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Master live

Den Kreislauf durchbrechen

Jedes Semester ist es dasselbe: Die ersten drei Wochen sind extrem entspannt, weil ein Großteil der Veranstaltungen noch nicht angefangen hat und man nur ab und zu da sein muss. Dann folgen Wochen, in denen alle Lehrveranstaltungen laufen und ich das eine oder andere Referat halten muss – der Stress hält sich aber noch in Grenzen. Dann kommt die Zeit, in der ich weiß, dass ich eigentlich lernen sollte, um am Ende des Semesters nicht unter Druck zu geraten. Aber es gibt so viel anderes und schöneres zu tun! Und dann stehen auf einmal die Prüfungen bevor und ich habe wahnsinnig viel zu tun.
Ich erlebe diesen Zyklus zum zehnten Mal und er nervt mich jedes Mal mehr. Gerade bin ich mal wieder in der Phase des schlechten Gewissens. Ich schaffe es nicht, für die Prüfungen zu lernen, fühle mich dabei aber mies. Das, was ich jetzt lerne, habe ich bestimmt in sechs Wochen wieder vergessen, doch unpraktischerweise liegen unsere Prüfungen so dicht hintereinander, dass ich fast den gesamten Stoff des Semesters auf einmal parat haben muss. Das geht nun mal nicht, wenn ich erst ein paar Tage vorher anfange, deshalb schreibe ich also unter hohem Zeitaufwand Zusammenfassungen, um vor den Prüfungen nicht in Stress zu geraten.
Wenn einen die Prüfungen schon eher nerven als stressen, ist es wohl an der Zeit, ein Auslandsjahr zu machen oder mit dem Studium fertig zu werden. Das nächste Semester wird das letzte sein, in dem ich Prüfungen schreibe. Danach stehen nur noch Praktika und die Masterarbeit an.
Das Gute an beidem: Ich bin nicht mehr an Leipzig gebunden. Versteht mich nicht falsch, mir gefällt es hier bestens. Aber ich brauche einen Tapetenwechsel. Deswegen werde ich im Frühjahr ein Praktikum im oberfränkischen Bad Staffelstein absolvieren, Landluft schnuppern und überlegen, ob für mich danach ein Praktikum oder das Schreiben der Masterarbeit in Italien infrage kämen.

Autor: Maja  |  Rubrik: studium  |  12.06.2018

Master live

Ab auf die Bühne!

Beim Zumba kam ich neulich mit einer Studentin ins Gespräch: Nachdem sich herausstellte, dass wir beide Lyrik, Prosa und Ähnliches verfassen, habe ich ihr einige meiner Gedichte und Kurzgeschichten geschickt. Sie war begeistert und machte mich auf die LiterArena der Fachschaft Germanistik, Komparatistik und Skandinavistik in Bonn aufmerksam.
Dabei handelt es sich um eine Art Poetry-Slam, wobei man freier in seiner Auswahl und Vortragsweise ist. Es dürfen beispielsweise auch Lieder und Kurzgeschichten vorgestellt werden. Zudem findet das ganze außer Konkurrenz statt und ist dementsprechend auch für Anfänger sehr gut geeignet – und damit auch für mich!
In einem Anflug von Aktionismus schrieb ich die Fachschaft per E-Mail an und siehe da: Die nächste LiterArena fand in knapp zwei Wochen statt. Nach einigen Absprachen suchte ich ein Gedicht und eine Kurzgeschichte heraus und sagte kurzerhand zu, bekam dann aber doch etwas Lampenfieber.
Als ich dann am Tag der Veranstaltung das Theater betrat, wurde es noch schlimmer: Ein Saal mit Platz für hundert Menschen, eine mittelgroße Bühne, ein Mikrofon und grelle Scheinwerfer – wo hatte ich mich da bloß reingeritten? Die Aufführung an sich verlief dann jedoch sehr gut. Ich fühlte mich auf der Bühne offenbar und habe das wohl auch ausgestrahlt. Außerdem bekam ich die Rückmeldung, dass meine Texte poetisch und schön seien. Das hört man natürlich immer gern!
Als meine Zeit auf der Bühne vorbei war, wäre ich am liebsten sofort wieder rauf gegangen, um ein weiteres Werk von mir vorzutragen. Da wurde mir klar: Es war bestimmt nicht das letzte Mal …

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  07.06.2018
Autor: Nele
Rubrik: studium
07.06.2018

Master live

Das also ist Kulturanthropologie!

In einer Seminarsitzung am Anfang des Semesters hatte ich einen Aha-Moment: Endlich weiß ich etwas konkreter, was ein Kulturanthropologe macht. Das ist zugegebenermaßen sehr hilfreich bei Nachfragen von Laien, denn obwohl alle bei der Erwähnung von „Volkskunde“ wissend nicken, stellt sich meist heraus, dass keiner einen blassen Schimmer hat, was ich als angehende Kulturanthropologin so mache. Witzigerweise kam die bisher hilfreichste Definition nicht in einem Seminar bei den Kulturanthropolog_innen auf, sondern bei den Südostasienwissenschaftler_innen. Gendern ist in der Kulturanthropologie übrigens ein wichtiges Thema, wie man an meinem veränderten Schreibstil sehen kann.
Im Wahlbereich kann ich Kurse aus anderen Fächern belegen. Dieses Semester habe ich mich unter anderem für einige aus den Südostasienwissenschaften entschieden. Bei der Vorstellungsrunde sollte eine Kommilitonin erklären, was Kulturanthropologie ist und der Professor hat ihre Definition noch ergänzt: Kulturanthropologie an der Uni Bonn befasst sich demnach als Volkskunde mit allen Aspekten regionaler deutscher Kultur. Dabei geht es sehr ins Detail, denn kein Kulturanthropologe würde von „der“ deutschen Kultur sprechen. Abzugrenzen ist sie von diversen Fachrichtungen der Völkerkunde, die sich zum Beispiel mit außerdeutschen oder außereuropäischen Phänomenen beschäftigt. Andernorts wird Kulturanthropologie auch europäische Ethnologie genannt. Wie man bereits an dieser Definition merkt: Die Abgrenzungen sind nicht immer kantenscharf und variieren von Hochschule zu Hochschule. Aber bis jetzt ist es die präziseste Erklärung, die ich finden konnte.
Die Abgrenzungen zwischen einzelnen Regionen verschwimmt in Zeiten der Globalisierung, Migration und des Internets allerdings immer mehr. Daher finde ich es gut, auch in andere ethnologische Fächer reinschnuppern zu dürfen. Dabei habe ich bemerkt, dass es zwar jeweils eine eigene Fachhistorie gibt, sich die Arbeitsmethoden jedoch mitunter sehr ähneln.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  29.05.2018
Autor: Nele
Rubrik: studium
29.05.2018