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Was tun nach dem Abi?

Was soll ich bloß studieren?

Nachdem es, wie ihr sicher festgestellt habt, einige Zeit sehr ruhig um mich geworden ist, stelle ich euch heute meine Studienfachauswahl vor. Da ich mich nicht konkret für eine Universität oder einen Studiengang entscheiden konnte, werde ich mich einfach bei verschiedenen Universitäten bewerben.

Den Anfang mache ich heute mal mit einem Studiengang, der vielen bekannt sein dürfte: Germanistik. Ich schreibe und lese gerne, also dachte ich mir, dass Germanistik DER ideale Studiengang für mich ist. Nach gründlicher Recherche ist meine Euphorie jedoch ein wenig verflogen, denn auch in der Germanistik gibt es einen Teilbereich, der mich nun gar nicht interessiert: Ältere deutsche Sprache und Literatur (Mediävistik). Ich habe mir im Internet ein Video zu einer Vorlesung angesehen und um ehrlich zu sein: Mir stellten sich alle Nackenhaare auf, ich fand es grauenhaft und uninteressant. Nun ja, das könnte zu einem Großteil auch am Vortragenden gelegen haben.

Die Germanistik umfasst an den meisten Universitäten drei Lehr- beziehungsweise Forschungsbereiche: Die Mediävistik beschäftigt sich mit der deutschen Sprache und Literatur im Mittelalter, etwa von 700 bis 1500 nach Christus. Ich habe mir mal einen althochdeutschen Text zu Gemüte geführt, und obwohl es sich de facto um Deutsch handelt, verstand ich ganze zwei Worte. Natürlich gibt es auch den Bereich der neueren deutschen Literatur, den ich gewissermaßen als mein „Baby“ bezeichnen würde. Literatur vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart: genau mein Ding! Zu guter Letzt gäbe es da noch die Linguistik (in diesem Fall mit Schwerpunkt auf der deutschen Sprachentwicklung). Dieser Forschungsbereich erstreckt sich an vielen Hochschulen vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Und damit kann ich noch weniger anfangen als mit Mediävistik, nämlich gar nichts.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  08.05.2014
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
08.05.2014

Was tun nach dem Abi?

Geld allein macht auch nicht glücklich

Ich sitze seit einer gefühlten Ewigkeit das erste Mal wieder in einem Café. Um mich herum sitzen ein paar Leute, die wohl ebenfalls aus dem Winterschlaf erwacht sind. Endlich habe ich mich auch auf drei potenzielle Studiengänge festgelegt: Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Anglistik. Ich bin also sehr zufrieden. Am Nachbartisch unterhalten sich zwei junge Frauen. Unfreiwillig lausche ich schon bald gebannt ihrer Konversation. Die eine ist angehende Bäckerin, die andere studiert, soweit ich verstanden habe, Fotografie.

Erstaunlicherweise beschränkt sich ihre Unterhaltung jedoch nicht auf diese beiden Fachrichtungen, es wird über unser Bildungs- und Wirtschaftssystem im Allgemeinen diskutiert. Sie beschweren sich über das liebe Geld. Allerdings nicht darüber, dass sie zu wenig hätten, sie stellen die Existenz von Geld infrage. Wozu brauchen wir Geld eigentlich? Wenn wir von allem genug haben, warum können wir dann nicht fair teilen? Wenn wir Gegenstände aus nachhaltigen Rohstoffen produzieren könnten, wieso geht dann alles spätestens nach ein paar Jahren kaputt? Sind Menschen von Natur aus faul? Würde niemand mehr arbeiten, wenn es keinen Anreiz dafür gäbe? Ist Arbeit, zu der man „gezwungen“ wird, überhaupt förderlich für die menschliche Entwicklung?

Die zwei haben mich nachdenklich gemacht. Ich frage mich, was ich täte, wäre ich in der Situation, mir mein Leben auch ohne Arbeit finanzieren zu können. Müsste ich nicht arbeiten, dann täte ich es trotzdem. Und, da ich vielseitig interessiert bin, würde ich natürlich auch mehrere komplett unterschiedliche Tätigkeiten ausüben wollen. Im Wechsel, versteht sich.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  24.02.2014
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
24.02.2014

Was tun nach dem Abi?

Studienangebote: Beißt das?

Nach reichlicher Überlegung, habe ich mich entschieden, mich nach interessanten Studiengängen und Ausbildungsplätzen umzuschauen. Hier ein Auszug dessen, was ich gefunden habe: Oenologie, friesische Philologie, Gamedesign, Brauwesen und Getränketechnologie, Cruise Industry Management, Papiertechnik, Korrepetition und Urbanistik …

Ich bin kurz davor zu fragen, welches exotische Tier mir da untergekommen ist und ob es beißt. Glücklicherweise besitze ich noch genügend Selbstbeherrschung, um mir die Frage zu verkneifen. Stattdessen wird zu Hause einfach mal gegoogelt. Weinwissenschaft, Studium in Bezug auf Friesland, Spieleentwickler, Abläufe in einem Brauerei- oder Getränkebetrieb, Management in der Kreuzfahrtbranche, ein Ingenieurstudiengang, Pianistenstudium, öffentliche Steuerung der Stadtentwicklung… meine Güte, es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt. Und all das kann man studieren.

Ich bin sowohl im theoretischen als auch im praktischen Bereich begabt. Beides tut mir gut. Dennoch ist es wie bei so vielem: Die Dosis macht das Gift. Zu viel Theorie verursacht mir Kopfschmerzen. Bewegungsmangel und ständige Benutzung eines Computers machen mich aggressiv. Momentan versuche ich noch, diejenige Ausbildung zu finden, die mein Bedürfnis nach beidem abdeckt. Und das ist, wie ich jetzt am eigenen Leib erfahren muss, gar nicht so einfach. Es gibt rund 16.000 Studiengänge in Deutschland und eine nicht unerhebliche Anzahl an Ausbildungsberufen. Bis man da einen gewissen Überblick erreicht hat, kann es schon eine Weile dauern...

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  24.01.2014
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
24.01.2014