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Was tun nach dem Abi?

Geld allein macht auch nicht glücklich

Ich sitze seit einer gefühlten Ewigkeit das erste Mal wieder in einem Café. Um mich herum sitzen ein paar Leute, die wohl ebenfalls aus dem Winterschlaf erwacht sind. Endlich habe ich mich auch auf drei potenzielle Studiengänge festgelegt: Vergleichende Literaturwissenschaft, Germanistik und Anglistik. Ich bin also sehr zufrieden. Am Nachbartisch unterhalten sich zwei junge Frauen. Unfreiwillig lausche ich schon bald gebannt ihrer Konversation. Die eine ist angehende Bäckerin, die andere studiert, soweit ich verstanden habe, Fotografie.

Erstaunlicherweise beschränkt sich ihre Unterhaltung jedoch nicht auf diese beiden Fachrichtungen, es wird über unser Bildungs- und Wirtschaftssystem im Allgemeinen diskutiert. Sie beschweren sich über das liebe Geld. Allerdings nicht darüber, dass sie zu wenig hätten, sie stellen die Existenz von Geld infrage. Wozu brauchen wir Geld eigentlich? Wenn wir von allem genug haben, warum können wir dann nicht fair teilen? Wenn wir Gegenstände aus nachhaltigen Rohstoffen produzieren könnten, wieso geht dann alles spätestens nach ein paar Jahren kaputt? Sind Menschen von Natur aus faul? Würde niemand mehr arbeiten, wenn es keinen Anreiz dafür gäbe? Ist Arbeit, zu der man „gezwungen“ wird, überhaupt förderlich für die menschliche Entwicklung?

Die zwei haben mich nachdenklich gemacht. Ich frage mich, was ich täte, wäre ich in der Situation, mir mein Leben auch ohne Arbeit finanzieren zu können. Müsste ich nicht arbeiten, dann täte ich es trotzdem. Und, da ich vielseitig interessiert bin, würde ich natürlich auch mehrere komplett unterschiedliche Tätigkeiten ausüben wollen. Im Wechsel, versteht sich.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  24.02.2014
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
24.02.2014

Was tun nach dem Abi?

Studienangebote: Beißt das?

Nach reichlicher Überlegung, habe ich mich entschieden, mich nach interessanten Studiengängen und Ausbildungsplätzen umzuschauen. Hier ein Auszug dessen, was ich gefunden habe: Oenologie, friesische Philologie, Gamedesign, Brauwesen und Getränketechnologie, Cruise Industry Management, Papiertechnik, Korrepetition und Urbanistik …

Ich bin kurz davor zu fragen, welches exotische Tier mir da untergekommen ist und ob es beißt. Glücklicherweise besitze ich noch genügend Selbstbeherrschung, um mir die Frage zu verkneifen. Stattdessen wird zu Hause einfach mal gegoogelt. Weinwissenschaft, Studium in Bezug auf Friesland, Spieleentwickler, Abläufe in einem Brauerei- oder Getränkebetrieb, Management in der Kreuzfahrtbranche, ein Ingenieurstudiengang, Pianistenstudium, öffentliche Steuerung der Stadtentwicklung… meine Güte, es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt. Und all das kann man studieren.

Ich bin sowohl im theoretischen als auch im praktischen Bereich begabt. Beides tut mir gut. Dennoch ist es wie bei so vielem: Die Dosis macht das Gift. Zu viel Theorie verursacht mir Kopfschmerzen. Bewegungsmangel und ständige Benutzung eines Computers machen mich aggressiv. Momentan versuche ich noch, diejenige Ausbildung zu finden, die mein Bedürfnis nach beidem abdeckt. Und das ist, wie ich jetzt am eigenen Leib erfahren muss, gar nicht so einfach. Es gibt rund 16.000 Studiengänge in Deutschland und eine nicht unerhebliche Anzahl an Ausbildungsberufen. Bis man da einen gewissen Überblick erreicht hat, kann es schon eine Weile dauern...

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  24.01.2014
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
24.01.2014

Was tun nach dem Abi?

Spieglein, Spieglein an der Wand — wer ist die Schönste im ganzen Land?

Wer kennt es nicht, das alljährliche Ausmisten des Kleiderschranks? Manche veranstalten diesen Aufwand gerne, ich definitiv nicht. Denn ich stehe dann den ganzen Tag vor einem Berg Klamotten, probiere alles an, was mir in die Finger kommt und neige zu schlechter Laune, falls mir irgendetwas nicht mehr passen sollte.

Die ausführlichen, selbstkritischen Betrachtungen meiner Selbst setzen dem Ganzen dann die Krone auf. Ich mache das nicht mit Absicht. Eigentlich dachte ich immer von mir, ich hätte ein riesengroßes Selbstbewusstsein und wäre im Großen und Ganzen auch sehr mit mir zufrieden. Trotzdem fange ich jedes Mal vorm Spiegel an, an mir herumzunörgeln. Ich suche regelrecht nach „Fehlern“.

Nachdem mir dieses Verhaltensmuster bewusst geworden war, habe ich beschlossen, mir eine andere Strategie auszudenken. Jedes Mal, wenn ich vor dem Spiegel stehe, versuche ich mir in Gedanken deutlich vorzusagen, was mir an mir gefällt, statt mich selbst kleiner zu machen als ich bin.

Trotzdem kommt doch unweigerlich die Frage auf, warum ich dieses Possenspiel überhaupt veranstalte. Zuallererst fällt mir dazu ein, dass in unserer Gesellschaft viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild gelegt wird, weswegen man den anderen automatisch schon vor dem näheren Kennenlernen in gewisse Schubladen steckt. Da dieses Verhalten bei mir jedoch eher weniger ausgeprägt ist, kann das nicht die einzige Ursache sein. Eventuell veranstalte ich so einen Affenzirkus auch, weil mir überall, wo ich gehe und stehe, mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms perfektionierte Menschen entgegenlächeln. Natur zeichnet sich durch Vielfalt aus, weshalb wollen wir dann alle gleich sein? Ich stehe dazu, dass ich manchmal unreine Haut, Augenringe und bestimmt keine Modelmaße habe. Dem Fotomodel aus der Werbung hinterher zu eifern überlasse ich getrost anderen.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  15.12.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
15.12.2013