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Master live

Eine Umstellung

Manchmal braucht es im Leben nur einen kleine Ausrichtungsänderung und man sieht die Welt mit anderen Augen. Prädestiniert dafür sind Reisen oder ein Umzug. Wenn beides gerade nicht möglich ist, reicht es einstweilen auch die Wohnung komplett umzustellen. Und ich muss sagen, dass wir unsere Wohnung nun einmal völlig „auf den Kopf gestellt“ haben, macht sich enorm gut.
Auf einmal sieht alles so anders aus, ungeahnter Raum tut sich auf und irgendwie fühlt es sich ein bisschen wie eine neue Wohnung an. Ich ertappe mich dabei, die letzten Vorlesungsstunden des Semsters mehr auf Webseiten von Einrichtungshäusern zu verbringen als mit der Nase im Skript. So ist das nun mal, wenn man auf einmal voller neuer Ideen und Tatendrang ist und das nur, weil mein Schreibtisch eine Drehung um 90 Grad vollzogen hat. Mit Sicherheit ist der frische Wind jetzt auch in meiner Motivation für die Vorbereitung auf die letzten Klausuren spürbar – das wäre zumindest nützlich.
Eine weitere Umstellung ist für mich in diesem Semester, dass gut die Hälfte meiner Veranstaltungen auf Englisch gehalten wird. Zwei Referate auf Englisch habe ich schon hinter mir, wobei ich große Schwierigkeiten hatte. Zumindest waren die Kritiken recht vernichtend. Bislang waren mündliche Vorträge immer meine Stärke. Das scheint sich jetzt mit der Sprachumstellung radikal zu ändern.
Gerade lerne ich auf eine Klausur, die ich leider auch in Englisch schreiben muss: „Ecosystem Services“ beschäftigt sich mit dem ökonomischen Wert und der Vermarktung von Dienstleistungen aus der Natur. Nicht genug, dass die Wirtschaft für mich sowieso Neuland ist, noch dazu soll ich zu diesem Thema noch korrekt auf Englisch argumentieren. Ehrlich gesagt habe ich ganz schön Bammel davor. Aber Kneifen ist nicht, denn die nächste englische Prüfung, diesmal immerhin in bekannteren Gefilden der Biogeochemie, folgt keine Woche darauf.
Da fällt mir ein, dass dieses Jahr das 500-jährige Jubiläum der Reformation durch Martin Luther gefeiert wird. Vielleicht hilft mir der Gedanke ja: Soweit ich weiß, hat Martin die Bibel in wenigen Monaten vom Griechischen/Hebräischen ins Deutsche übersetzt. Diese „Verzweiflungstat“ im stillen Kämmerlein war ganz schön phänomenal. Ich denke zwar, dass meine Wortschöpfungen im Englischen nicht so phänomenal sein werden – aber vielleicht hilft mir das Vorbild des Mönchs aus Thüringen ja ein bisschen.

Autor: Mia  |  Rubrik: orientieren  |  16.02.2017
Autor: Mia
Rubrik: orientieren
16.02.2017

Master live

Drei Wochen Psychatrie

Im diesem Semester musste ich ein nichtpsychologisches Zusatzfach wählen. Ich habe mich für das Modul „Neurologie und Psychiatrie“ entschieden, das von der medizinischen Fakultät angeboten wurde. Es bestand aus einer Neurologie-Vorlesung, über die ich in einem späteren Blogbeitrag noch erzählen werde, und einer Blockvorlesung zu Psychiatrie. Die Blockvorlesung fand am Ende des Semesters für drei Wochen statt.
Die psychiatrischen Störungsbilder, die ich bisher nur aus psychologischer Sicht kannte, wurden dort aus der medizinischen Perspektive erklärt. Zum Beispiel haben wir über affektive Störungen (also Depressionen und manische Depressionen), Angst- und Zwangsstörungen, Schizophrenie und Suchterkrankungen gesprochen. Für uns Psychologiestudierende war vor allem die pharmakologische Behandlungspraxis sehr interessant, da dies im Psychologiestudium kaum vorkommt. Als Psychologin darf ich keine Psychopharmaka verschreiben. Dafür sind Psychiater zuständig, die Medizin studiert haben. Ich denke aber, dass es trotzdem wichtig ist, zumindest ungefähr Bescheid zu wissen, was wie wirkt, wenn man später mit Patientinnen und Patienten zu tun hat, die teilweise schon eine lange pharmakologische Behandlungsgeschichte hinter sich haben.
Das Spannendste zum Schluss: Zu jedem Thema wurde ein Patient oder eine Patientin aus einer psychiatrischen Station der Uni-Klinik eingeladen, um zum jeweiligen Störungsbild aus eigener Erfahrung zu erzählen. So konnte ich mir die alltäglichen, gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen der verschiedenen Störungen viel besser vorstellen. Zum Beispiel kam eine Patientin, die seit einer Operation am Gehirn an Zwangsstörungen leidet. Eine andere war sich sicher, durch Handystrahlungen verfolgt zu werden und verspürte Schmerzen, wann immer sie in die Nähe eines Handys kam. Im nächsten Beitrag möchte ich euch von einem ganz besonderen Patienten aus dieser Vorlesung berichten.

Autor: Franca  |  Rubrik: orientieren  |  14.02.2017
Autor: Franca
Rubrik: orientieren
14.02.2017

Master live

Von Inseln, Stränden und Lagunen

Für mich steht dieses Jahr unter dem Motto „Auf zu neuen Ufern“. Grund dafür ist die steigende Zahl an Ausflügen, Exkursionen und Reisen, die ich (für mich neu) auf Inseln und zu Küsten und Gewässern plane.
Angefangen hat es mit der großen botanischen Exkursion auf Teneriffa, für die ich einen Platz unter den Inselerkundern bekommen habe. Ich bin gespannt, was uns dort erwarten wird. Diese Reise ist für mich eine Belohnung, die mich hoffentlich das Semester hindurch motivieren kann. Und da es die letzte Exkursion eines klasse Dozenten ist, bei dem ich auch noch meine Bachelorarbeit schreiben werde, habe ich das Gefühl, es wird etwas ganz Besonderes.
Dennoch ist der Aufenthalt auf Teneriffa eine Uniexkursion und wird daher auch mit viel Schweiß und Arbeit verbunden sein. Also fehlt mir noch ein richtiger Urlaub. Da ich diesen Sommer hoffentlich mit der Datenerhebung für meine Masterarbeit eingespannt sein werde, fällt der Sommer für einen Strandurlaub flach. Übrig blieb nach dem Ausschlussverfahren nur noch der März und mein Mann und ich entschieden uns für Italien. Wir nutzten die Weihnachtsferien um unsere Reise nach Bella Italia zusammenzustellen. Wir freuen uns jetzt auf eine Woche Wanderurlaub an der Küste von Ligurien, gefolgt von drei Tagen in der Lagunenstadt Venedig, wo uns Wassertaxis zu weiteren neuen und schönen Ufern bringen werden.
Und weil ich wohl bald nicht mehr die Vorzüge des Studentendaseins nutzen kann, hab ich mich auch noch auf eine Exkursion zum Vogelparadies des Neusiedlersees beworben. Die ist im Mai, also in meiner Masterarbeitshochphase. Ich habe mich aber entschieden, mir diese Chance nicht entgehen zu lassen. Wer weiß, wann ich wieder eine Woche hauptsächlich dem Beobachten von Vögeln widmen kann und das auch noch für ein wenig Geld.
So eine Exkursion soll mich auch vorbereiten für Umweltgutachterarbeiten. Denn wenn alles so läuft, wie ich das gerade plane, werde ich den sicheren Hafen der Uni bald verlassen. Aber ehrlich gesagt, kann ich es oft kaum erwarten, endlich meine Segel zu hissen, um neue Ufer im Berufsleben anzusteuern.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  08.02.2017
Autor: Mia
Rubrik: studium
08.02.2017