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Was tun nach dem Abi?

Nur noch eine Woche

Zunächst erschienen mir dreizehn Wochen Pflegepraktikum echt lang. Nach der ersten sehr anstrengenden Woche kamen mir die zwölf verbleibenden unendlich vor und jetzt, nach zwölf Wochen erscheint mir das ganze ziemlich kurz. Gerade jetzt, wo es so richtig Spaß macht, ist es zu Ende, aber so ist es ja meistens ...

Vor einer Woche habe ich wieder in die Station gewechselt, in der ich am Anfang war. In der Gynäkologie und Inneren hat es mir am Ende nämlich wesentlich besser gefallen als auf der Reha. Die Leute sind einfach viel netter und die Arbeitsatmosphäre ist gut.

Vergangene Woche durfte ich sogar zwei Mal mit in den OP! Ich war bei den Chirurgen und habe Implantate für Knie und Hüfte gesehen, sogenannte TEPs. Das hört sich bestimmt brutal an und sieht auch wirklich brutal aus, aber irgendwie finde ich es faszinierend, dass man mechanisch so viel ändern oder verbessern kann. Auch interessant war es natürlich, die Anatomie live zu sehen. Und erstaunlicherweise ist mir nicht schlecht geworden, obwohl mir das alle meine Kollegen prophezeit hatten.

Außerdem hat eine Patientin von der Gynäkologie erlaubt, dass ich bei ihrer OP dabei bin. Es war zwar nur eine kleine Operation, bei der Zysten entfernt wurden, aber da das Ganze laparoskopisch (mit Kamera) geschehen ist, konnte ich viel sehen. Der operierende Arzt hat mir auch alles ganz genau erklärt.

Nun bleibt also nur noch eine Woche und danach habe ich gute zwei Monate Zeit, bis das Studium hoffentlich losgeht.

Natürlich will ich die Zeit zum Reisen nutzen. Mit einer Freundin will ich nach Triest fahren, um von dort aus eine Fähre nach Griechenland zu nehmen. Dort angekommen, werden wir beim „Rainbow People Gathering“ vorbei schauen und dann eventuell nach Istanbul weiterfahren. Auf jeden Fall wird es über Albanien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Kroatien wieder zurück nach Hause gehen. Ich freu mich schon!

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  18.07.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
18.07.2013

Was tun nach dem Abi?

Unter Engeln und Halbgöttern

Kürzlich habe ich in einer Sammlung von mexikanischen Kurzgeschichten eine gefunden, die mir besonders gut gefallen hat: Sie hat Mexiko Stadt und seine Engel porträtiert. Als ich diese Kurzgeschichte gelesen habe, musste ich natürlich gleich an die Krankenschwestern und Pfleger im Krankenhaus denken. Ich finde, die Metapher mit den Engeln passt ganz gut dazu, dass Ärzte ab und an als Halbgötter in Weiß bezeichnet werden. Ganz so wie im Himmel fühlt man sich aber auf Station nicht immer, vor allem, wenn man neu ist.

Die ersten sieben Wochen meines Pflegepraktikums habe ich ja auf der Inneren beziehungsweise in der Gynäkologie verbracht. Ich hatte mich schon eingewöhnt und heimisch gefühlt. Dummerweise hatte ich zu Praktikumsbeginn gesagt, ich wolle zur Halbzeit die Station wechseln, um mehr zu sehen.

Deswegen musste ich vor zwei Wochen auf die geriatrische Reha wechseln. Zunächst war ich darüber gar nicht glücklich. Vor allem, weil ich mich mit einer neuen Kollegin gar nicht gut verstand. Inzwischen habe ich mich aber doch schon ganz gut eingelebt und festgestellt, dass bis auf kleine Ausnahmen doch alle sehr nett sind. Auch wenn auf der geriatrischen Reha die Patienten recht alt sind, ist es hier irgendwie angenehm. Man muss wenigstens keine Windeln wechseln. Dass die Patienten relativ fit sind, ist auch erfreulich.

Auf der neuen Station darf ich wesentlich mehr machen als auf der alten. Ich darf zum Beispiel auch Verbände wechseln und oberflächliche Wunden versorgen. Außerdem bekomme ich jeden Morgen vier Patienten zugeteilt, für die ich den ganzen Tag zuständig bin und bei denen ich mich um praktisch alles kümmern muss: Vitalzeichen messen, waschen und anziehen helfen, Betten machen, Verbände wechseln, Tabletten kontrollieren und geben, etc. Das macht Spaß, kann aber auch mal ganz schön stressig werden.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  08.07.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
08.07.2013

Was tun nach dem Abi?

Kennt ihr das?

Ihr seht im Supermarkt eine Frau, die sich mit ihren Einkaufstüten und einem Kinderwagen abmüht. Anstatt ihr eure Hilfe anzubieten, geht ihr an ihr vorbei. Sie wird schon wissen, was sie tut. Wenn sie wirklich Hilfe benötigt, wird sie schon fragen. Ihr wollt nicht aufdringlich sein. An der Kasse steht ein junger Mann hinter euch, der eine Flasche Mineralwasser bezahlen möchte. Ihr überlegt, ob ihr ihn vorlassen sollt, da ihr viel mehr eingekauft habt und der Mann wegen euch erheblich länger warten muss. Weil es niemand anderes macht, macht ihr es im Endeffekt auch nicht. Ihr steigt in den Zug ein, um nach Hause zu fahren. Dort trefft ihr ein paar Freunde und unterhaltet euch über die Schule oder das Studium. Eine Frau bugsiert ihre augenscheinlich schwere Reisetasche in den Zug. An ihrem Gesichtsausdruck sieht man, dass sie müde ist. An der nächsten Haltestelle will sie aussteigen. Ihr überlegt kurz, entscheidet euch allerdings dagegen, ihr zu helfen. Was macht sie auch den Koffer so voll. Zu Hause angekommen, streiten sich eure Eltern mal wieder mit eurem Bruder, der unbedingt Tischler im östlichen Afrika werden will, statt zu studieren und eine erfolgreiche Karriere in Deutschland zu beginnen. Ihr zweifelt an seinem Verstand.

Ein Jahr später steht ihr mit eurem fünf Monate alten Neffen im Supermarkt an der Kasse, der Kleine quengelt, möchte… Ihr wisst nicht, was er möchte. Ihr seid überfordert. Genervte Blicke streifen euch und ihr seid froh, als ihr endlich darin ankommt. Wenige Tage später steht ihr abermals im Supermarkt, ihr habt ein Vorstellungsgespräch, müsst jedoch ganz dringend noch etwas dafür besorgen. Ihr seid spät dran und hofft, dass jemand euch an der Kasse vorlässt, damit ihr noch rechtzeitig kommt. Doch niemand würdigt euch eines Blickes. Selbstverständlich schafft ihr es nicht mehr pünktlich in die Firma. Man erklärt euch, dass unpünktliche Auszubildende nicht zu tolerieren seien und verweigert euch jegliche Möglichkeit, die Verspätung zu erklären. Auf dem Weg zum Zug holt ihr noch einige Bücher für eure Mutter, die ein Fernstudium begonnen hat, in der Stadtbücherei ab. Mehrere Tüten warten auf euch. Im Zug lasst ihr euch in einen Sitz fallen und seid froh, das Gewicht für ein paar Minuten nicht tragen zu müssen. An eurer Haltestelle steigt ihr aus. Eigentlich beschweren sich eure Arme jetzt schon, da die Bücher viel zu schwer sind. Doch ihr kämpft euch nach Hause und ignoriert die desinteressierten Gesichter der anderen Fußgänger.

Ein weiteres Jahr später steigt ihr in ein Flugzeug nach Malaysia.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  03.07.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
03.07.2013