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Master live

Die Freude am Lesen

Nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Prüfungen fuhr ich für zwei Wochen nach Hause. Dort las ich seit langem mal wieder ein Buch, das nichts mit der Universität beziehungsweise meinem Studienfach zu tun hat.
Während des Semesters muss ich sehr viel Fachliteratur lesen. Wie bei vielen Studierenden hat das auch bei mir den Effekt, dass ich privat weniger lese. Selbst ausgewachsene Leseratten, die man unter anderen Umständen nie von einem Buch trennen könnte, möchten in ihrer Freizeit plötzlich keine Bücher mehr zur Hand nehmen. Bei aller Liebe zu Literatur – mein Studium deckt meinen Lesebedarf vollkommen ab. Auch wenn ich die Fachtexte durchaus erkenntnisreich und nicht langweilig finde.
Trotz allem war es eine Wohltat, als ich bei meinen Eltern das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit einen historischen Roman zur Hand nahm und mich darin vertiefte. Das Eintauchen in die Geschichte gelang mir erstaunlich schnell und gut. Für mich keine Selbstverständlichkeit, da ich als Kulturanthropologin dazu neige, auch außerhalb des Studiums kulturelle Erscheinungsformen zu analysieren – wohl eine Berufskrankheit. Zum Glück gelingt es mir aber ganz gut, vom Studium abzuschalten. Nachdem ich das erste Buch ausgelesen hatte, packte ich mir sogleich mehrere für die Heimfahrt ein. Eines davon habe ich bereits bis zur Hälfte gelesen.

 

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  18.10.2018
Autor: Nele
Rubrik: studium
18.10.2018

Master live

Sportunfall im Urlaub

Wegen außerplanmäßiger Umstände, kann ich berichten, dass die Versorgung in finnischen Krankenhäusern sehr gut ist. Meiner Meinung nach sogar viel besser als in Deutschland. Aber selbstverständlich war ich nicht glücklich darüber, einen Teil meines Urlaubs im Krankenhaus verbringen zu müssen. Doch was war passiert?
Nach einigen schönen Tagen in Rovaniemi in Lappland, wo wir unter anderem das Weihnachtsmanndorf besuchten und am Strand lagen – Finnland hat wunderschöne Strände und glasklares Wasser –, ging es weiter nach Tornio. Dort verbrachten wir einen Tag im Freizeitpark unter anderem mit Trampolin springen und auf einer kleinen Kunstpiste Snowboard fahren. Dort geschah das Unglück: Ich verlor mein Gleichgewicht, fiel vom Snowboard und krachte ungebremst auf meine rechte Seite. Nachdem mich der Notarzt ins Krankenhaus brachte, wurde dort diagnostiziert, dass ich mir die rechte Schulter ausgerenkt hatte. Ich hatte sehr starke Schmerzen. Zum Glück war aber nichts gebrochen, sodass ich das Krankenhaus bald wieder verlassen konnte. Allerdings musste ich die nächsten drei Wochen eine Schlinge tragen.
Am nächsten Tag ging es weiter mit dem Zug. Meine Freundin stieg in Oulo aus, ich fuhr weiter im Nachtzug nach Helsinki zum Flughafen. Obwohl das Bett im Zug sehr bequem war, war es doch abenteuerlich, sich in einem wankelnden Zug mit nur einer Hand zurechtzufinden. Dazu muss ich sagen, dass ich Rechtshänderin bin, was die ganze Sache erschwerte. Schließlich kam ich jedoch wohlbehalten, wenn auch ein wenig müde, in Deutschland an.

Master live

Land der tausend Seen

Frühmorgens, als wir auf den Zug Richtung Rovaniemi warteten, war der Hauptbahnhof Helsinkis noch wie leergefegt. Und ich war aufgrund der frühen Stunde hundemüde. Es kam wie es kommen musste: der Zug hatte Verspätung und fiel dann sogar ganz aus. Zum Glück wurde von der finnischen Zuggesellschaft ein Ersatzzug bereitgestellt. Auf dem Weg durch die finnische Landschaft fielen mir die vielen Seen auf. Unwillkürlich fühlte ich mich an die Filmtrilogie „Der Herr der Ringe“ erinnert, obwohl die ja bekanntlich in Neuseeland gedreht wurde.
Als wir schließlich in Rovaniemi ankamen, waren wir müde, aber glücklich. Unsere Airbnb-Gastgeberin holte uns vom Bahnhof ab. Wie sich herausstellte lag unsere Unterkunft für die nächsten Tage – ein kleines gemütlich eingerichtetes Apartment – nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Besser geht es kaum!
An diesem Abend wurde mir bewusst, dass es um diese Jahreszeit in Finnland nie vollständig dunkel wird. Das machte sich dadurch bemerkbar, dass ich um Mitternacht hellwach war und am liebsten die Nacht durchgemacht hätte. Da wir am nächsten Tag früh ins Weihnachtsmanndorf, einige Kilometer außerhalb von Rovaniemi, aufbrechen wollten, war ich froh, doch noch einige Stunden schlafen zu können.
Das Dorf des Weihnachtsmannes liegt am nördlichen Polarkreis und ist durchaus einen Besuch wert. Es ist ein beliebtes finnisches Urlaubsziel, insbesondere für Kinder. Den Weihnachtsmann habe ich leider nicht gesehen, dafür gegen Aufpreis einige Rentiere gestreichelt – eine Erfahrung, die ich jedem nur empfehlen kann! Allerdings waren sie nicht besonders aktiv, da es ihnen zu warm war. So kam es schließlich auch zu einem denkwürdigen Foto von mir im Weihnachtsmanndorf vor einer riesengroßen Temperaturanzeige: 36 Grad am Polarkreis. Bei dem Gedanken, dass meine Familie und Freunde zuhause in Deutschland dachten, es sei um diese Zeit in Finnland angenehm kühl, musste ich schmunzeln.

 

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  12.09.2018
Autor: Nele
Rubrik: studium
12.09.2018