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Medizin studieren

Neuer Job

Nachdem ich die Pflichtkurse an der Uni beendet hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Job. Beziehungsweise ich suchte nicht – was ich machen wollte war mir schon recht lange klar. Da mich Physiologie eigentlich immer interessiert hatte und die Arbeitsbedingungen dort als sehr gut beschrieben wurden, hatte ich immer vor, mich sobald wie möglich als Physiologie-Tutor im Physio-Praktikum zu bewerben. Glücklicherweise wurde ich gleich genommen und wurde für acht Nachmittage eingeteilt, in denen ich das Praktikum betreuen sollte. Das bedeutet, dass ich immer einen bis drei Versuche zu einem Thema theoretisch vorbereiten muss und dann im Praktikum, nach kurzer theoretischer Einführung, mit den Studenten aus dem dritten und vierten Semester die entsprechenden Versuche durchführen werde.

Diesen Dienstag war es das erste Mal so weit, als Versuche waren mir „Atemregulation: Hypoxie und Hyperkapnie“ zugeteilt worden. Darunter kann man sich folgendes vorstellen: Der Grund, weswegen wir beim Luftanhalten das Bedürfnis zu atmen verspüren, ist primär nicht der Sauerstoffmangel, sondern der steigende Kohlenstoffdioxid-Gehalt in unserem Blut. Durch verschiedene Versuche kann man das mit Graphen und einfach Rechenaufgaben sehr plastisch und gut verständlich darstellen. Genau darum geht es auch im Praktikum: nicht nur theoretisch wissen, was Kohlendioxid im Körper verursacht, sondern eben auch am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet diesen Stoff in immer höherer Konzentration im eigenen Körper zu haben.

Und siehe da, der Job machte wesentlich mehr Spaß, als stupide irgendwas über Muskeln erzählen zu müssen. Naja, jedenfalls liegt mir das Erklären eher, als trockene Theorie vor einer Gruppe gelangweilter Studenten zu rezitieren.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  24.11.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
24.11.2015

Medizin studieren

Körper, Zellen und was sonst noch so anfällt

Nun hat das Studium richtig begonnen, die Vorlesungen nehmen Fahrt auf, das erste Praktikum läuft und der Stoff wird zäher und schwerer. Deshalb will ich euch einen Einblick geben, worum es im Moment geht, was behandelt wird und was wir lernen.

Grundbaustein des Studiums sind in erster Linie die Vorlesungen. Diese werden in Physik, Anatomie, Chemie und Biologie gehalten. Dazu haben wir, um den klinischen Bezug bereits im vorklinischen Teil zu wahren, Einführungen in die klinische Medizin und Berufsfelderkundungen, die beispielsweise über Orthopädie, Gynäkologie oder Chirurgie abgehalten werden, um uns einen Einblick zu geben, sodass wir uns orientieren können und wissen, wofür wir so viel lernen.

In Chemie geht es um den Bau von Atomen, um Radioaktivität, darum, was Protonen, Neutronen und Elektronen sind, wie sie zusammenspielen und wo sie sich in der Atomhülle befinden. Dazu werden einige Experimente in den Vorlesungen gezeigt, die aber mal mehr, mal weniger spektakulär sind. Die ersten Vorlesungen in Physik handelten von Grundlagen. Wir behandelten das Thema Einheiten, bekamen erklärt, wie sich diese umstellen lassen, was SI-Einheiten (international anerkannte Einheiten) sind und welche sich erst aus diesen ergeben.

In den Fächern Biologie und Anatomie komme ich aus dem Schreiben während der Vorlesung kaum mehr heraus. Es werden so viele Informationen über das Skript hinaus gegeben, dass es unerlässlich ist, ständig aufmerksam zu sein. Ich schreibe stets alle Folien wirklich voll und weiß manchmal kaum, wohin ich diese und jene Information noch bringen soll. In Biologie ging es mit Zellen los und in Anatomie lernen wir den Körper und alle seine Bestandteile kennen. Hier muss ich mir extrem viele neue Begriffe merken. Höchst spannend und gehirnzellenfordernd!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  23.11.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
23.11.2015

Medizin studieren

Orientierungswoche

Ich habe 147 neue Kommilitonen und Kommilitoninnen, die mir im ersten Semester alle noch fremd sind. Doch zum Kennenlernen und auch, um den Campus und alle Gegebenheiten des Studiums zu erkunden, gibt es die Orientierungswoche, die auch Ersti-Woche genannt wird. Hierfür hat die Fachschaft Medizin einiges vorbereitet, um uns einen sanften Start ins Studentenleben zu ermöglichen. In einem Vortrag unseres Studiendekans erhielten wir alle wichtigen Informationen über das Studium an sich, wer die Fachschaft bildet, was der Begriff Kommilitone bedeutet, wie lange die Semester gehen und welche Fächer zuerst anstehen. Im Anschluss gab es einen Campus-Rundgang.

Ebenso wurde uns die Mensa gezeigt, wo wir auch eine Karte erhielten, mit der wir dort unser Essen bezahlen können, was durchaus sehr gut und recht preisgünstig ist. Abends trafen wir uns zu einem Sit-in, bei dem es noch einmal darum ging, einander besser kennenzulernen. Nach einem gemeinsamen Grillen ging es in die Innenstadt, um auch das Nachtleben zu erkunden. Der nächste Tag begann sehr früh, da wir eine Stadt-Rallye zu bewältigen hatten, bei der wir durch ganz Münster gelotst wurden, um irgendwelche Aufgaben zu erledigen, die uns die Fachschaft auferlegte. Angelehnt an einen fiktiven Mordfall sollten wir den Mörder finden und mussten hierfür unter anderem in die Stadtbibliothek und zum Bahnhof.

Am letzten Tag fanden die Wahlen für die Einführung in die klinische Medizin und Berufsfelderkundung an. Dazu wurden wir in Gruppen und Fächer eingeteilt. Ich hatte Glück und kam mit sechs Kommilitonen und Kommilitoninnen, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstanden habe in die Anästhesie-Gruppe. Unsere Aufgabe ist es nun, gemeinsam mit unserem Tutor und einem Arzt ein Poster zu unserem Thema zu erarbeiten und am Ende des Semesters vorzustellen. Dazu müssen wir noch einige Vorlesungen und Seminare besuchen. Auch haben wir in der 7er-Gruppe von nun alle Praktika und Seminare zusammen. Abends ging es erneut in die Altstadt, um ein letztes Mal Spaß zu haben, bevor der richtige Uni-Alltag beginnt. Ich bin aufgeregt und wirklich gespannt!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  19.11.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
19.11.2015