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Was tun nach dem Abi?

Hin und weg

Vor nicht mal einer Woche bin ich in Kalabrien, der südlichsten Provinz auf dem italienischen Festland, angekommen und morgen werde ich schon wieder abreisen. Aber am besten erzähle ich alles von Anfang an: Von meinen neuen Gastgebern wurde ich überaus freundlich empfangen. Erst einmal ging es vom Flughafen ins Krankenhaus, da der Großvater der Familie momentan gesundheitliche Beschwerden hat. Danach fanden sich alle zu einem ausgiebigen Abendessen bei der Großmutter ein. Eine wirklich gastfreundliche Geste, aber für mich war es einfach zu viel, vor allem, da ich sehr müde war. Außerdem musste ich einen Großteil des angebotenen Essens ablehnen, weil es schlicht und ergreifend viel zu viel war. Abgesehen von den menschlichen Familienmitgliedern gibt es hier noch einen junggebliebenen Dalmatiner, der sieben Jahre alt ist, sich allerdings wie ein Welpe verhält, und zwei Katzen, von denen ich eine, genannt Lucifero (dt.: Luzifer), ganz besonders ins Herz geschlossen habe. Das Dorf, in dem die Familie lebt, ist ziemlich klein. Man braucht gefühlt nur fünf Minuten zum Meer und fünf Minuten, um in das bergige Hinterland zu gelangen. Es ist wirklich traumhaft schön!

Und trotzdem will ich wieder weg. Meine Arbeit besteht hauptsächlich darin, die Außenbereiche des Hauses zu säubern und die Blumen zu gießen. Das, und die Tatsache, dass ich eine kleine Wohnung ganz für mich alleine habe, in der ich mich aber unendlich einsam fühle, hat mich letztendlich dazu bewogen, meine Zelte wieder abzubrechen. Morgen Abend geht es mit dem Reisebus nach Florenz und von dort aus auf die biologische Farm eines deutschen Auswanderers, der sich bereit erklärt hat, mich aufzunehmen. Ich darf sogar so lange bleiben wie ich möchte.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  11.06.2013
Autor: Nele
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11.06.2013

Was tun nach dem Abi?

Wiedersehensfreude

Seit fünf Wochen mache ich inzwischen Pflegepraktikum und es macht mir erstaunlicherweise immer noch Spaß. Inzwischen darf und muss ich relativ viel machen. Das ist einerseits schön, weil die Zeit schnell vergeht. Aber andererseits habe ich auch keinen besonderen Elan, weil ich kein Geld dafür bekomme. Mit den Kolleginnen komme ich blendend zurecht. Ich überlege sogar, die Station doch zu wechseln. Eigentlich hatte ich das vor, um noch mal was Neues zu lernen, aber jetzt gefällt es mir doch recht gut auf der Gynäkologie. Das einzige, was nicht so top ist, ist die dauernde Müdigkeit. Ich habe immer Frühdienst und der fängt um sechs Uhr an, das heißt, ich muss um fünf Uhr aufstehen.

An den Wochenenden unternehme ich dafür umso mehr. Neulich habe ich eine Freundin getroffen, die ich schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hatte, weil wir beide abwechselnd im Ausland waren. Es war wirklich schön, sie wiederzusehen und da wir in letzter Zeit ab und an stundenlang telefoniert hatten, auch gleich wieder recht vertraut. Schön, wenn Freundschaften so etwas überleben!

Ein weiterer Höhepunkt war, dass die Freundin, mit der ich in Guatemala und Mexiko zwei Monate unterwegs war, wieder zurückgekommen ist. Das war schon allein deshalb ganz toll, weil wir viele Erinnerungen teilen und ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Sie hat mir ein paar Fotos gezeigt und uns ist aufgefallen, dass sie zufällig dieselbe Route durch Mexiko genommen hat, die ich im letzten Sommer gefahren bin. Bei ihren Erzählungen bin ich richtig melancholisch geworden.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  24.05.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
24.05.2013

Was tun nach dem Abi?

Leipzig ist lässig

Ich hab ziemlich Glück, mein Praktikum gerade im Mai zu machen. Scheint der Monat mit den meisten Feiertagen zu sein, zumindest in Bayern. Also nicht, dass mir das Praktikum keinen Spaß machen würde, aber wenn man nur vier Tage die Woche arbeitet und schöne verlängerte Wochenenden hat, kann man tolle Ausflüge machen. Letztes Wochenende war ich in Leipzig.

Die ganze Aktion war recht spontan und ich hatte richtig Glück, dass meine Freunde Zeit für mich hatten. Das Paar, bei dem ich die ersten beiden Tage gewohnt habe, kenne ich aus Mexiko. Wir hatten uns fünf Monate nicht mehr gesehen, deshalb war es wunderbar, sich endlich wiederzutreffen und gemeinsame Erinnerungen aufzufrischen. Wir haben nett zusammen gekocht und anschließend das Leipziger Nachtleben getestet. Während die anderen am nächsten Morgen noch geschlafen haben, bin ich in die Innenstadt aufgebrochen, um auch diese zumindest ein bisschen zu sehen. Und sie ist richtig schön! Es gibt viele alte Häuser, unter anderem Auerbachs Keller, den ich aus Goethes Faust kenne. Am Abend bin ich zu einer anderen Freundin umgezogen, die ich noch länger nicht gesehen hatte: nämlich schon ein ganzes Jahr! Wir haben noch ein bisschen gequatscht und uns auf den neusten Stand gebracht. Am nächsten Morgen haben wir sehr gemütlich mit ihrer extrem netten Mitbewohnerin gefrühstückt und sind dann zur Uni gelaufen. Dort hatte sie eine Besprechung mit ihrer politischen Theatergruppe und ich habe die Zeit genutzt, mir noch den Stadtteil „Felsenkeller“ oder so ähnlich (die Haltestelle hieß zumindest so) anzusehen. Erinnert ein bisschen an Prenzlauer Berg in Berlin in klein. Unzählige Second-Hand-Läden, kleine Cafés und so weiter.

Leipzig erscheint mir allgemein recht alternativ angehaucht, aber ohne so angestrengt cool wie Berlin zu wirken. Vorsicht, ist alles nur meine persönliche Meinung! Aber ich fühle mich dort irgendwie wohl, niemand ist so wahnsinnig schick und die Leute wirken recht lässig. Wahrscheinlich könnte man hier auch im Schlafanzug auf die Straße, ohne aufzufallen – das entspricht mir als Modemuffel sehr. Was ich außerdem angenehm finde, ist, dass es scheinbar eine recht aktive politische Szene gibt.

Die Uni ist zwar keine Campusuni, aber trotzdem recht zentral gelegen und die Gebäude sind sehr schön und modern. Bei Medizin schneidet Leipzig in den Rankings nicht schlecht ab und die Medizinstudenten, die ich gefragt habe, waren auch recht zufrieden.

Also, alles in allem könnte ich mir sehr gut vorstellen, in Leipzig zu studieren, gerade auch weil die Stadt so grün ist. Allerdings lag der NC letztes Jahr bei 1,1. Das könnte knapp für mich werden.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  21.05.2013
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
21.05.2013