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Was tun nach dem Abi?

Blick nach vorn

Es ist wie immer, wenn wir mit der Schülerfirma „Brainstorm“ eine Zukunftswerkstatt machen, für die wir in den Park gehen, um über Fehler des alten Geschäftsjahres zu sprechen, Lösungen zu suchen und das neue Geschäftsjahr zu planen. Wir diskutieren, lassen unsere Ideen sprudeln, reden über die Umsetzung, kritisieren, loben, haben Spaß. Ich fühle mich, als sei ich in eine alte Zeit zurückversetzt. Und das ist der springende Punkt. Es erscheint alles so vertraut, es ist, als sei alles wie immer. Und doch ist es ganz anders.

Ich schaue auf, vor mir sitzt ein Freund, mit dem ich Abitur gemacht habe. Ob er sich genauso fühlt? Der Rest der Anwesenden ist deutlich jünger. Sie haben noch ein langes Schulleben vor sich. Für sie ist das alles hier ganz normal. Erst jetzt begreife ich, dass ich nicht mehr wirklich dazu gehöre. Das neue Schuljahr hat angefangen und niemand vermisst mich. Ich bin raus. Mir wird bewusst, was ich mit dem Abitur alles zum letzten Mal erlebt habe. Ich wünsche mich dahin zurück. Zurück in die Zeit, in der ich noch unbeschwert durchs Leben rannte, mit meinen Freunden auf dem Schulhof tobte, jede Pause Fußball spielte, lachte, Spaß an allem hatte, den Lehrern Streiche spielte, den ersten Kuss bekam, mich das erste Mal verliebte, mich stritt, jeden Tag neue Dinge lernte und entdeckte. Um das alles liegt in meinen Gedanken ein goldener Schleier, nach dem Motto „Früher war alles besser“.

Dann kommt die Erkenntnis. Ich sollte das Hier und Jetzt genießen und freudig in die Zukunft zu schauen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  06.10.2014
Autor: Thilo
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06.10.2014

Was tun nach dem Abi?

Einfach mal folgen

Ich, das Anhängsel. Celine nannte mich so, als ich in dem Krankenhaus, in dem ich Anfang Oktober mein FSJ beginnen werde, hospitierte, um schon ein bisschen was zu sehen und nicht ganz ahnungslos anzufangen. So war ich ständiger Schatten der Personen, denen ich aufgetragen wurde. Wirklich was machen konnte ich ja noch nicht. Ich wusste ja nichts. Also wirklich gar nichts. Unbeholfener umherlaufen kann man gar nicht.

So wurde mir viel gezeigt und viel erklärt. Ab und zu durfte ich auch mal einen Rollstuhl hin- und herschieben, ein Bett war auch dabei. Und ich durfte eine Frau mit auf die Toilette begleiten. Erfahrungen, die man machen muss und die später aus mir auch einen guten Arzt machen sollen.

Merkwürdig war das Ganze aber schon irgendwie. Erstens, weil das alles neu für mich war. Als ich morgens aufstand, wurde mir mulmig vor Aufregung. Was würde mich erwarten? Tue ich das Richtige? Doch sobald ich im Krankenhaus stand, wich dieses Gefühl der Angst einem Schwall von Glückshormonen. Es fühlte sich alles super an.

Zweitens, weil ich ein Nachzügler bin. Einige FSJler sind bereits seit Anfang August dort, die anderen seit dem 1. September. Als sie das erfuhren, fragten sie mich natürlich aus: Warum bist du denn so spät dran? Was hast du denn eigentlich vor und überhaupt? Ich habe alle erklärt und hier un da ein bisschen beschönigt und bald haben sie das Interesse verloren.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  01.10.2014
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
01.10.2014

Was tun nach dem Abi?

Warten.

Das ist das, was ich tue.

„Warten, worauf?“, fragt mich eine herrenlose Stimme. Ich blicke auf. Ich weiß es nicht.

Beim Umschauen fällt mir nur der graue Raum auf, der mich umgibt. Und die Leuchttafel mit der gelben Schrift. Auf ihr ist angegeben, wann der nächste Bus kommen soll. Sie zeigt seit Stunden dieselbe Zeit an.

Ich sehe mein Ticket an. Ich kaufte es am Automaten und muss es nur noch im Bus abstempeln, dann ist es gültig. Doch der kommt nicht. Sie sagten, es sei so einfach. Ich solle einfach ein Ticket kaufen, dann ginge es wie von selbst, teilte man mir mit. Und nun sitze ich hier und warte.

Es ist unfassbar still. Nichts bewegt sich. Ich will nicht auffallen, aber trotzdem weiterkommen. Der Bus wird kommen, aber soll ich wirklich einsteigen? Ich stehe auf. Ich muss einen anderen Weg finden. Doch da verschwindet die Bushaltestelle. Ich drehe mich um und sehe auch hinter mir nur das öde Grau, das unendlich scheint. Orientierungslos und verloren stehe ich an dem Platz, an dem ich eben wenigstens noch einen Stuhl hatte. Der ist jetzt weg. Ich wage einen Schritt. Es kann doch nicht schaden. Ich setze den rechten Fuß vor den Linken. Es fühlt sich falsch an. Ich probiere die andere Richtung. Auch das ist falsch. Ich versuche jede mögliche Richtung, mache mal große, mal kleine Schritte, springe mal dabei oder gehe in die Hocke. Auch Krabbeln hilft nicht. Es gibt kein „richtig“. Niemand sagt mir, was richtig ist.

Ich warte weiter. Noch ein bisschen. Und da! Plötzlich sehe ich etwas. Es kommt auf mich zu, ausgestattet mit zwei Lichtern. Es rast. Es ist der Bus. Doch ist er nicht die Rettung. Als der Busfahrer mich nach der Fahrkarte fragt, händige ich sie ihm aus. Ich verharre. Mit einem kurzen Blick auf das Ticket bedeute ich ihm, dass er es behalten kann. Ich fahre nicht mit.

Ich warte noch ein bisschen.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  25.09.2014
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
25.09.2014