Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Zwischen Schule & Beruf

Was tun?

Wer ich bin? Ich bin Thilo, 18 Jahre alt, habe in diesem Jahr mein Abitur gemacht und strebe nun ein Medizinstudium an der Carl Ossietzky Universität Oldenburg an. Während ich hier schreibe, vergeht die Zeit, die ich noch warten muss, bis die Bestätigung dafür endlich kommt. Wenn es denn eine Bestätigung ist. Aber ich bin besser mal zuversichtlich, sonst werde ich noch verrückt.

18 Jahre alt und direkt studieren? Ist das nicht ein bisschen langweilig, Thilo? Ja und nein. Ich denke, dass man bei einem Auslandsjahr oder freiwilligem sozialen Jahr tolle Erfahrungen macht, die sehr geschätzt werden. Doch sehe ich die zwölf Semester Studium, die ich vor mir habe, und die darauf folgenden drei Jahre als Assistenzarzt. Darum möchte ich so früh wie möglich beginnen, um nicht erst mit 30 fertig zu sein. Auch habe ich so die Möglichkeit, nach dem Studium ins Ausland zu gehen, um an humanitären Projekten teilzunehmen. Dort kann ich maßgeblich etwas dazu beitragen, da ich dann einfach eine gute Ausbildung habe, die mir hilft, anderen Menschen zu helfen.

Gut. Aber warum denn überhaupt Medizin? Damit verdient man ganz gut, richtig? Wenn es mir darum ginge, Geld zu verdienen, könne ich auch BWL studieren, in die Wirtschaft gehen und nur für die Karriere arbeiten. Dann hätte ich viel Geld und müsste mich keiner psychischen Belastung aussetzen. Aber um das gute Gehalt geht es mir nicht. Wenn ich ehrlich bin, kommt meine Motivation, Arzt zu werden, daher, dass ich während der achten und neunten Klasse sehr viel „Scrubs – die Anfänger“ und „Dr. House“ geguckt habe. Ja, ich weiß, Serien bilden in keiner Weise die Realität ab. Und doch haben sie mich fasziniert. Ich finde die Arbeit mit den und am Patienten spannend, finde wunderbar, wie man als Team selbst die schwierigsten Fälle löst, und wie die Medizin nie aufhört, sich weiterzuentwickeln. Momentan übe ich ein Ehrenamt beim Kinder- und Jugendhospiz in Oldenburg aus, in dem es darum geht, Jugendliche und junge Erwachsene durch Trauerphasen hindurch zu begleiten. Dieses Ehrenamt hat mich nochmal darin bestärkt, Arzt werden zu wollen.

Warum eigentlich Oldenburg? Ich möchte in Oldenburg studieren, weil es quasi um die Ecke ist und ich dann noch eine Zeit lang bei meinen Eltern wohnen bleiben kann, um so den ersten Umbruch meines Lebens nicht zu groß werden zu lassen (Langweiler!). Außerdem finde ich, dass der Studiengang wirklich modern ist, und mich reizt es, für ein Jahr nach Groningen zu gehen, um dort auf Englisch zu studieren und auch noch Niederländisch zu lernen.

Und was machst du sonst so? Seit elf Jahren spiele ich Fußball beim örtlichen Verein, fünf Jahre lang hatte ich Gitarrenunterricht. Zeitweise habe ich sogar in einer Band gespielt, mit der ich den einen oder anderen Auftritt hatte. Sonst ist es das klassische Leben eines Abiturienten, denke ich. Ich habe so viel Freizeit, dass ich nicht weiß, wohin damit. Jeden Tag ist Samstag. Mein Zeitgefühl ist mir völlig abhandengekommen. Dieses Leben in der Luft habe ich auch langsam satt und bin deshalb händeringend auf der Suche nach einem Nebenjob. Mal sehen, wo die Suche schließlich endet. Zur Auswahl stehen ein Pizzalieferdienst, eine Spielothek, ein Restaurant und ein Supermarkt. Ich berichte dann.

Warte, du möchtest Medizin studieren? Das bedeutet ja auch, dass dein Abitur gar nicht so schlecht gewesen sein kann. Bist du so einer, der die ganze Zeit nur lernt und sich für nichts einbringt? Nicht ganz. Während meiner Schulzeit gab es einiges, wofür ich mich engagiert habe. Ich war fünf Jahre lang Mitarbeiter in einer Schülerfirma namens „Brainstorm“, die sich selbst als Marketing-Firma betitelt und jedes Jahr das Jahrbuch der Schule herausbringt. Parallel dazu wurde ich gegen Ende der zehnten Klasse zum Schülersprecher gewählt. In der zwölften Klasse habe ich das Amt dann niedergelegt, um mich voll auf das Abitur zu konzentrieren (Ha! Also doch so einer!). Tja, Pustekuchen. In einem Abiturjahrgang gibt es deutlich mehr zu tun, als man sich vorstellen kann. Organisiert werden mussten Partys, die Abizeitung, der Abigag, die Mottowoche, der Abiball, die Entlassungsfeier und das Finanzkomitee. Ich stand mir selbst im Weg. Ich hätte wohl zu allem „Ja“ gesagt, wenn ich um Hilfe gebeten worden wäre. Glücklicherweise landete ich „nur“ in den Komitees für die Abizeitung, die Finanzen und den Abigag. Arbeit genug war dies trotzdem. Jammerlappen. Ich weiß.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  16.09.2014
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
16.09.2014

Was tun nach dem Abi?

Das Studium rückt näher

So langsam merke ich, dass es bis zum Beginn des Wintersemesters nicht mehr lang hin ist. Die Studiengebühren habe ich bereits bezahlt, der virtuelle Einführungskurs ist auch schon online freigeschaltet worden. Dabei muss ich allerdings zugeben, dass ich den Kurs nur überflogen habe. Für eine detailliertere Lektüre war ich zu beschäftigt. Demnächst finden deutschlandweit zusätzlich „reale“ Einführungsveranstaltungen in den Studienzentren der Fernuniversität statt. Dort werden alle wichtigen Themen des Fernstudiums noch einmal persönlich besprochen, man kann sich sein lokales Studienzentrum anschauen, das quasi als Ansprechpartner vor Ort fungiert. Außerdem lassen sich dort sicherlich vielleicht auch ein paar soziale Kontakte zu anderen Studenten knüpfen.

Ob ich aufgeregt bin? Nicht wirklich. Komischerweise. Zumindest nicht, was die Studieninhalte angeht. Nervöser bin ich wegen der persönlichen Einführungsveranstaltung, wegen all der unbekannten Leute. Aber es wird bestimmt nur halb so schlimm und wahrscheinlich richtig witzig. Immer positiv denken! Zu einem Punkt muss ich mir jedoch dringend etwas einfallen lassen: Zeitmanagement. Ich merke jetzt schon, dass ich dazu neige, ellenlange To-do-Listen zu schreiben, diese dann zu verlegen, wieder neue anzufangen und so weiter und so fort. Worin das endet, könnt ihr euch sicherlich bestens vorstellen: in einem riesen Chaos. Meine Mutter hat sich neulich erst wieder darüber gewundert, dass ich mein Leben überhaupt halbwegs auf die Reihe bekomme (zu meiner Verteidigung sollte ich aber anmerken, dass ich wirklich nicht so unordentlich bin, wie sich das jetzt vielleicht anhört). Momentan kümmere ich mich um einen Praktikumsplatz für nächstes Jahr, denn auch Studierende an einer Fernuniversität müssen Praktika absolvieren. Hoffentlich verbessern sich meine organisatorischen Fähigkeiten bis Anfang Oktober noch.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  09.09.2014
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
09.09.2014

Was tun nach dem Abi?

Fernbeziehung und ihre Tücken

Ich hatte die Wahl: Fernbeziehung und Freund oder keine Beziehung. Dauerhaft zu ihm zu ziehen, kommt für mich momentan nämlich nicht infrage. Die Gegend gefällt mir hier um einiges besser, ebenso der Baustil. Meine Familie lebt hier. Meine Freunde sind eh auf der ganzen Welt verstreut. Vor allem mit meinen Eltern verstehe ich mich prächtig. Meine Güte, klingt das kindisch: Ich will nicht wegziehen, weil ich Mama und Papa vermissen würde. Kitschig oder nicht, es ist die Wahrheit. Ich hänge an meinen Eltern. Nicht, dass ihr da was falsch versteht: Ich komme mir in der Beziehung nicht mehr wie das Kind vor; wir sind ein Team. Freunde. Vielleicht sind sie sogar die besten Freunde, die ich je hatte. Wie sagt doch das Sprichwort: Freunde sind die Familie, die man sich selbst aussuchen kann. In meinem Fall gibt es da noch eine zweite Seite: Meine Familienmitglieder sind die Freunde, die ich mir nicht aussuchen konnte. Nun, in gewisser Weise hat man sich auch seine Geschwister und Eltern als Freunde ausgesucht. Wenn die Chemie stimmt, warum denn nicht? Mein Freund versteht das, denn auch er will nicht aus seinem Umfeld gerissen werden. In seinem Fall halten ihn allerdings eher seine gewählten Freunde. Eine Fernbeziehung hat schöne und weniger schöne Seiten. Wir gehen uns definitiv nicht so häufig auf die Nerven, da müssen dann andere wehrlose Mitmenschen herhalten. Und wir freuen uns jedes Mal besonders aufeinander. Jedoch gewöhnt man sich auch an das Alleinsein; wir beide fühlen uns eher als Singles, wenn wir getrennt sind. Der einzige Unterschied: Wir verhalten uns nicht so! Irgendwann ist die Entfernung aber leider Alltag geworden. Wir können nicht füreinander da sein, sollte einer dringend eine Umarmung brauchen. Streiten wir uns, ist die Versöhnung schwierig. Ich würde nicht unbedingt dauerhaft mit ihm zusammenziehen wollen. Jetzt sowieso noch nicht. Aber es ginge mir wahrscheinlich schon besser, wenn er 30 Minuten statt drei Stunden entfernt leben würde. Zum Glück sind wir uns einig, dass die momentane Situation nicht Dauerzustand bleiben kann.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  22.07.2014
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
22.07.2014