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Was tun nach dem Abi?

Tausche Bett gegen Bus

Die einfachste Fortbewegungsmöglichkeit, um von Kalabrien nach Florenz zu kommen, stellte der täglich verkehrende Reisebus dar, und preiswert war er obendrein. Der einzige Nachteil war, dass ich in Bussen nicht schlafen kann und dementsprechend müde um fünf Uhr dreißig morgens in Florenz am Bahnhof stand. Dort musste ich auf einen Zug warten, der mich zu einem Ort brachte, von dem aus ich wieder mit dem Bus zu dem Bauernhof fahren konnte, an dem ich nun leben und arbeiten werde.

Der Hof befindet sich mitten im Nirgendwo und ich liebe es! Keine Autos. Keine großen Städte in der näheren Umgebung. Kein Lärm außer den Geräuschen der Natur. Auf dem Hof leben ungefähr vierzig Kühe, zehn Katzen und zwei Pferde. Meine Aufgaben sind vergleichsweise einfach: Katzen füttern, nach den Kühen schauen, jedoch soll ich täglich eine halbe Stunde mit der Motorsense arbeiten, was meine ganze Kraft und Aufmerksamkeit fordert. Obwohl die Arbeit anstrengend ist, macht sie Spaß. Wer hätte vor einem Monat gedacht, dass ich den Umgang mit einer Motorsense lernen werde? Das Leben hält doch immer Überraschungen bereit. Am Sonntag werde ich den Hof dann allerdings schweren Herzens verlassen, da ich mir Pisa und Florenz anschauen möchte. Nach jeweils einem Tag in diesen beiden Städten, werde ich den Zug nach München nehmen, um dort einen langjährigen Freund zu besuchen.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  24.06.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
24.06.2013

Was tun nach dem Abi?

Zu Besuch in Gießen

Wem auch immer ich erzählt habe, dass ich bald nach Gießen fahre, konnte das nur schwer nachvollziehen. Das sei ja keine schöne Stadt! Ich hätte das Gerücht schon fast geglaubt, da mir meine Freundin, die dort wohnt, eine Postkarte mit einem ziemlich heruntergekommenen Haus geschickt hatte (allerdings nur aus Spaß!).

Trotzdem bin ich letztes Wochenende nach Gießen gefahren, und es hat sich herausgestellt, dass die Stadt gar nicht so hässlich ist! Schon allein deshalb, weil dort im Gegensatz meiner Heimatstadt die Sonne schien. Zugegeben, die Häuser sind zum größten Teil nicht die hübschesten, dafür hat die Stadt viele Parks und Grünflächen. Außerdem gibt es in Gießen Unmengen von Studenten, die das Stadtbild stark prägen. Angeblich ist der Studentenanteil hier sogar der höchste in Deutschland. Überall und ständig ist irgendwas los. Ob das nun „Gießen kocht“, die Theaterwoche der Schauspielstudenten, ein Konzert oder sonst irgendwas ist, in Gießen wird einem nicht langweilig.

Aber Langweile wäre eh nicht aufgekommen, denn wir hatten viel zu besprechen und meine Freundin wollte mir sehr viel zeigen. Beispielsweise das Café, das sie zusammen mit ihrer Schwester und noch zwei Freundinnen führt. Ich war schon sehr gespannt, es endlich mal zu sehen! „Kü-Che“ ist sehr gemütlich eingerichtet und man erhält dort gegen eine Spende Kaffee und Kuchen. Wenn ich in Gießen wohnen würde, wäre dieses Café mein zweites Wohnzimmer!

Außerdem habe ich noch eine Freundin getroffen, mit der ich in Mexiko und Guatemala unterwegs war. Sie macht gerade ein Praktikum beim Fernsehen in Mainz und konnte mir ziemlich viel über die Entwicklungen in der deutschen Politik erzählen. Im Moment weiß ich nämlich noch gar nicht so recht Bescheid, was politisch eigentlich in Deutschland so los ist.

Das Wochenende in Gießen hat mir also ziemlich gut gefallen. Meine Bewerbung für den Medizinstudienplatz habe ich aber leider schon vor einer guten Woche abgeschickt. Gießen habe ich wegen seinem unberechtigt schlechten Ruf gar nicht in die Präferenzenliste aufgenommen. Fast ein bisschen schade!

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  13.06.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
13.06.2013

Was tun nach dem Abi?

Hin und weg

Vor nicht mal einer Woche bin ich in Kalabrien, der südlichsten Provinz auf dem italienischen Festland, angekommen und morgen werde ich schon wieder abreisen. Aber am besten erzähle ich alles von Anfang an: Von meinen neuen Gastgebern wurde ich überaus freundlich empfangen. Erst einmal ging es vom Flughafen ins Krankenhaus, da der Großvater der Familie momentan gesundheitliche Beschwerden hat. Danach fanden sich alle zu einem ausgiebigen Abendessen bei der Großmutter ein. Eine wirklich gastfreundliche Geste, aber für mich war es einfach zu viel, vor allem, da ich sehr müde war. Außerdem musste ich einen Großteil des angebotenen Essens ablehnen, weil es schlicht und ergreifend viel zu viel war. Abgesehen von den menschlichen Familienmitgliedern gibt es hier noch einen junggebliebenen Dalmatiner, der sieben Jahre alt ist, sich allerdings wie ein Welpe verhält, und zwei Katzen, von denen ich eine, genannt Lucifero (dt.: Luzifer), ganz besonders ins Herz geschlossen habe. Das Dorf, in dem die Familie lebt, ist ziemlich klein. Man braucht gefühlt nur fünf Minuten zum Meer und fünf Minuten, um in das bergige Hinterland zu gelangen. Es ist wirklich traumhaft schön!

Und trotzdem will ich wieder weg. Meine Arbeit besteht hauptsächlich darin, die Außenbereiche des Hauses zu säubern und die Blumen zu gießen. Das, und die Tatsache, dass ich eine kleine Wohnung ganz für mich alleine habe, in der ich mich aber unendlich einsam fühle, hat mich letztendlich dazu bewogen, meine Zelte wieder abzubrechen. Morgen Abend geht es mit dem Reisebus nach Florenz und von dort aus auf die biologische Farm eines deutschen Auswanderers, der sich bereit erklärt hat, mich aufzunehmen. Ich darf sogar so lange bleiben wie ich möchte.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  11.06.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
11.06.2013