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Master live

Vorträge und Lampenfieber

Es ist eine Sache, mit einem selbstgeschriebenen Gedicht auf einer Poetry-Slam-Bühne zu stehen. Eine ganz andere Sache hingegen ist es, seine wissenschaftlichen Forschungsergebnisse in einen Vortrag einzuarbeiten, der dann auch für fachfremde Besucher verständlich sein soll.
Dementsprechend nervös waren die anderen Teilnehmer des Lehrforschungsmoduls und ich, als wir eine Woche vor dem eigentlichen Vortrag einen Probedurchlauf gemacht haben. Natürlich lief dabei nicht alles glatt. Ich persönlich fand es am schwierigsten, mich an mein ausformuliertes Skript zu halten und manche Sachverhalte nicht noch tiefgehender zu erläutern. Bei unserem strengen Zeitplan konnten wir uns das auch gar nicht leisten. Angesetzt waren als Zeitlimit fünf bis sieben Minuten – ich kam auf knapp neun.
Eine Woche später, am Tag des Vortrags, hatte ich mir mein Manuskript so oft angesehen, dass ich den Text fast auswendig konnte. Die Vorträge liefen bei allen reibungslos und viel besser als eine Woche zuvor. Ich wurde am Ende sogar von einer Zuhörerin gelobt, dass ich sehr frei gesprochen hatte. Auch inhaltlich zeigten einige Besucher deutliches Interesse an meinem Thema „Nachhaltigkeit im Studentenwohnheim“. Auf der „Bühne“ – im Endeffekt war es nur ein Pult am anderen Ende des Raumes – habe ich mich schließlich sehr wohl gefühlt, wobei es doch befremdlich ist, wenn auf einmal der eigene Professor vor einem sitzt – normalerweise hält dieser ja die Vorträge.
Nachdem jeder gesprochen hatte, luden wir die Besucher zu einem kleinen Emfang ein. Dieser fiel größer und länger aus als gedacht, worüber wir uns allerdings sehr freuten. Auch die Rückmeldung des Dozenten war positiv. Mit einem guten Gefühl und durchaus auch ein wenig stolz verließ ich an diesem Abend das Institut.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  17.07.2018

Master live

Qualitative Datenanalyse

Ich kann euch beruhigen: hier folgt jetzt keine trockene Anleitung zur Analyse von kulturanthropologischem Material. Das wäre wahrscheinlich nicht so interessant. Außerdem wüsste ich auch gar nicht, was ich dazu schreiben sollte.
Im Rahmen des Lehrforschungsmoduls sollen die Studierenden der Kulturanthropologie ein eigenes kleines Forschungsprojekt konzipieren und umsetzen. Dies ist als Vorbereitung für die Masterarbeit gedacht. Der Aufbau ist ähnlich, nur der Umfang ist kleiner. Jedenfalls sind wir inzwischen an dem Punkt angelangt, an dem wir alle Daten in Form von Interviews und Beobachtungsprotokollen erhoben haben. Bevor wir nun eine Hausarbeit dazu schreiben, muss jeder Teilnehmer einen kurzen Vortrag vor einem öffentlichen Publikum halten, um das Forschungsprojekt vorzustellen. Um jedoch überhaupt vorläufige Ergebnisse präsentieren zu können, muss man zuerst die erhobenen Daten analysieren. Als Grundlage dienen verschiedene Analyse-Programme. In meinem Fall hatte meine Dozentin uns Universitätslizenzen von MAXQDA zukommen lassen, die für einen begrenzten Zeitraum gültig sind. Das Programm ist leider ein wenig unübersichtlich, nach etwas Einarbeitungszeit hatte ich aber alle Dokumente in das System eingefügt. Momentan bin ich mit der eigentlichen Vorarbeit der Analyse beschäftigt: man generiert sogenannte Codes und kodiert damit seine erhobenen Daten. In dem folgenden Analyseschritt kann das Programm dann aufzeigen, wo welche Codes auftauchen und man gelangt (hoffentlich) zu Erkenntnissen. Wenn ich dann soweit bin, geht es an die Konzeption des Vortrags. Wünscht mir Glück!

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  29.06.2018

Master live

Den Kreislauf durchbrechen

Jedes Semester ist es dasselbe: Die ersten drei Wochen sind extrem entspannt, weil ein Großteil der Veranstaltungen noch nicht angefangen hat und man nur ab und zu da sein muss. Dann folgen Wochen, in denen alle Lehrveranstaltungen laufen und ich das eine oder andere Referat halten muss – der Stress hält sich aber noch in Grenzen. Dann kommt die Zeit, in der ich weiß, dass ich eigentlich lernen sollte, um am Ende des Semesters nicht unter Druck zu geraten. Aber es gibt so viel anderes und schöneres zu tun! Und dann stehen auf einmal die Prüfungen bevor und ich habe wahnsinnig viel zu tun.
Ich erlebe diesen Zyklus zum zehnten Mal und er nervt mich jedes Mal mehr. Gerade bin ich mal wieder in der Phase des schlechten Gewissens. Ich schaffe es nicht, für die Prüfungen zu lernen, fühle mich dabei aber mies. Das, was ich jetzt lerne, habe ich bestimmt in sechs Wochen wieder vergessen, doch unpraktischerweise liegen unsere Prüfungen so dicht hintereinander, dass ich fast den gesamten Stoff des Semesters auf einmal parat haben muss. Das geht nun mal nicht, wenn ich erst ein paar Tage vorher anfange, deshalb schreibe ich also unter hohem Zeitaufwand Zusammenfassungen, um vor den Prüfungen nicht in Stress zu geraten.
Wenn einen die Prüfungen schon eher nerven als stressen, ist es wohl an der Zeit, ein Auslandsjahr zu machen oder mit dem Studium fertig zu werden. Das nächste Semester wird das letzte sein, in dem ich Prüfungen schreibe. Danach stehen nur noch Praktika und die Masterarbeit an.
Das Gute an beidem: Ich bin nicht mehr an Leipzig gebunden. Versteht mich nicht falsch, mir gefällt es hier bestens. Aber ich brauche einen Tapetenwechsel. Deswegen werde ich im Frühjahr ein Praktikum im oberfränkischen Bad Staffelstein absolvieren, Landluft schnuppern und überlegen, ob für mich danach ein Praktikum oder das Schreiben der Masterarbeit in Italien infrage kämen.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  12.06.2018