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Master live

Nichts mehr mit Hotel Mama

Die Entscheidung für das Studium in Bonn fiel sehr spontan. Es war die erste Zusage, die ich bekommen hatte, allerdings lag sie noch einen Monat unbeachtet in der Ecke herum, bis ich ihr wieder meine Aufmerksamkeit schenkte. Schnell nochmal gegoogelt, worum es bei dem Studiengang genau geht, dann fiel nach einer klitzekleinen Panikattacke, ob ich das überhaupt schaffe, auch schon die Entscheidung.
Die Wohnungssuche war der reinste Spießrutenlauf. Eine Bleibe zu finden, wenn man 200 Kilometer von der neuen Heimat entfernt lebt und sich wegen des Studiums sowie anderer Verpflichtungen vor Semesterbeginn auch nicht mal eben einen Woche frei nehmen kann, ist nicht einfach. Schließlich fand ich einen Platz in einem privaten Studentenwohnheim, von dem ich anfangs jedoch nicht besonders begeistert war. Es erinnerte mich sehr an eine Kaserne. Ich bezog ein zwölf Quadratmeter großes möbliertes Einzelzimmer mit Kühlschrank, Bett, Waschbecken, Schränke und Schreibtisch. Küche, Dusche und Toiletten muss ich mir nun mit etwa 15anderen Mädels teilen, die auf meiner Etage leben.
Die ersten Tage waren ungewohnt – insbesondere, weil man nach so einem Umzug erst einmal eine Weile braucht, um sich zu orientieren. Wo finde ich was? Wo ist die nächste Bank? Wo kann ich einkaufen? Wie komme ich zur Uni? Der ganz normale Wahnsinn halt. Und natürlich die alles entscheidende Frage: Wer lebt da denn sonst noch so? Nachdem ich einige Mitbewohnerinnen unterschiedlicher Nationalitäten und Studiengänge kennengelernt hatte, fühlte ich mich gleich viel wohler. Außerdem gibt es direkt hinter dem Wohnheim einen kleinen Stadtpark, der zum Joggen einlädt. Nach meiner ersten Sporteinheit entdeckte ich in der Nähe der Häuser ein Wildschwein, das erschrocken vor mir flüchtete. Da fühlt man sich doch direkt heimisch.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  23.11.2017
Autor: Nele
Rubrik: studium
23.11.2017

Master live

Die Hochs und Tiefs eines Studentenlebens

Viele sagen, die Pubertät sei die schwierigste Zeit im Leben eines Menschen, weil man vielerlei Veränderungen am eigenen Körper erfährt. Doch ich finde, dass die Phasen, die man während des Studiums durchlebt, mindestens ebenso nervenaufreibend sind. Besonders herausfordernd ist es, wenn man in eine eigene Wohnung zieht. Denn eine eigene Wohnung bedeutet nicht nur Freiheit, sondern in erster Linie auch viel Verantwortung. Wäsche waschen, kochen, einkaufen und ganz nebenbei wollen auch noch all die Rechnungen bezahlt werden, die Woche für Woche ins Haus flattern.
Der Haushalt allein ist aber nicht das einzige Problem. Was mich beispielsweise sehr viel mehr stresst, sind all die E-Mails, die beantwortet, und all die Formulare, die im Laufe des Studiums ausgefüllt und fristgerecht abgegeben werden müssen. Zusammen mit meinem Nebenjob als freie Redakteurin sammelt sich dabei an manchen Tagen so viel an, dass ich das Gefühl habe, ich könnte locker eine eigene Sekretärin damit beschäftigen.
Dazu kommen dann außerdem noch Sport, denn man will ja etwas für seine Gesundheit tun, und das Sozialleben, das sich bei mir aus WG-Abenden, Mensagängen, Theater- und Kinobesuchen zusammensetzt. Am Ende des Tages bin ich oft völlig gerädert weiß kaum noch, wo oben und unten ist. Eindeutig zu kurz kommt bei mir dabei auch genügend Schlaf. Wenn ich abends im Bett liege, kreisen meine Gedanken häufig um all die Dinge, die ich am nächsten Tag noch erledigen muss. Unausgeglichen und erschöpft schleppe mich von Termin zu Termin und sobald mir etwas gegen den Strich geht, breche ich in Tränen aus.
Das alles klingt ziemlich schlimm, aber das Gute ist: Ich bin damit nicht alleine. Denn während die Erstsemester in diesen Tagen immer noch relativ beschwingt und voller Motivation über den Campus strömen, treffen meine Freunde und ich uns im Café und sehen dabei aus wie der wandelnde Tod. Vielleicht klingt das paradox, aber es hilft mir, dass die anderen genauso im Stress ertrinken wie ich, denn so habe ich zumindest nicht das Gefühl, die einzige Verrückte hier zu sein. Und es kommen auch wieder bessere Tage. Zum Beispiel dann, wenn wir gemeinsam über den Weihnachtsmarkt schlendern oder kurz vor Weihnachten in großer Runde essen gehen. Es kann schließlich nur besser werden. Ganz bestimmt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  22.11.2017

Master live

Forscherin oder Therapeutin?

Vor gut drei Jahren startete ich mein Psychologiestudium. Ich hatte mich vor allem deshalb dafür entschieden, weil ich das Fach inhaltlich sehr interessant fand. Das erscheint logisch, doch tatsächlich ist das bei sehr anwendungsorientierten Studiengängen wie Medizin und Psychologie nicht immer so. Viele Studierende wählen diese Fächer wegen des Berufs, der zu dem Studium berechtigt. Ich selbst fand und finde psychologische Grundlagenforschung, wie allgemeine und kognitive Psychologie besonders spannend. Hier geht es um Themen wie Aufmerksamkeit, Emotionen, Wahrnehmung, Sprache und Denken. Klinische Psychologie dagegen reizte mich nicht. Da ich während des Bachelorstudiums in die Forschung gehen wollte, habe ich als studentische Hilfskraft am Max-Planck-Institut gearbeitet und dort eine recht umfangreiche Bachelorarbeit geschrieben.
In den vergangenen Wochen stellte ich meinen Plan allerdings infrage. Das kommt vor allem daher, dass wir jetzt im Master zwei wahnsinnig gute Dozentinnen in klinischer Psychologie haben. Die Professorin kann einen mit handfesten Fakten für das Fach begeistern und die Seminarleiterin punktet mit ihrem praktischen Wissen. Außerdem haben wir noch ein Modul namens „Gutachten“, in dem wir das erste Mal selbst ein Gutachten stellen werden, zum Beispiel zur Diagnose einer Lese-Rechtschreib-Schwäche, zu einer Sorgerechtsentscheidung oder im Bereich Forensik. Durch all diese Veranstaltungen mit starkem klinischen Praxisbezug habe ich Lust bekommen, später etwas Praktisches zu tun und Verantwortung zu tragen. Das tut man natürlich auch in der Forschung, aber man arbeitet irgendwie auf eine andere Art und Weise.
Weil ich mich nicht entscheiden kann und will, würde ich die beiden Bereiche gerne kombinieren - vielleicht Forschung im Bereich klinische Psychologie mit einem kognitionswissenschaftlichen Ansatz? Das Problem ist, dass man nach einem abgeschlossenen Psychologiestudium zwar Psychologin ist, aber nicht Therapeutin. Um sich als psychologische Therapeutin niederlassen zu dürfen, muss man eine drei- bis fünfjährige Therapieausbildung machen. Doch während dieser Zeit verdient man in der Regel nichts, man muss die Weiterbildung sogar selbst bezahlen. Wenn man als Therapeutin und in der Forschung tätig sein will, steckt man ein bisschen in einer finanziellen und zeitlichen Zwickmühle. Man kann zwar auch ohne die Therapieausbildung klinisch als Psychologin arbeiten, aber dann nur als angestellte Psychologin. Am Ende werde ich mich doch zwischen klinischer Tätigkeit und Forschung entscheiden müssen.

 

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  21.11.2017
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
21.11.2017