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Medizin studieren

Vor- und Nachteile

Durchaus ist es der Duft der Freiheit, der meine Kommilitonin und mich dazu verleitet hat, eine Wohnung für vier Leute zu suchen, um eine Wohngemeinschaft zu gründen. Aber, dass diese Freiheit auch ihre Schattenseiten haben könnte, haben wir nicht vermutet.

Was ist denn so schlimm? Nun ja, als Hauptmieter der Wohnung sind wir für alles verantwortlich! Wir haben nun drei Tage am Stück die einzelnen Räume renoviert. Elf Stunden am Stück haben wir gestrichen, bis um drei Uhr nachts die Kraft endgültig erschöpft war. Am nächsten Morgen entfernten wir den Boden in der Küche und legten dabei einen wunderschönen schwarzen Belag frei, der aber so dreckig war, dass es meine Mitbewohnerin einen ganzen Tag kostete, ihn anständig zu reinigen. Ich widmete mich währenddessen mit einem Freund den Badezimmern. In meinem ganzen Leben habe ich insgesamt noch nie so viel geputzt wie an diesen Tagen. Mein Rücken bestraft mich noch jetzt mit Schmerzen.

Aber ebenso haben wir wirklich auch eine Menge Glück gehabt. Meine Mitbewohnerin hat von Nachbarn unter anderem einen Elektroherd mit Backofen, eine Spülmaschine, eine Spüle, eine Waschmaschine und eine Brotbackmaschine geschenkt bekommen. Das hat uns sehr geholfen, denn eine Wohnung komplett neu einzurichten muss man finanziell auch erst einmal stemmen können. Ich mache keinen Hehl daraus, wenig Geld zu haben. Das gesamte Jahr über habe ich halbwegs eisern gespart, habe mir nur ab und zu mal einen Urlaub gegönnt, Auszeit muss ja schließlich auch sein. Doch nun werden meine Reserven aufgefressen und das BAföG lässt länger auf sich warten, als ich gedacht habe. So haben wir nach Tagen des Durchackerns die Wohnung wieder auf Vordermann gebracht. Wir haben sie gestrichen, geschrubbt, gesaugt, gewischt, poliert, auf Hochglanz gebracht und eingerichtet. Wir haben uns um Strom und Internet gekümmert, einen Elektriker für den Einbau des Herds organisiert und haben endlich die Küche ausgestaltet.

Nun fehlt nur noch der Einzug und damit der Abschied von zu Hause. Wir freuen uns aber trotzdem sehr auf die neue Wohnung, denn durch die ganze Arbeit haben wir das Gefühl, etwas Tolles geschaffen zu haben. Da lohnt sich jeder Euro, jeder Schweißtropfen, jeder Schmerz und jede Träne!

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  07.10.2015
Autor: Thilo
Rubrik: studium
07.10.2015

Medizin studieren

Was für ein Sturm!

Die letzte Woche startete mit guten Neuigkeiten: Zwar wurde ich im Surfcamp – wie ich es mir gewünscht hatte – als Lehrer für den Fortgeschrittenen-Kurs eingeteilt, doch ließ die Wellen- und Wetter-Vorhersage erahnen, dass das wohl in genau dieser Woche eher nachteilig werden würde.

Denn bei 4,5 Meter hohen Wellen und 80 km/h Windgeschwindigkeit muss ich den anspruchsvollen Kursteilnehmern beibringen, dass keiner ins Wasser gehen darf, wenn die Rettungsschwimmer die rote Flagge hissen. Wenn dann dazu noch sintflutartige Regenfälle niedergehen, drückt das die Laune erheblich. Der Sonntag brachte uns noch einmal richtig gute Wellen, am Montag mussten wir aber einen sogenannten „Lay-Day“ einlegen, was noch einigermaßen verkraftbar war. Am Dienstag waren die Wellen dann soweit in Ordnung, dass wir es zumindest wieder verantworten konnten, mit dem Kurs ins Wasser zu gehen. Das eigentliche Programm für Fortgeschrittene, also raus aufs Meer paddeln und „ungebrochene“ Wellen surfen, war aber weiterhin bis zum Kursende am Freitag nicht möglich.

Das hatte zur Folge, dass die Gesichter der Kursteilnehmer, die sich auf eine Woche voller Surf-Action gefreut hatten, im Laufe der Woche immer länger wurden. Das Feedback in der Abschlussrunde fiel dementsprechend nicht sonderlich positiv aus. Uns selbst tut das selbstverständlich auch leid, schließlich sind wir alle Surfer und würden gerne bei epischen Bedingungen ins Wasser gehen. Nur haben wir das Privileg, hier arbeiten zu können und nicht die Hälfte unseres Jahresurlaubs für miese Bedingungen und weltuntergangsgleiches Wetter zu opfern.

Dass die Welt untergeht, konnte man tatsächlich ab und zu glauben: Sturmböen nahe 100 km/h ließen uns kaum schlafen und zwangen uns, nachts Zelte am Davonfliegen zu hindern. Ich wurde eines Nachts von Pinienzapfen geweckt, die auf das Dach meines alten Busses fielen, und hatte auch eine Stunde später noch das Gefühl, der Bus dröhnte und bebte! Glücklicherweise wurde niemand verletzt und nach einem Tag des Ausharrens war das Schlimmste überstanden! Für die nächste Kurswoche war zum Glück wesentlich besseres Wetter gemeldet.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  02.10.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
02.10.2015

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Wasserrettung

Nach fast neun Tagen im Surf-Camp, in denen das gesamte Team nicht zum surfen gegangen ist – die Wellen blieben leider für eine rekordverdächtig lange Zeit aus – kamen sie mit einem Paukenschlag zurück. Meterhoch und trotzdem gut zu meistern! Das komplette Team war in hellem Aufruhr, sodass fürs erste auch kleinere Pflichten innerhalb des Camps vergessen wurden. Ich war an den zwei Tagen mit den besten Wellen jeweils über fünf Stunden im Wasser. Das ist recht viel, wenn man bedenkt, dass ich ja nebenbei auch noch als Surflehrer an der Wasserkante stehe und arbeite.

Mit diesen großen Wellen – die größten, die für Surfer noch machbar sind und die größten, die ich hier in Frankreich je gesehen habe – ging etwas einher, das ich so noch nie erlebt habe: Eine Wasserrettung, also das Retten eines Surfers oder Schwimmers aus dem Meer. Klar, wir trainieren das in unserer Surflehrer-Ausbildung und es sind immer Rettungsschwimmer am Strand, aber bis jetzt ist noch nie etwas passiert, sodass diese Fertigkeiten bisher unerprobt blieben – was ja eigentlich gut ist. Dann aber geschah es: Einem Kursteilnehmer riss die Leash, also das Bindeglied zwischen Surfbrett und Bein, sodass er ohne Schwimmhilfe einer sehr kräftigen Brandung und Strömung ausgesetzt war, die ihn circa 100 Meter vom Strand entfernt umhertrieb.

Nachdem ein Kollege den Schüler entdeckt hatte, wurde ich ins Wasser geschickt, um ihn wieder an Land zu holen. Als ich bei ihm war, stellte ich fest, dass er glücklicherweise noch ansprechbar und auch noch nicht in Panik verfallen war, sodass die Rettung an sich sehr problemlos verlief.

Erst als ich wieder an Land und der Kursteilnehmer versorgt war, merkte ich, wie anstrengend das alles war, und wie vollgepumpt mit Adrenalin ich letztlich war, denn ich zitterte am ganzen Körper. Allerdings hatte die Sache aufgrund des positiven Ausgangs auch einen guten Nachgeschmack, sodass ich mich jetzt, da das nicht nur simuliert sondern auch unter realen Bedingungen funktioniert hat, recht gut gewappnet fühle!

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  24.09.2015
Autor: Johannes
Rubrik: studium
24.09.2015