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Medizin studieren

Abbau

Vergangenes Jahr hatte ich aufgrund grandioser Wellenvorhersagen beschlossen, beim Abbau des Surfcamps nicht mehr mitzuarbeiten, sondern stattdessen auf eigene Faust ins Wasser zu hüpfen, um möglichst viel zum Surfen zu kommen. Da dieses Jahr jedoch die Wellen-Vorhersage eher mau aussah und ich ein neues Surfbrett finanzieren muss, beschloss ich kurzerhand, dieses Mal mit abzubauen.

Ganz neu war das ja nicht für mich, schließlich habe ich das Ganze 2013 bereits einmal erlebt. Damals war das Wetter glücklicherweise eine Woche lang perfekt –Regen und Zelte abbauen wären eine miserable Kombination gewesen. Zwar versprach die Wettervorhersage auch dieses Jahr eine Woche voller Sonne, aber naja, die Wellen werden wohl nicht so toll.

Die ersten zwei Tage verliefen jedenfalls gelinde gesagt, schleppend. Anfangs gilt es nämlich immer, einen Haufen Kleinkram zu erledigen, der alles andere als Spaß macht, aber dafür lange dauert. Beispielsweise Kühlschränke putzen, Bodenplanen kärchern und dergleichen mehr. Das Ermüdende daran ist, dass man kaum Fortschritte sieht, aber extrem viel Zeit investiert. Für die Motivation ist es schon besser, ein 200-Quadratmeter-Zelt zusammenzupacken, denn man sieht dem Camp sofort an, dass es nun kleiner wird. Damit fingen wir dann ab Tag drei an: Zelte abbauen, Tische und Stühle demontieren, Ausrüstung in Anhänger verladen und so weiter.

So langsam leerten sich das Camp und auch der Campingplatz. Offiziell hatte der Platz bis Ende September geöffnet. Da wir so jedoch nur drei Tage für den Abbau eines Camps für gut 90 Leute gehabt hätten, hatten wir eine zusätzliche Woche vom Campingplatz eingeräumt bekommen.

An sich ist das sehr nett. Ärgerlich war nur, dass ab dem 1. Oktober nur noch kaltes Wasser und kein Licht mehr in den Waschhäusern zu Verfügung stand. Frierend, aber motiviert, packten wir also die letzten Sachen ein, verstauten sie, warfen einen letzten sehnsüchtigen Blick auf den Pinienwald und verabschiedeten uns voneinander. Bis zum Wiedersehen im nächsten Jahr!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  15.10.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
15.10.2015

Medizin studieren

Umzug

Der Abschied von meinen Eltern war durchaus ein wenig kitschig, beinahe wie in einem Spielfilm und sehr emotional. Nun habe ich ich das Haus meiner Eltern verlassen, um alleine zu wohnen. Vorausgegangen war dem Umzug eine Abschiedsfeier mit meinen Freunden.

Es ist nicht einfach, seinem alten Leben den Rücken zu kehren. Nachdem ich ein Jahr lang gearbeitet und mein eigenes Geld verdient habe, mache ich jetzt den nächsten Schritt in Richtung Selbstständigkeit und Erwachsenwerden. Es warten nun Aufgaben auf mich, die mir bisher von den Eltern abgenommen wurden. Sei es nun der Haushalt, die Versorgung, das Kochen oder ganz besonders die Verwaltung der Finanzen. Nun bin ich selbst für alles verantwortlich. Wenn ich kein Geld mehr habe, habe ich kein Geld mehr. Ich selbst muss dafür sorgen, dass ich meinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Ich hatte aber viel Zeit, mich darauf einzustellen. Nicht auszudenken, wie es den Leuten gehen muss, die jetzt erst ihre Zulassung für das Studium bekommen haben, sehr kurzfristig umziehen müssen und nun plötzlich mit dieser neuen Lebensweise konfrontiert werden.

Um finanziell über die Runden zu kommen, bin ich momentan auf der Suche nach einem Nebenjob. Diesmal gehe ich das energischer und vor allem selbstbewusster an als im vergangenen Jahr. Da sah ich alles sehr gelassen und kümmerte mich nicht ernsthaft darum. Seit ein paar Wochen ist mein Freiwilliges Soziales Jahr vorbei, die Arbeitslosigkeit wurmt mich besonders, weil der Umzug erledigt ist und ich kein richtiges Projekt mehr habe.

Das Medizinstudium beginnt erst Mitte Oktober, daher habe ich noch etwas Zeit, um mich einzuleben und die Stadt kennenzulernen kann. Wenn es dann losgeht, kenne ich mich schon etwas aus und kann mich voll auf die Lehrinhalte konzentrieren. Nun muss ich mir aber erst eine Möglichkeit sichern, um Geld zu verdienen, mich zum Unisport anmelden, Hobbys insgesamt zusammensuchen, mich mit meinen Mitbewohnern einleben und diesen Ort zu einem Zuhause machen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  12.10.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
12.10.2015

Medizin studieren

Total erwachsen

Diese Woche habe ich mich sehr oft gefragt: So jung waren wir alle mit 18 Jahren? Als ich in der zwölften Klasse und das Abitur kein halbes Jahr mehr entfernt war, habe ich mich gefühlt, als wäre ich alles andere als ein Kind und total erwachsen. Nun haben wir gerade eine Schulklasse hier im Surf-Camp – 12. Klasse Sport-Leistungskurs – und zusammen mit fünf anderen Teamleitern betreue ich sie. Ich bin gerade einmal 21 und man könnte meinen, 17- bis 18-Jährige seien alterstechnisch noch sehr nah an mir dran. Und um ehrlich zu sein, fühle ich mich auch kein bisschen erwachsener als noch vor drei Jahren. In der Zwischenzeit ist zwar viel passiert, aber eigentlich hatte ich nie den Eindruck, dass ich mich groß verändert haben könnte. Aber das muss ich wohl, denn wenn ich mir jetzt ansehe, wie sich diese Klasse verhält, kann ich mir kaum vorstellen, auch so gewesen zu sein.

Die Dinge, die sie beschäftigen, sind einfach komplett anders als alles, was einen als Student interessiert: Pausenstreiche, Rivalitäten zwischen Klassenclowns, Lehrer ärgern und lästern. Die Jugendlichen stecken noch in der Schule fest, die einen riesigen Anteil ihres Lebens ausmacht. Das sind zwei Welten, die wirklich komplett unterschiedlich sind – Uni und Schule. Und ich finde es wirklich spannend, wie sich das innerhalb eines halben Jahres komplett ändern kann, wenn man Abitur geschrieben, die Schule verlassen und die erste eigene WG gegründet hat.

Aber momentan hängen diese Kursteilnehmer einfach noch vollkommen im System fest, müssen fünf Euro fürs Zuspätkommen an die Klassenkasse abtreten – eine einvernehmlich festgelegte Regelung – bis spätestens ein Uhr nachts vom Strand zurück sein, in ihre Zelte kriechen und sich bei ihren beiden betreuenden Lehrern abmelden, wenn sie einkaufen gehen wollen. Es fällt mir schwer, mir vorzustellen, dass ich vor gerade einmal drei Jahren auch noch in diesem System festgesteckt habe.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  09.10.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
09.10.2015