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Was tun nach dem Abi?

Die unschönen Seiten des Backpacker-Daseins

Nach vier Wochen auf der Farm meiner Freunde beschloss ich weiterz ziehen. Der Besuch weiterer Bekannter stand jedoch vorerst nicht auf dem Programm, mich hatte mal wieder das Backpacking-Fieber gepackt. Nur mit dem Rucksack reisen wohin ich will, bleiben solange ich möchte; das hörte sich gut an. Allerdings wollte ich der beliebtesten Rucksacktouristen-Route – ein Großteil verläuft entlang der Ostküste – fern bleiben. Da ich mir kein Auto leisten konnte, fasste ich den Entschluss, meine Weiterreise mit dem Bus zu planen. Unter anderem verkehren in Südafrika die Busgesellschaften Greyhound, Translux, City to City und Intercape, welche allgemein als sicher gelten. Trotzdem sollte ich an dieser Stelle erwähnen, dass Südafrikaner im Straßenverkehr durchaus ein anderes Sicherheitsempfinden haben als wir, manche Manöver sind schon ein wenig halsbrecherisch…

Jedenfalls nahm ich eine neunzehnstündige Busfahrt nach Durban auf mich. Und fand mich um fünf Uhr morgens alleine an einer menschenleeren Tankstelle, etwas außerhalb der Stadt gelegen. Schon in Deutschland hätte ich in so einer Situation ein komisches Gefühl, aber in Südafrika war ich kurz davor, eine klitzekleine Panikattacke zu bekommen, denn ich wusste nicht, wie ich von der Tankstelle zum Hostel kommen sollte. Ich hatte versäumt, mir eine südafrikanische Handynummer zuzulegen, weswegen selbst ein Taxi zu rufen nicht in Frage kam. In meiner Verzweiflung bin ich ins nächstbeste Geschäft gestürmt, habe dem Manager meine Situation geschildert und er bot mir an, mich mitzunehmen. Bitte keinesfalls nachmachen! Egal, wie nett jemand sein sollte, wenn es irgendwie anders geht, nicht bei Fremden ins Auto steigen. Ich hatte kaum eine andere Wahl und kam zum Glück auch unversehrt beim Hostel an.

Nach gründlicher Internetrecherche stellte sich heraus, dass alle Busse in Südafrika an Tankstellen halten, die größtenteils am Stadtrand gelegen sind. Nennt mich übervorsichtig, aber das war mir als Alleinreisende junge Frau ein zu großes Sicherheitsrisiko. Nachdem ich mit meinen Bekannten gesprochen hatte und sich herausstellte, dass ich sie leider nicht besuchen konnte, beschloss ich, vorzeitig nach Hause ins kalte Deutschland zu fliegen.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  20.11.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
20.11.2013

Was tun nach dem Abi?

Das Desaster Südafrika

Gestern Mittag fing es endlich an zu regnen. Mit allem drum und dran. Der Damm lief sogar über. Das zuvor noch trockene Flussbett war voll mit fließendem Wasser. Blitz und Donner waren wunderbar anzuschauen. Irgendwann hatten wir dann allerdings genug. Es wurde dunkel und kalt. Also sind wir ins Haus gegangen, um uns einen Film anzusehen. In der Mitte des Filmes, Jason Bourne ist gerade mal wieder knapp dem Tod entronnen, klopft es an der Haustür. Nichts ungewöhnliches, oder? Mitten im Nirgendwo schon. Man bekommt hier selten Besuch. Auf alles gefasst öffnet der Herr des Hauses die Tür und vor ihm steht eine junge, durchnässte, zitternde Frau.

Sie kam aus Deutschland und war mit der Aussicht auf einen Platz als Wwoofer nach Südafrika geflogen. Als sie bei der Familie ankam, erweckte eigentlich auch alles einen relativ guten Eindruck. Jedoch verschlechterte sich die Stimmung mit der Ankunft einer weiteren Freiwilligen zusehends. Einen Tag vor ihrer Abfahrt eskalierte die Situation und sie erfuhr den Grund für die schlechte Laune: Die Familie war nicht damit einverstanden, dass die junge Deutsche angeblich nur die Mindestanzahl an vereinbarten Arbeitsstunden absolvierte. Laut eigener Aussage arbeitete sie aber deutlich mehr.

Über viele Umwege war sie nun auf der Farm meiner Freunde gelandet. Und endlich hatte sie Glück: Meine Bekannten haben ihr zugesichert, dass sie solange bleiben darf, bis sie etwas Neues gefunden hat und ihre Eltern ihr finanziell aushelfen. Das nenne ich nun wirklich großmütig und hilfsbereit!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  08.11.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
08.11.2013

Was tun nach dem Abi?

Wasser und Schlangen

In Deutschland dreht man den Hahn auf, Wasser fließt. Einfach und schnell. Viel zu oft gehen wir sorglos mit Wasser um. Momentan haben wir hier Probleme mit der Wasserversorgung. Eine Pumpe ist kaputt. Außerdem stimmt etwas mit der Elektrik nicht. Heißt für meine Bekannten und mich: Ab sofort wird (eis)kalt geduscht. Wasser wird gespart, wo es nur geht. Das Schmutzwasser vom Geschirrspülen (es gibt hier keine Geschirrspülmaschine) wird auf die Pflanzen im Garten verteilt. Und es wird sehnsüchtig auf den nächsten Regen gewartet. In einer der trockensten Regionen Südafrikas wartet man da gut und gerne ein paar Monate, insbesondere, da der Sommer gerade erst angefangen hat.

Tagsüber wird es brütend heiß, manchmal fegt ein gnadenloser Wind über das Flachland. Ab halb zwölf Uhr mittags geht man nicht mehr aus dem Haus, sondern hält Siesta. Das kenn ich eigentlich nur aus Spanien. Leider suchen nicht nur die menschlichen Bewohner der Farm Linderung im Schatten (und damit im Haus), sondern auch Schlangen. Denen wird es nämlich auch zu warm. Eines Nachmittags erschütterte lautes Gekreische die Räumlichkeiten. Eine Besucherin der Farm, gesegnet mit einer panischen Angst vor Schlangen, hatte das Glück eine vor ihrer Zimmertür zu entdecken. Die arme Frau war fix und fertig. In Anbetracht der Situation war das auch nicht weiter verwunderlich. Dort lag nämlich keine harmlose Wald- und Wiesenschlange, sondern eine Puffotter, welche zu den giftigsten Schlangen der Region zählt. Dazu noch ein Jungtier, das sich von der kreischenden Frau in die Enge gedrängt fühlte. Während ich die Frau beruhigte, fingen meine Bekannten die Schlange ein – die Gefahr war gebannt.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  22.10.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
22.10.2013