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Was tun nach dem Abi?

Spieglein, Spieglein an der Wand — wer ist die Schönste im ganzen Land?

Wer kennt es nicht, das alljährliche Ausmisten des Kleiderschranks? Manche veranstalten diesen Aufwand gerne, ich definitiv nicht. Denn ich stehe dann den ganzen Tag vor einem Berg Klamotten, probiere alles an, was mir in die Finger kommt und neige zu schlechter Laune, falls mir irgendetwas nicht mehr passen sollte.

Die ausführlichen, selbstkritischen Betrachtungen meiner Selbst setzen dem Ganzen dann die Krone auf. Ich mache das nicht mit Absicht. Eigentlich dachte ich immer von mir, ich hätte ein riesengroßes Selbstbewusstsein und wäre im Großen und Ganzen auch sehr mit mir zufrieden. Trotzdem fange ich jedes Mal vorm Spiegel an, an mir herumzunörgeln. Ich suche regelrecht nach „Fehlern“.

Nachdem mir dieses Verhaltensmuster bewusst geworden war, habe ich beschlossen, mir eine andere Strategie auszudenken. Jedes Mal, wenn ich vor dem Spiegel stehe, versuche ich mir in Gedanken deutlich vorzusagen, was mir an mir gefällt, statt mich selbst kleiner zu machen als ich bin.

Trotzdem kommt doch unweigerlich die Frage auf, warum ich dieses Possenspiel überhaupt veranstalte. Zuallererst fällt mir dazu ein, dass in unserer Gesellschaft viel Wert auf das äußere Erscheinungsbild gelegt wird, weswegen man den anderen automatisch schon vor dem näheren Kennenlernen in gewisse Schubladen steckt. Da dieses Verhalten bei mir jedoch eher weniger ausgeprägt ist, kann das nicht die einzige Ursache sein. Eventuell veranstalte ich so einen Affenzirkus auch, weil mir überall, wo ich gehe und stehe, mithilfe eines Bildbearbeitungsprogramms perfektionierte Menschen entgegenlächeln. Natur zeichnet sich durch Vielfalt aus, weshalb wollen wir dann alle gleich sein? Ich stehe dazu, dass ich manchmal unreine Haut, Augenringe und bestimmt keine Modelmaße habe. Dem Fotomodel aus der Werbung hinterher zu eifern überlasse ich getrost anderen.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  15.12.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
15.12.2013

Was tun nach dem Abi?

Bilanz

Ich sitze im Flugzeug nach Hause. Und ziehe Bilanz. Was halte ich von meinen zwei Monaten in Südafrika? Würde ich wiederkommen? Würde ich alles genauso machen?

Landschaftlich finde ich Südafrika nach wie vor atemberaubend schön. Endlose menschenleere Weiten, die man in Europa so gut wie nicht mehr findet. Die Tierwelt, die Pflanzenwelt, die Menschen: Alles kam und kommt mir immer noch vertraut vor. Der Sprachenmix aus English, Afrikaans, Zulu, Xhosa und vielen mehr war hingegen gewöhnungsbedürftig. Alles in diesem Land spiegelt Vielfalt wieder. Außerdem habe ich einige interessante Menschen kennengelernt.

Aber ich bin leider keine zehn Jahre mehr. Es stört mich, dass ich mich nicht wirklich bedenkenlos zu Fuß bewegen kann. Und selbst in einer Kleinstadt, wo man es doch mal wagen kann, spazieren zu gehen, sollte man sich als junge Europäerin genau überlegen, ob man das möchte. Denn mir wurden schon eindeutige Blicke zugeworfen und auch konkrete Angebote gemacht. Richtig bedrohlich wurde es nicht, allerdings habe ich mich manches Mal doch sehr unwohl gefühlt.

Alleine in Südafrika nur mit dem Rucksack herumzureisen, würde ich persönlich nicht empfehlen – egal, ob Mann oder Frau. Kann man sich jedoch ein Auto, ein Hotel oder ein Guesthouse leisten und bringt man viel Zeit mit – mindestens zwei Wochen sollten es schon sein – kann ich Südafrika für einen Urlaub nach wie vor empfehlen. Nur dort leben möchte ich nicht mehr.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  25.11.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
25.11.2013

Was tun nach dem Abi?

Die unschönen Seiten des Backpacker-Daseins

Nach vier Wochen auf der Farm meiner Freunde beschloss ich weiterz ziehen. Der Besuch weiterer Bekannter stand jedoch vorerst nicht auf dem Programm, mich hatte mal wieder das Backpacking-Fieber gepackt. Nur mit dem Rucksack reisen wohin ich will, bleiben solange ich möchte; das hörte sich gut an. Allerdings wollte ich der beliebtesten Rucksacktouristen-Route – ein Großteil verläuft entlang der Ostküste – fern bleiben. Da ich mir kein Auto leisten konnte, fasste ich den Entschluss, meine Weiterreise mit dem Bus zu planen. Unter anderem verkehren in Südafrika die Busgesellschaften Greyhound, Translux, City to City und Intercape, welche allgemein als sicher gelten. Trotzdem sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass Südafrikaner im Straßenverkehr durchaus ein anderes Sicherheitsempfinden haben als wir, manche Manöver sind schon ein wenig halsbrecherisch…

Jedenfalls nahm ich eine neunzehnstündige Busfahrt nach Durban auf mich. Und fand mich um fünf Uhr morgens alleine an einer menschenleeren Tankstelle, etwas außerhalb der Stadt gelegen. Schon in Deutschland hätte ich in so einer Situation ein komisches Gefühl, aber in Südafrika war ich kurz davor, eine klitzekleine Panikattacke zu bekommen, denn ich wusste nicht, wie ich von der Tankstelle zum Hostel kommen sollte. Ich hatte versäumt, mir eine südafrikanische Handynummer zuzulegen, weswegen selbst ein Taxi zu rufen nicht in Frage kam. In meiner Verzweiflung bin ich ins nächstbeste Geschäft gestürmt, habe dem Manager meine Situation geschildert und er bot mir an, mich mitzunehmen. Bitte keinesfalls nachmachen! Egal, wie nett jemand sein sollte, wenn es irgendwie anders geht, nicht bei Fremden ins Auto steigen. Ich hatte kaum eine andere Wahl und kam zum Glück auch unversehrt beim Hostel an.

Nach gründlicher Internetrecherche stellte sich heraus, dass alle Busse in Südafrika an Tankstellen halten, die größtenteils am Stadtrand gelegen sind. Nennt mich übervorsichtig, aber das war mir als Alleinreisende junge Frau ein zu großes Sicherheitsrisiko. Nachdem ich mit meinen Bekannten gesprochen hatte und sich herausstellte, dass ich sie leider nicht besuchen konnte, beschloss ich, vorzeitig nach Hause ins kalte Deutschland zu fliegen.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  20.11.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
20.11.2013