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Medizin studieren

Zurück im Präp-Saal

Nachdem das zweite Semester vorbei war, dachte so manch einer: Schade, das war dann wohl mit dem Anatomie-Lernen an echten Leichen. Denn es macht schon einen riesigen Unterschied, ob man das alles bunt im Lehratlas oder grau in grau am echten Präparat zu sehen bekommt. Erst im Physikum würden wir wieder an Präparate herangelassen werden.
Allerdings bietet sich den meisten von uns dann doch noch eine Möglichkeit, an Leichen zu lernen: Da der Präparationskurs ja nicht nur von Professoren und Dozenten geleitet wurde, sondern auch von studentischen Hilfskräften, gibt es jedes Semester aufs Neue den einen oder anderen frei werdenden Arbeitsplatz. Und was soll ich sagen: Seit diesem Semester bin ich Tutor. Seitdem stehe ich „auf der anderen Seite“ und soll den Zweitsemestern etwas beibringen. Das ist einerseits richtig spannend, auf der anderen Seite aber auch ein bisschen beängstigend: Vor genau einem Jahr war ich noch genauso ahnungslos wie die diejenigen, die jetzt vor mir sitzen. Wirklich erfahren bin ich also nicht. Glücklicherweise gibt es unter uns Tutoren aber auch immer welche, die das schon mehrere Semester lang machen. Diese „alten Hasen“ arbeiten uns Neulinge wirklich vernünftig ein. Und mit der Zeit entwickle ich bestimmt das nötige Selbstvertrauen. In jedem Fall ist es eine hervorragende Möglichkeit, vor dem Physikum nochmal die Anatomie intensiv zu lernen und mein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  17.12.2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
17.12.2014

Medizin studieren

Alles neu?!

Irgendwann ist alles vorbei, auch die drei Monate Semesterferien. Aber sechs Tage Erholung pur bei meiner Familie rundeten meinen Sommer perfekt ab. Trotzdem holte mich die Realität schneller wieder ein als ich dachte.

Kaum war ich in Münster angekommen, galt es, die Post von drei Monaten abzuarbeiten und das kommende Semester vorzubereiten, schließlich sollte es erneut mit einer Klausur beginnen, in der der Stoff aus dem vorangegangenen Semester geprüft wird. Vor allem aber musste ich mich um mein Auto kümmern. Das muss schließlich im Winter irgendwo untergestellt werden und da ich bis dahin keinen Stellplatz hatte, musste ich einen aufzutreiben, der nicht gerade 100 Euro pro Monat kostet.

Zwar hatte ich viel zu tun, genoss es aber gleichzeitig auch, wieder zu Hause zu sein, obwohl ich mich ganz schön umgewöhnen musste. Auf einmal musste ich den Kühlschrank wieder selbst füllen. Das kostete mich am ersten Sonntag leider einen ziemlich leeren Magen. In Südamerika und Frankreich wird nicht so viel auf Ladenöffnungszeiten gegeben. Zumindest nicht in den Touristenregionen.

In meiner Abwesenheit hat meine Mitbewohnerin die WG außerdem etwas verändert und es gab mindestens ein Hochwasser, sodass ein paar Cafés komplett neu renoviert wurden, etliche Bäume dem Stadtbild abhandengekommen sind und Straßen teils aufgerissen wurden. Einerseits war mir alles also sehr vertraut, andererseits musste ich aber auch Vieles neu kennenlernen. Aber das machte mir nichts aus. Wäre ja auch langweilig, wenn alles immer beim Alten bliebe.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  27.11.2014
Autor: Johannes
Rubrik: studium
27.11.2014

Medizin studieren

Entspannung

Die 1.400 Kilometer lange Fahrt nach Hause war wie immer eher mittelmäßig spannend. Dieses Mal hatte ich keinen Mitfahrer, es war also noch langweiliger und leider auch teurer als sonst. Aber mit der Aussicht auf ein paar Tage mit meiner Familie, überwand ich die Distanz beinahe von selbst. Endlich hatte ich wieder ein eigenes Bett, regulierbare Duschen, vier Wände und eine Waschmaschine, Dinge die mir nach zweieinhalb Monaten wirklich gefehlt haben.

In den ersten Tagen in Nürnberg habe ich mich erst mal erholt (Surfen kostet einen ab und zu an der einen oder anderen Stelle doch mal etwas Haut), mich dann aber auf das kommende Wintersemester vorbereitet. Ich habe Termine in den Kalender eingetragen, To-do-Listen geschrieben, mich bei Kommilitonen gemeldet und so weiter. Lauter so Sachen, die beim Backpacken in Südamerika definitiv zu kurz gekommen sind. Besonders schön war, dass ich meine Großeltern getroffen habe. Ich habe ihnen Bilder gezeigt und fränkische Spezialitäten in mich hinein geschaufelt. So lange war ich schon seit fast zwei Jahren nicht mehr zu Hause und ich muss zugeben, dass ich es wirklich genossen habe.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  21.11.2014
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
21.11.2014