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Medizin studieren

Körper, Zellen und was sonst noch so anfällt

Nun hat das Studium richtig begonnen, die Vorlesungen nehmen Fahrt auf, das erste Praktikum läuft und der Stoff wird zäher und schwerer. Deshalb will ich euch einen Einblick geben, worum es im Moment geht, was behandelt wird und was wir lernen.

Grundbaustein des Studiums sind in erster Linie die Vorlesungen. Diese werden in Physik, Anatomie, Chemie und Biologie gehalten. Dazu haben wir, um den klinischen Bezug bereits im vorklinischen Teil zu wahren, Einführungen in die klinische Medizin und Berufsfelderkundungen, die beispielsweise über Orthopädie, Gynäkologie oder Chirurgie abgehalten werden, um uns einen Einblick zu geben, sodass wir uns orientieren können und wissen, wofür wir so viel lernen.

In Chemie geht es um den Bau von Atomen, um Radioaktivität, darum, was Protonen, Neutronen und Elektronen sind, wie sie zusammenspielen und wo sie sich in der Atomhülle befinden. Dazu werden einige Experimente in den Vorlesungen gezeigt, die aber mal mehr, mal weniger spektakulär sind. Die ersten Vorlesungen in Physik handelten von Grundlagen. Wir behandelten das Thema Einheiten, bekamen erklärt, wie sich diese umstellen lassen, was SI-Einheiten (international anerkannte Einheiten) sind und welche sich erst aus diesen ergeben.

In den Fächern Biologie und Anatomie komme ich aus dem Schreiben während der Vorlesung kaum mehr heraus. Es werden so viele Informationen über das Skript hinaus gegeben, dass es unerlässlich ist, ständig aufmerksam zu sein. Ich schreibe stets alle Folien wirklich voll und weiß manchmal kaum, wohin ich diese und jene Information noch bringen soll. In Biologie ging es mit Zellen los und in Anatomie lernen wir den Körper und alle seine Bestandteile kennen. Hier muss ich mir extrem viele neue Begriffe merken. Höchst spannend und gehirnzellenfordernd!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  23.11.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
23.11.2015

Medizin studieren

Orientierungswoche

Ich habe 147 neue Kommilitonen und Kommilitoninnen, die mir im ersten Semester alle noch fremd sind. Doch zum Kennenlernen und auch, um den Campus und alle Gegebenheiten des Studiums zu erkunden, gibt es die Orientierungswoche, die auch Ersti-Woche genannt wird. Hierfür hat die Fachschaft Medizin einiges vorbereitet, um uns einen sanften Start ins Studentenleben zu ermöglichen. In einem Vortrag unseres Studiendekans erhielten wir alle wichtigen Informationen über das Studium an sich, wer die Fachschaft bildet, was der Begriff Kommilitone bedeutet, wie lange die Semester gehen und welche Fächer zuerst anstehen. Im Anschluss gab es einen Campus-Rundgang.

Ebenso wurde uns die Mensa gezeigt, wo wir auch eine Karte erhielten, mit der wir dort unser Essen bezahlen können, was durchaus sehr gut und recht preisgünstig ist. Abends trafen wir uns zu einem Sit-in, bei dem es noch einmal darum ging, einander besser kennenzulernen. Nach einem gemeinsamen Grillen ging es in die Innenstadt, um auch das Nachtleben zu erkunden. Der nächste Tag begann sehr früh, da wir eine Stadt-Rallye zu bewältigen hatten, bei der wir durch ganz Münster gelotst wurden, um irgendwelche Aufgaben zu erledigen, die uns die Fachschaft auferlegte. Angelehnt an einen fiktiven Mordfall sollten wir den Mörder finden und mussten hierfür unter anderem in die Stadtbibliothek und zum Bahnhof.

Am letzten Tag fanden die Wahlen für die Einführung in die klinische Medizin und Berufsfelderkundung an. Dazu wurden wir in Gruppen und Fächer eingeteilt. Ich hatte Glück und kam mit sechs Kommilitonen und Kommilitoninnen, mit denen ich mich auf Anhieb gut verstanden habe in die Anästhesie-Gruppe. Unsere Aufgabe ist es nun, gemeinsam mit unserem Tutor und einem Arzt ein Poster zu unserem Thema zu erarbeiten und am Ende des Semesters vorzustellen. Dazu müssen wir noch einige Vorlesungen und Seminare besuchen. Auch haben wir in der 7er-Gruppe von nun alle Praktika und Seminare zusammen. Abends ging es erneut in die Altstadt, um ein letztes Mal Spaß zu haben, bevor der richtige Uni-Alltag beginnt. Ich bin aufgeregt und wirklich gespannt!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  19.11.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
19.11.2015

Medizin studieren

Der Tod

Die erwähnte dreiwöchige Block-Veranstaltung zur Tumormedizin – in Münster als „POL-iT“ („problemorientiertes Lernen – interdisziplinäre Tumormedizin“) bezeichnet – startete direkt am ersten Tag des Semesters.

Jeden Morgen sprachen wir in Kleingruppen Fälle durch. Das kann man sich wie Detektiv-Arbeit vorstellen: Zu Beginn bekamen wir ein Blatt, auf dem geschildert war, mit welchen Beschwerden eine Person in die Notaufnahme kommt. Wir mussten unter Anleitung durch einen Tutor in der Gruppe beschließen, welche Maßnahmen zu ergreifen seien, um die richtige Diagnosen stellen zu können. Sobald wir die richtigen Dinge getan hatten, bekamen wir weitere Zettel, auf denen die Untersuchungsergebnisse der von uns festgelegten Maßnahmen standen, aus denen wir schließlich eine Diagnose erstellen sollten. War das geschehen, ging es daran, ein Therapie-Konzept zu entwerfen. Nachmittags wurden unsere „praktischen“ Überlegungen durch Vorlesungen auf eine wissenschaftliche Basis gestellt. Ein wirklich tolles, interaktives und integratives Lern- und Lehrmodell.

Aber es handelt sich um ein sensibles Thema. Dadurch, dass alle Patienten, die uns im Rahmen des Kurses vorgestellt wurden, Tumore hatten, spielte der Tod eine extrem große Rolle. Selten hatten wir einen Fall, in dem der Patient tatsächlich geheilt werden konnte. Meistens ging es darum, den Patienten so lange wie möglich beschwerdefrei zu halten, sodass er ohne Einbuße von Lebensqualität weiterleben konnte. Ein extrem wichtiger Ansatz. Aber gerade zu Beginn, wenn man diese Denk- und Handlungsweise nicht gewöhnt ist und auf Heilung aus ist, nimmt einen das schon mit, nicht von Heilungs-Wahrscheinlichkeiten zu reden, sondern von „Fünf-Jahres-Überlebens-Chancen“.

Das ist eben die Kehrseite der Medaille an Medizin. Man sieht Menschen sterben, leider auch nicht selten. Irgendwie muss ich mir da wohl noch Strategien zurechtlegen, um ein Leben lang damit umgehen zu können.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  19.11.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
19.11.2015