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Was tun nach dem Abi?

Zwischen Praktikum und Urlaub

Gestern war mein letzter Tag im Krankenhaus. Keine Sorge, ich war nicht krank, sondern habe dort Pflegepraktikum gemacht. Die 90 Kalendertage, die fürs Medizinstudium vorgeschrieben sind, sind rum. Einerseits freue ich mich natürlich, dass ich diese wunderbaren, heißen Sommertage im Schwimmbad genießen kann und nicht um fünf Uhr morgens aufstehen muss, andererseits mag ich die Leute auf meiner Station so gerne, dass ich es fast ein bisschen schade finde, sie nicht mehr zu sehen. Die nächste Woche werde ich noch zu Hause sein, bevor ich nach Griechenland durchstarte. Es gibt nämlich noch einiges zu tun.

Einerseits muss ich mich darum kümmern, meine Praktikumsbestätigung ordentlich ausgefüllt zu bekommen, das hat sich nämlich als schwieriger herausgestellt als gedacht herausgestellt. Andererseits werde ich einen Haufen Papierkram vorbereiten müssen. Die Zuzusagen für einen Medizinstudienplatz werden nämlich, je nachdem, in welchem Verfahren man angenommen wird, zwischen Mitte August und Mitte Oktober rausgeschickt. Im unwahrscheinlichen Falle, dass ich über die Abiturbestenquote genommen werde, müsste ich mich noch im August immatrikulieren. Im August werde ich mich aber irgendwo in Griechenland oder Albanien befinden und somit könnte das ganze Unterfangen ein bisschen schwierig werden. Netterweise hat mein Vater angeboten, die Post für mich zu öffnen und im Falle einer Zusage meine ganzen Papiere an die jeweilige Uni zu schicken. Nach einem Anruf bei der Uni Freiburg und Leipzig weiß ich nämlich, dass man sich per Post bzw. sogar elektronisch immatrikulieren kann.

Ansonsten stehen noch die gewöhnlichen Urlaubsvorbereitungen an. Ausrüstung wie Karten, Plane oder Zelt und Packsäcke besorgen oder borgen, Couchsurf-Anfragen schreiben, Papiere kopieren etc. Falls noch Zeit bleibt, werde ich schon mal ein bisschen nach WGs in Leipzig und Freiburg suchen und versuchen, auf die Wohnheimwartelisten zu kommen. Das geht aber eigentlich nicht, wenn man noch nicht immatrikuliert ist. Ich werde aber mal ein bisschen telefonieren, um es vielleicht trotzdem zu schaffen.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  26.07.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
26.07.2013

Schülerleben live

Vergessenes Land

Nein, Südamerika ist es nicht geworden. Auch nicht Mittel- oder Nordamerika. Australien oder Neuseeland? Nein, da fliege ich auch nicht hin. Es geht nach Litauen. Litauen… Was weiß ich über Litauen? Abgesehen davon, dass es im Osten Europas liegt, nichts. Absolut nichts. Und genau deswegen werde ich dorthin fliegen. Costa Rica, Argentinien, Chile, Kanada, Israel, Australien, Thailand; von überall hatte ich Angebote, aber dort möchte ich nicht hin. Denn ich „kenne“ diese Länder bereits, aus dem Fernsehen. In meinem Alltag waren die Staaten im Osten Europas nie präsent.

Muss man wirklich um die halbe Welt fliegen, um Neues zu entdecken? Erstaunte Ausrufe begleiten die Verkündung meiner Entscheidung: „Litauen! Was willst du denn in Litauen!?“. Was will ich dort? Das Land kennenlernen. Es ist eine Herzensentscheidung, die mich Überwindung gekostet hat. Fliegt man nicht weit weg, ist man dann automatisch nicht mutig genug? Versteht mich nicht falsch, ich weiß, dass ich überall zurechtkommen würde, so viel Selbstvertrauen habe ich inzwischen. Schwieriger war es herauszufinden, was ich eigentlich möchte. Meine Mutter würde wohl gerne mal nach Australien oder Neuseeland. Soll ja auch schön sein. Trotzdem habe ich eine Weile gebraucht, mir darüber klar zu werden, welches meine Wünsche und welches die Wünsche meines Umfeldes sind. Heutzutage wird ja schon fast erwartet, dass man um den halben Erdball fliegt. Ich muss mir nicht beweisen, dass ich viele Flugstunden von Zuhause entfernt zurechtkomme. Das weiß ich. Mich reizt das Unbekannte.

Mut heißt nicht, blauäugig in ein Abenteuer hinein zu schlittern, ohne sich der Risiken bewusst zu sein. Das ist Leichtsinn. Mut heißt auch nicht zwangsläufig, möglichst weit weg von zu Hause zu sein. Vielleicht bin ich in Litauen (gemessen an der Lebensweise) weiter von daheim weg als in Australien? Mut bedeutet, seine Grenzen zu kennen, sie zu akzeptieren und wenn man spontan in eine unbekannte Situation gerät, diese zu überwinden. Mut bedeutet nicht, das zu tun, was andere erwarten. Mut hat viele Gesichter. Höre auf dein Herz. Entscheide dich. Entscheide dich aus tiefstem Herzen. Sei mutig!

Autor: Nele  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  24.07.2013
Autor: Nele
Rubrik: auszeit nach dem abi
24.07.2013

Was tun nach dem Abi?

Nur noch eine Woche

Zunächst erschienen mir dreizehn Wochen Pflegepraktikum echt lang. Nach der ersten sehr anstrengenden Woche kamen mir die zwölf verbleibenden unendlich vor und jetzt, nach zwölf Wochen erscheint mir das ganze ziemlich kurz. Gerade jetzt, wo es so richtig Spaß macht, ist es zu Ende, aber so ist es ja meistens ...

Vor einer Woche habe ich wieder in die Station gewechselt, in der ich am Anfang war. In der Gynäkologie und Inneren hat es mir am Ende nämlich wesentlich besser gefallen als auf der Reha. Die Leute sind einfach viel netter und die Arbeitsatmosphäre ist gut.

Vergangene Woche durfte ich sogar zwei Mal mit in den OP! Ich war bei den Chirurgen und habe Implantate für Knie und Hüfte gesehen, sogenannte TEPs. Das hört sich bestimmt brutal an und sieht auch wirklich brutal aus, aber irgendwie finde ich es faszinierend, dass man mechanisch so viel ändern oder verbessern kann. Auch interessant war es natürlich, die Anatomie live zu sehen. Und erstaunlicherweise ist mir nicht schlecht geworden, obwohl mir das alle meine Kollegen prophezeit hatten.

Außerdem hat eine Patientin von der Gynäkologie erlaubt, dass ich bei ihrer OP dabei bin. Es war zwar nur eine kleine Operation, bei der Zysten entfernt wurden, aber da das Ganze laparoskopisch (mit Kamera) geschehen ist, konnte ich viel sehen. Der operierende Arzt hat mir auch alles ganz genau erklärt.

Nun bleibt also nur noch eine Woche und danach habe ich gute zwei Monate Zeit, bis das Studium hoffentlich losgeht.

Natürlich will ich die Zeit zum Reisen nutzen. Mit einer Freundin will ich nach Triest fahren, um von dort aus eine Fähre nach Griechenland zu nehmen. Dort angekommen, werden wir beim „Rainbow People Gathering“ vorbei schauen und dann eventuell nach Istanbul weiterfahren. Auf jeden Fall wird es über Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Kroatien wieder zurück nach Hause gehen. Ich freu mich schon!

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  18.07.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
18.07.2013