Herzen.

Außerdem stand in meinem Projektfach zur Einführung in die klinische Medizin (Anästhesie) ein Referat an, das die Lokalanästhesie – die Betäubung ohne Narkose – zum Thema hatte. Hierbei wird ein Schmerzmittel in ein Gewebe gegeben, um Nervenbahnen unsensibel zu machen. Der Patient spürt keine Schmerzen bei dem Eingriff. Leider lag vor diesem Referat eine Nachtschicht meines neuen Nebenjobs, sodass ich bei meinem Vortrag mehr ab- als anwesend war. Doch mein Kontostand zeigt mir, dass es sich tatsächlich lohnt, neben dem Studium noch ein wenig zu arbeiten. Ich kann mir deutlich mehr leisten und betrachte meine Finanzen sorgenfreier. Auch ist es mir während der Nachtschichten gut möglich, etwas für die Uni zu tun und beispielsweise mein Vokabelheft für Anatomie zu schreiben oder ein bisschen Chemie zu lernen.

Ich finde, mittlerweile zieht das Tempo ganz schön an und meine Kommilitonen machen sich ziemlich verrückt: Jeder arbeitet jetzt schon viel nach, bereitet sich auf Vorlesungen vor und lernt für Klausuren, die in weiter Ferne liegen. Als meine Mitbewohnerin eine Studentin aus einem höheren Semester fragte, wie Intermediärfilamente und Gürtel-Desmosomen zusammenhängen, machte diese große Augen und fragte, ob sie nicht noch am Anfang des Semesters stünde. Wir haben Zeit – das war ihre Botschaft. Auch das sollte ich mir merken.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  02.12.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
02.12.2015

Medizin studieren

Neuer Job

Nachdem ich die Pflichtkurse an der Uni beendet hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Job. Beziehungsweise ich suchte nicht – was ich machen wollte war mir schon recht lange klar. Da mich Physiologie eigentlich immer interessiert hatte und die Arbeitsbedingungen dort als sehr gut beschrieben wurden, hatte ich immer vor, mich sobald wie möglich als Physiologie-Tutor im Physio-Praktikum zu bewerben. Glücklicherweise wurde ich gleich genommen und wurde für acht Nachmittage eingeteilt, in denen ich das Praktikum betreuen sollte. Das bedeutet, dass ich immer einen bis drei Versuche zu einem Thema theoretisch vorbereiten muss und dann im Praktikum, nach kurzer theoretischer Einführung, mit den Studenten aus dem dritten und vierten Semester die entsprechenden Versuche durchführen werde.

Diesen Dienstag war es das erste Mal so weit, als Versuche waren mir „Atemregulation: Hypoxie und Hyperkapnie“ zugeteilt worden. Darunter kann man sich folgendes vorstellen: Der Grund, weswegen wir beim Luftanhalten das Bedürfnis zu atmen verspüren, ist primär nicht der Sauerstoffmangel, sondern der steigende Kohlenstoffdioxid-Gehalt in unserem Blut. Durch verschiedene Versuche kann man das mit Graphen und einfach Rechenaufgaben sehr plastisch und gut verständlich darstellen. Genau darum geht es auch im Praktikum: nicht nur theoretisch wissen, was Kohlendioxid im Körper verursacht, sondern eben auch am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet diesen Stoff in immer höherer Konzentration im eigenen Körper zu haben.

Und siehe da, der Job machte wesentlich mehr Spaß, als stupide irgendwas über Muskeln erzählen zu müssen. Naja, jedenfalls liegt mir das Erklären eher, als trockene Theorie vor einer Gruppe gelangweilter Studenten zu rezitieren.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  24.11.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
24.11.2015