Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Was tun nach dem Abi?

Selbstwertgefühl

Heute lag eine neue Mail in meinem Postfach. Sie war von hochschulstart.de und enthielt die Info, dass ein neuer Bescheid zu meinem Zulassungsantrag für den Studiengang Medizin in meinem Nutzerkonto bereitliegt.

Ich klickte sofort auf den beigefügten Link, um nachzuschauen, gab anschließend meine Daten ein und – zögerte. Es war nur noch die Enter-Taste, die mich von der Gewissheit trennte. Sie wirkte aber wie eine unüberwindbare Hürde. An sich war es mir gleich, ob ich in diesem Jahr angenommen werden würde oder nicht, da ich sowieso mein FSJ antrete. Doch sehnte ich mich nach Anerkennung. Ich würde es als Erfolg werten, wenn ich nun eine Zusage bekäme, und als tiefe Niederlage, wenn dies nicht der Fall wäre

Es lagen sogar zwei Bescheide vor. Der erste gab aus, dass ich weder an der Universität Oldenburg noch an der Universität Heidelberg angenommen worden bin. Aber ... da fehlte doch eine Universität? Für Marburg stand eine Zusage auf dem zweiten Bescheid. Ich studierte das Schreiben mit gemischten Gefühlen. Einerseits freute ich mich darüber, dass ich überhaupt irgendwo angenommen wurde. Andererseits war ich aber auch enttäuscht, dass Oldenburg mich ablehnte.

Auf dem Bescheid stand, ich solle nichts unternehmen, wenn ich einen Dienst wie das FSJ antrete. Die Zulassung entfalle automatisch, ich solle sie aber aufbewahren, da ich dann im nächsten Jahr Anspruch auf eine erneute Zulassung hätte. Das sind doch gute Aussichten. Ich werde definitiv 2015 Medizin studieren können!

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  14.10.2014
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
14.10.2014

Was tun nach dem Abi?

Was andere so treiben

Um Jura zu studieren, zieht ein alter Freund nach Osnabrück. Es sei alles aufregend und spannend, doch auch so stressig und neu, sagt er. Er wisse nicht, wo ihm momentan der Kopf stehe. Irgendwie wolle er doch hier bleiben.

Ich kann ihn verstehen. Ich wünschte auch, dass alles wieder so ist, wie es in der Schulzeit war. Ob es anderen wohl auch so geht? Ich nehme es mal an. Einigen meiner Freund sicherlich. Man war zwölf Jahre lang Schüler, hat mit manchen acht Jahre am Stück die Schulbank gedrückt. Nun ist das alles mit einem Schlag vorbei. Viele meiner ehemaligen Mitschüler habe ich seit dem Abiball nicht mehr gesehen.

Auch meine Freundin muss aufgrund ihrer Ausbildung zur operationstechnischen Assistentin teilweise in Osnabrück wohnen. Sie kommt bei einem gemeinsamen Freund unter, der dort ebenfalls eine Ausbildung macht. Er wird Fahrdienstleiter bei der Deutschen Bahn. Ein weiterer Freund geht nach Butjadingen, ein Ort hier in der Region, und macht dort ein FSJ in einer Einrichtung für Behinderte. Eine Freundin geht nach Magdeburg, um dort ein Studium aufzunehmen.

Und dann gibt es noch die, die richtig weit weggehen: Ein Freund möchte für zwei Monate nach Tansania. Ein alter Kumpel geht in die USA. Er hat ein Sportstipendium bekommen, weil er unglaublich gut Tennis spielt. Bekannte von mir reisen um die Welt, sind gerade in Kanada, Neuseeland oder Australien.

Aber es gibt auch die anderen. die erst mal hier bleiben. Ein Freund macht eine Ausbildung zum Betonmischmaschinenführer. Ein weiterer zum Mechatroniker. Mein Nachbar macht ein FSJ im örtlichen Kindergarten, mein alter Kindergartenfreund eines in einer Förderschule. Ein Bekannter, den ich kürzlich im Zug wiedergetroffen habe, hat ein FSJ bei der AWO aufgenommen und kümmert sich dort um Jugendliche.

Schlussendlich ist es egal, wer wo landet. Es macht keinen Unterschied, ob ich drei Minuten mit dem Fahrrad zu jemandem brauche oder vier Stunden mit dem Flugzeug. Die Schule ist weg und mit ihr das tägliche Wiedersehen. Es ist wohl das Ende vieler Freund- und Bekanntschaften, denn mit allen werde ich den Kontakt nicht halten können, auch wenn ich es mir vornehme.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  08.10.2014
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
08.10.2014

Was tun nach dem Abi?

Blick nach vorn

Es ist wie immer, wenn wir mit der Schülerfirma „Brainstorm“ eine Zukunftswerkstatt machen, für die wir in den Park gehen, um über Fehler des alten Geschäftsjahres zu sprechen, Lösungen zu suchen und das neue Geschäftsjahr zu planen. Wir diskutieren, lassen unsere Ideen sprudeln, reden über die Umsetzung, kritisieren, loben, haben Spaß. Ich fühle mich, als sei ich in eine alte Zeit zurückversetzt. Und das ist der springende Punkt. Es erscheint alles so vertraut, es ist, als sei alles wie immer. Und doch ist es ganz anders.

Ich schaue auf, vor mir sitzt ein Freund, mit dem ich Abitur gemacht habe. Ob er sich genauso fühlt? Der Rest der Anwesenden ist deutlich jünger. Sie haben noch ein langes Schulleben vor sich. Für sie ist das alles hier ganz normal. Erst jetzt begreife ich, dass ich nicht mehr wirklich dazu gehöre. Das neue Schuljahr hat angefangen und niemand vermisst mich. Ich bin raus. Mir wird bewusst, was ich mit dem Abitur alles zum letzten Mal erlebt habe. Ich wünsche mich dahin zurück. Zurück in die Zeit, in der ich noch unbeschwert durchs Leben rannte, mit meinen Freunden auf dem Schulhof tobte, jede Pause Fußball spielte, lachte, Spaß an allem hatte, den Lehrern Streiche spielte, den ersten Kuss bekam, mich das erste Mal verliebte, mich stritt, jeden Tag neue Dinge lernte und entdeckte. Um das alles liegt in meinen Gedanken ein goldener Schleier, nach dem Motto „Früher war alles besser“.

Dann kommt die Erkenntnis. Ich sollte das Hier und Jetzt genießen und freudig in die Zukunft zu schauen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  06.10.2014
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
06.10.2014