Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Medizin studieren

Skifahren

In den vergangenen Jahren war ich im nur noch wenige Tage in den Bergen zum Skifahren. Für eine Woche sind die Alpen einfach zu weit von Münster entfernt, wenn man kein eigenes Auto und nicht so viel Zeit hat.
In diesem Jahr war ich aber für einen ganzen Monat in Nürnberg, wo die Alpen nicht mehr ganz so weit entfernt sind. Ich nutzte die Chance: Mit meiner Familie und Bekannten ging es ab in eine Ferienwohnung, direkt an der Piste in einem schönen kleinen Ort im Zillertal. Nach den Temperatureinbrüchen Ende Februar war es zwar schon wieder ordentlich warm, aber dank des schneereichen Winters gab es noch genügend Schnee, sodass die Bedingungen Richtung Tal zwar weniger gut, weiter oben aber traumhaft waren. Noch dazu war wenig los, weshalb wir selten am Lift anstehen mussten.
Für mich bedeutete die Woche Erholung pur: nach vier Wochen Famulatur und vier aufeinander folgenden Nachtschichten nutzte ich diesen Urlaub, um wieder zu Atem zu kommen und Kraft für die restlichen „Ferien“ zu schöpfen: Nach längerer Pause muss ich mich in den verbleibenden drei Wochen endlich an meine Doktorarbeit setzen und diese weiter ausarbeiten. Schließlich neigt sich meine Zeit als „echter Student“ schon dem Ende entgegen: ab Dezember ist davon nicht mehr viel zu spüren, nach der Lernphase für Staatsexamen wird es direkt ins Praxisjahr und damit quasi in den Arbeitsalltag gehen. Davor sollte ich die Arbeit definitiv eingereicht haben.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  21.06.2018

Medizin studieren

Schlaflos durch die Nacht

Seit Anfang des Jahres habe ich einen neuen Nebenjob. Als studentischer Pflegehelfer unterstütze ich examinierte Pflegekräfte im Krankenhaus bei deren Nachtschichten – immer im gleichen Krankenhaus, immer auf der gleichen Station. Die Nachtschicht dauert von 20 Uhr bis 6.15 Uhr des folgenden Tages, zehn Stunden und 15 Minuten also. Schlafen ist dabei nicht erlaubt und abgesehen davon auch nicht möglich: Bei circa 40 Patienten findet sich immer jemand, der etwas von einem möchte. Ob das jetzt eine alte Frau ist, der man beim Toilettengang helfen muss, ein 40-Jähriger, der wegen seines schwer atmenden Zimmerkameraden nicht schlafen kann und eine Beruhigungstablette verlangt, oder eben der eben erwähnte Patient mit Luftnot – irgendwer hat immer was. Und so renne ich ab 20 Uhr quasi dauerhaft von Klingel zu Klingel, schenke Wasser in Schnabeltassen ein, wechsle die Windel eines Vollpflege-Patienten oder kümmere mich, soweit es meine Zeit zulässt, um eine weinende, angsterfüllte 90-Jährige. Und zwischendrin muss ich mich auch noch um Notfälle kümmern. Das kann zum Beispiel ein Patient sein, der sich über die Bettkante gerollt hat und jetzt auf dem Boden liegend um Hilfe schreit.
Doch ab und an ist es für zwei Stunden absolut ruhig. Die Patienten schlafen, der diensthabende Arzt auch, und ich kann mich dem Bereitstellen der Tabletten für die nächsten Tage, mit etwas Glück sogar einem Buch widmen.
Für mich ist diese Arbeit eine gute Gelegenheit, nicht nur Praktikums-, sondern auch Arbeitserfahrung im Krankenhaus zu sammeln, bevor es in den Arztberuf geht.

Medizin studieren

Umkrempeln - Teil 2

Seit drei Jahren arbeite ich neben meinem Studium zwei- bis viermal im Monat im Nachtbereitschaftsdienst einer Wohngemeinschaft für an Demenz Erkrankte. Die Herausforderung ist für mich mittlerweile allerdings eher, mich selbst auszuhalten und währenddessen 19 Leute zu betreuen. Denn jede Nachtschicht ist gleich.
Während meiner ganze Zeit hier haben sich die Anforderungen nicht geändert. Ich kann nun nichts Neues mehr lernen und mir fehlt es an vielem bei diesem Job, zum Beispiel an einem richtigen Team, in dem man sich gegenseitig motiviert, sich Feedback gibt, kritisieren und loben kann.
Vor ein paar Tagen war ich also bei meiner Chefin und habe nun gekündigt. Ich werde noch zehn Nachtschichten übernehmen, dann muss ich etwas Neues finden. Glücklicherweise gibt es für mich als Medizinstudenten in der Klinik viele Jobs, die gut bezahlt werden und mich persönlich voranbringen.
In den ersten Semestern fehlte mir zudem ein Projekt abseits der Uni, in dem ich richtig aufgehe und durch das ich etwas bewegen kann. Mittlerweile bin ich für diesen Zweck wieder bei den „Grünen“ eingestiegen. Ich bin dort Teil der Arbeitsgemeinschaft für Themen rund um Frieden und Europa und werde dort bald einen Vortrag halten. Parallel hierzu bin ich einem kleinen Verein beigetreten, der Freiwilligendienste, wie ich einen in Nepal geleistet habe, kritisch beurteilt und Verbesserungen erwirken möchte. Es geht um langfristige, nachhaltige und respektvolle Entwicklungszusammenarbeit, mit Aufklärungsseminaren für Interessierte an Schulen und Universitäten. Dort kann ich meinen Platz finden und meine Erfahrungen aus dem Ausland sinnvoll einsetzen.
Außerdem habe ich endlich wieder eine Band! Spontan hatte sich die Möglichkeit für einen Auftritt ergeben. Es wurden ein paar Musiker zusammengetrommelt und daraus ist nun ein Projekt erwachsen – da kommt Motivation und Enthusiasmus auf, die Musik hatte mir doch sehr gefehlt.