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Medizin studieren

BAföG

Mein Eindruck ist, dass man wirklich ziemlich viel offenbaren muss, um BAföG zu erhalten. Ich habe Anfang September einen Antrag gestellt, weil meine Eltern nicht genug Geld verdienen, um mir mein Studium zu finanzieren. Das musste natürlich belegt werden. Also sollte ich die Einkommenssteuererklärung meiner Eltern von 2013 vorlegen. Dazu kamen jegliche vermögenswirksame Leistungen wie beispielsweise die Lebensversicherung oder ein Bausparvertrag. Weiter ging es mit Besitz: Das BAföG-Amt erhielt Informationen über den Wert des Autos, des Hauses und interessierte sich für mögliche Grundstücke und Aktien.

Darüber hinaus musste ich auch Angaben zu meinen näheren Familienmitgliedern machen. Wie alt ist beispielsweise mein Bruder? Geht er auch wirklich zur Schule? Wie lange wird er das noch machen? Verdient er Geld nebenbei? Werden für ihn irgendwelche Leistungen bezogen? Zuletzt fehlten selbstverständlich die Angaben zu mir. Ich musste meine Zeugnisse vorzeigen, außerdem war eine Studienbescheinigung nötig, auf der vermerkt ist, was und ab wann ich studiere. Dazu kamen alle persönlichen Daten wie Telefonnummern und Adressen, was ich selbst für ein Vermögen besitze, wie viel ich nebenbei verdiene, also auch, was ich nebenbei mache. Darunter fällt auch dieser Blog. Und natürlich musste ich auch angeben, wo ich krankenversichert bin. Nach jedem Semester werde ich künftig noch Scheine vorweisen, um zu beweisen, dass ich auch tatsächlich studiere.

Natürlich ist es nicht schön, so durchleuchtet zu werden, aber es geht hier auch um riesige Summen Geld, die ich für die nächsten Jahre meines Studiums brauchen werde, um zu essen, zu trinken, mir Kleidung zu kaufen, meine Miete zu bezahlen und meinen Semesterbeitrag leisten zu können. Und das Geld kommt ja auch nicht von ungefähr, sondern es handelt sich um Steuereinnahmen. Im Endeffekt ist es sehr verständlich, dass ich so viele Informationen geben muss. Wenngleich das bedeutet, dass die Leute nun wirklich alles von mir wissen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  28.10.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
28.10.2015

Medizin studieren

Das Ende des Sommers

Wie eigentlich fast jedes Jahr fuhr ich die Strecke zurück nach Deutschland am Stück durch. Ich machte lediglich zwei Stunden Pause, nachdem meine Augenlider bedrohlich schwer geworden waren. Nach zunächst sintflutartigen Regenfällen hatte ich außerdem richtig gutes Reisewetter, sodass die ganze Fahrt nicht zu anstrengend war.

Daheim angekommen dachte ich zunächst: Wow, so viel kälter als in Südfrankreich ist es ja gar nicht, warum haben hier die Leute denn schon Jacken an? Irgendwie bin ich es einfach gewöhnt, nur mit Shorts und T-Shirt herumzulaufen. Deutschland hingegen hat offenbar schon einen Kälteeinbruch hinter sich und ich werde die kurzen Sachen wohl über den Winter verstauen müssen.

Dann aber merkte auch ich sehr schnell, dass der Sommer tatsächlich vorbei ist: Einen Tag nach meiner Ankunft fielen die angenehmen Temperaturen um zehn Grad und hässlicher Regen setzte ein. Wie ich es hasse, bei zehn Grad Außentemperatur morgens um sieben zur Arbeit fahren zu müssen! Aber gut, daran werde ich mich mindestens für die nächsten fünf Monate gewöhnen müssen.

Wenigstens macht die Famulatur, die ich jetzt wieder aufgenommen habe, immer noch Spaß. Ich darf immer mehr selbst machen und profitiere davon, bereits im August die Mitarbeiter kennengelernt zu haben, weil sie mich jetzt schon etwas besser einschätzen können. Die Ärzte kennen mich noch und lassen mir viel Freiraum. Eigentlich sind das ideale Voraussetzungen, um viel zu lernen. Unter Umständen nimmt mich einer der Anästhesisten nächste Woche sogar auf eine 24-Stunden-Notarzt-Schicht mit, sodass ich auch die Akut-Medizin aus nächster Nähe erleben darf. Ganz sicher ist das aber noch nicht, zunächst muss nämlich mit der Uni abgeklärt werden, ob das versicherungstechnisch funktioniert.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  27.10.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
27.10.2015

Medizin studieren

Stipendien

Vor einem Jahr habe ich von meiner Schule eine Empfehlung für ein Stipendium bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes bekommen. Es gibt dabei nicht nur eine Förderung von bis zu 597 Euro, sondern auch eine Studienkostenpauschale von 300 Euro obendrauf. Doch dafür muss man auch einiges leisten.

Besonders gefragt sind soziales oder politisches Engagement sowie die Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben, für die man eigene Projekte realisieren soll. Nicht die gute Abiturnote entscheidet darüber, ob man den Zuschlag bekommt, sondern der Einsatz, den man nebenbei zeigt. Dieser wird auch während des Studiums gefordert. Natürlich muss man auch gute Leistungen erbringen, aber man soll sich eben auch sozial und politisch innerhalb und außerhalb der Stiftung engagieren.

Nun musste ich also einen Bewerbungsbogen ausfüllen, in dem abgefragt wurde, was ich denn bisher so gemacht habe. Ich konnte glücklicherweise mein Ehrenamt erwähnen, dass ich über eineinhalb Jahre lang ausgeübt habe, dazu kommen das Amt des Schülersprechers, eine Schülerfirma, in der ich jahrelang gearbeitet habe, und einige Tätigkeiten für meinen Abiturjahrgang. So richtig habe ich aber nicht das Gefühl, dass ich mit diesem Engagement zu den Leuten mit dem meisten Engagement gehöre. Die meisten haben wirklich viel gemacht, nahmen an etlichen Wettbewerben teil, halfen bei Projekten der diakonischen Werke und Kirchen mit, organisierten selbst soziale Projekte und waren bestenfalls noch Mitglied einer Jugendpartei. Ich empfinde einen tiefen Respekt vor diesen Leuten.

Zuletzt wird lediglich eine unbeglaubigte Kopie des Zeugnisses verlangt. Bei einem Auswahlverfahren muss ich dann zeigen, wie motiviert ich bin, mich einzubringen. Ich hoffe, dass mir das eine bessere Chance gibt, ein Stipendium zu bekommen. Einen Versuch ist es definitiv wert. Ich bin gespannt auf mein Ergebnis!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  19.10.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
19.10.2015