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Master live

Nieder mit den Vorsätzen

Es ist doch immer dasselbe: Zum Beginn eines neuen Semesters nimmt man sich jedes Mal vor, in den Seminaren fleißig mitzuschreiben und alles ordentlich nachzuarbeiten. Das neue Semester ist gerade einmal ein paar Wochen alt, doch ich merke schon jetzt, wie ich meinen eigenen Anforderungen nicht gerecht werden kann. Ich habe das Gefühl, einige Professoren denken ernsthaft, ihr Kurs wäre der Einzige, den ich besuchen muss. Dabei sieht es vielmehr so aus: Anwesenheitspflicht hier, Essay abgeben da, irgendwo dazwischen noch hundert Seiten Theorie in den Kopf hämmern – und ach ja, ein Privatleben hat man ja eigentlich auch noch. Ohne die Wochenpläne, die ich mir seit dem Besuch eines Zeitmanagementvortrags beinahe wöchentlich neu anlege, wäre ich komplett aufgeschmissen. Oder wer soll mir sonst sagen, wann es mal wieder Zeit ist, bei all dem Unistress das Bad zu putzen oder den Wocheneinkauf zu erledigen? Ich habe sowieso viel zu wenig Zeit, da will ich schließlich nichts verplempern!

Aber manchmal hilft die beste Planung nichts. Obwohl ich weiß, dass noch ein Text auf mich wartete, hat sich mein Gehirn in eine Pause verabschiedet. Gerade geht gar nichts mehr. Für heute ist mein Limit einfach erreicht.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  02.05.2016
Autor: Noelle
Rubrik: studium
02.05.2016

Master live

Geld oder Nähe

Für jemanden wie mich, der es als normal empfindet, wenn abends um zehn die Straßenlaternen ausgehen, kann eine Großstadt wie München ein ziemlicher Kulturschock sein. Trotzdem habe ich mich ganz bewusst dazu entschieden, ein Praktikum in der Landeshauptstadt von Bayern zu absolvieren.

Warum ich mich ausgerechnet für diese Stadt entschieden habe? Das ist eigentlich ganz einfach: Natürlich geht es bei einem Praktikum immer darum, die Praxis eines Berufsbereichs kennenzulernen, aber am Ende ist es auch immer eine Frage des Geldes. Da mein Redaktionspraktikum nur acht Wochen dauert, stand für mich von Anfang an fest, dass ich mein WG-Zimmer in Göttingen behalten würde. Eine zweite teure Unterkunft kam da natürlich nicht infrage. Glücklicherweise wohnt meine Tante in München, sodass ich in der Zeit meines Praktikums bei ihr unterkommen konnte. Da München zudem als Medienhochburg gilt, hat sich das natürlich auch angeboten. Und es ist bestimmt nicht verkehrt, sich schon mal an das Leben in einer Großstadt zu gewöhnen.

Schließlich werde ich nach meinem Abschluss in Deutscher und Englischer Philologie am ehesten in einer großen Stadt wie München einen Job finden. Ich muss nämlich zugeben, dass es mir schwerfällt, mich in diesem hektischen Alltag zurechtzufinden. Morgens zur Bahn zu hetzen, nur um sich stehend zwischen unzählige Menschen zu quetschen: Ich kann mir wirklich Schöneres vorstellen. Meine Mutter sieht das alles immer ganz pragmatisch: Noch bist du jung, also raus in die Welt und Erfahrungen sammeln – am besten in Australien, England oder den USA. Und ich finde es auch schön, fremde Sprachen und Kulturen kennenzulernen. Aber das Schönste am Herumreisen ist doch am Ende immer wieder das Nachhausekommen. Mein Papa hingegen sagt immer: Geld ist nur bedrucktes Papier. Und irgendwie hat er damit auch Recht. Klar sollte es zum Leben reichen, aber es schenkt einem weder einen tollen Freundeskreis noch Spaß an der Arbeit. Ich sehe es vermutlich eher wie mein Papa und stelle die Nähe zu meiner Heimat über das hohe Gehalt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  08.04.2016
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
08.04.2016

Master live

Praktikum in München

In meinem Praktikum begebe ich mich in die Welt der Reichen und Schönen Münchens. Moderatoren, Schauspieler und Businesspeople – sie alle stehen auf feines Essen und teure Handtaschen. Und mittendrin ich, das Mädchen, das keine Ahnung von der Schickeria der Isar-Metropole hat.

Mein Praktikum in der Redaktion eines Hochglanzmagazins hat mir vom ersten Tag an Spaß gemacht. Ich schreibe kleine Artikel für die Homepage und gehe mit den Society-Experten zu Interviews, die mal in einem urigen Wirtshaus, mal in einem feinen Restaurant stattfinden. Wichtige Fragen sind dann immer die nach dem Gewicht oder nach dem Sternzeichen. Was ich während meines Praktikums erleben darf, ist ein wichtiger Schritt, für mein späteres Berufsleben. Wie bereitet man sich auf ein Interview vor? Wie geht man mit den Promis um? Was darf man schreiben und was nicht?

Da die Redaktion des Magazins ziemlich klein ist, bekomme sogar ich als Praktikantin Aufgaben zugeteilt, die für die Erstellung des fertigen Hefts wichtig sind. Das gibt mir das Gefühl, ein wichtiges Mitglied des Teams zu sein. Obwohl mir die Interviews mit all den verschiedenen Menschen und Geschichten sehr viel Spaß machen, mag ich die Arbeit in der Redaktion aber immer noch am liebsten. Hier sitze ich an meinem Computer und kann aus den Infos, die mir gegeben werden, einen knackigen Text basteln, der dann von allen gelesen wird. Mit meinem Namen drüber, versteht sich. Aber am schönsten ist, dass hier im Büro alle freundlich sind. Hier gibt es keine Allüren und keine Fragen zu Sternzeichen und Gewicht.

Autor: Noelle  |  Rubrik: studium  |  08.03.2016
Autor: Noelle
Rubrik: studium
08.03.2016