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Was tun nach dem Abi?

Bin ich studierfähig?!

Wie ihr wisst, habe ich mich ja für Medizin an verschiedenen Hochschulen beworben. Über die Abiturbestenquote bin ich leider nicht mehr ausgewählt worden, dafür wäre in Bayern ein Schnitt von 1,2 nötig gewesen. Dafür bin ich an allen sechs Unis ins weitere Auswahlverfahren aufgenommen worden, sodass im Prinzip noch alles möglich war. Und so wurde ich schließlich auch von der Uni Münster zu deren sogenanntem „Studierfähigkeitstest“ eingeladen. Laut Uni Münster ist dieser dafür gedacht, neben intellektuellen Fähigkeiten eben auch soziale Kompetenzen abzuklopfen, die ja für den Arztberuf ebenso wichtig sind.

„Gut“, dachte ich mir „kann ja nicht schaden da mitzumachen!“. Doch dann sah ich das Datum: Mitten unter der Woche, einen ganzen Tag lang. Also was tun? Schließlich befinde ich mich ja immer noch im Pflegepraktikum, in dem ich auf knapp 40 Wochenstunden kommen muss. Glücklicherweise hatte die Stationsleiterin aber Verständnis und räumte mir den Tag frei, dafür muss ich dann halt das darauffolgende Wochenende durcharbeiten.

Die Vorbereitung auf den Test bestand für mich lediglich darin, ein Motivationsschreiben zu verfassen, in dem ich haarklein erklären sollte, weshalb ich der einzig geeignete Student bin. Schließlich war es so weit. 160 ziemlich nervös aussehende Mitstreiter standen da rum, von denen letzen Endes nur 80 genommen werden würden.

Nachdem alle erfasst waren, ging es an den zweiten von drei Test-Bestandteilen: den medizinisch-naturwissenschaftlichen Verständnistest. In 90 Minuten waren 60 Fragen aus den Themenbereichen Medizin und Biologie, zu kleinen Teilen aber auch Chemie und Physik, zu beantworten. Dabei war der Test so konzipiert, dass man kaum mehr als die Hälfte der Fragen korrekt würde beantworten können. Vermutlich liege ich selbst auch bei circa 50 Prozent. Ich muss allerdings sagen, dass ich mir Schlimmeres vorstellen kann, als unter lauter 1,0- bis 1,4-Abiturienten „nur“ im Durchschnitt zu liegen.

Der dritte, letzte und spannendste Teil des Studierfähigkeitstests waren kleinere „Rollenspiele“, in denen die Interaktion mit Patienten bewertet wurde. Von „Arzt-Patienten“-Gesprächen über handwerkliche Fähigkeiten wie dem Ausführen chirurgischer Knotentechniken (natürlich nur unter Anleitung) sowie Persönlichkeitstests war alles dabei. Jedoch wusste man nie, was tatsächlich bewertet wurde, damit ein „Verstellen“ der Bewerber ausgeschlossen werden konnte. Auf die Ergebnisse des Tests werde ich wohl noch etwas warten müssen, die Chancen stehen jedoch nicht ganz so gut, da die Abiturnote immer noch zu knapp 70 Prozent ausschlaggebend ist und ich mit 1,3 leider zu den schlechteren gehöre. Aber mal schauen, ich bin gespannt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  07.03.2013
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
07.03.2013

Was tun nach dem Abi?

Pflegepraktikum

Nachdem am Montag mein Pflegepraktikum beginnt, musste ich diese Woche noch kurz zu einer Art Vorstellungsgespräch, um die letzten Unklarheiten zu besprechen.

So habe ich erfahren, dass ich ein Gesundheitszeugnis benötige, da ich im Pflegepraktikum beispielsweise Patienten das Essen bringen muss. Also bin ich zum Gesundheitsamt gelaufen, um mir das Zeugnis ausstellen zu lassen. Das geht recht einfach, da es, im Vergleich zu vielen anderen Ämtern, doch ziemlich unbürokratisch funktioniert.

Das einzige was man braucht ist ein Personalausweis und 20 Euro. Ja, 20 Euro, das hat mich auch etwas schockiert. Man zahlt 20 Euro dafür, 15 Minuten in einem Wartezimmer zu sitzen. Dann wird man aufgerufen, bekommt ein (!!!) Din-A4-Blatt ausgehändigt und soll dieses durchlesen. Anschließend bestätigt man per Unterschrift, dass man das Blatt durchgelesen hat und mit keiner der aufgelisteten Krankheiten wissentlich infiziert ist. Dafür erhält man dann das Zeugnis und die Rechnung über 20 Euro.

Aber gut, daran führt halt leider kein Weg vorbei; es ist nur schade, dass das Krankenhaus, in dem ich das Pflegepraktikum mache, mir die Kosten nicht erstattet. Andererseits ist es auch ziemlich konsequent, schließlich erhält man während des Praktikums keinen Cent. Trotz 40-Stunden-Woche mit Früh- bzw. Spätschichten. Allein die Wochenenddienste bleiben einem erspart. Da ich jedoch vier Tage Urlaub – ich will Ende März zum Snowboarden – „reinarbeiten“ muss, muss ich da wohl auch durch.

Aber ehrlich gesagt freue ich mich auch schon richtig darauf. Endlich mal wieder etwas Sinnvolles zu tun, tut sicherlich gut! Und da ich in der Inneren, mit Spezialisierung auf Kardiologie und Gastroenterologie, eingesetzt werde, habe ich auch fast nur mit älteren Leuten zu tun, die vermutlich wirklich auf Hilfe angewiesen sein werden. Im Gegenzug haben diese dafür sehr oft wirklich interessante Geschichten zu erzählen. Ich bin also gespannt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  13.02.2013
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
13.02.2013

Was tun nach dem Abi?

Studiums-Resümee

Lange habe ich mich nicht mehr gemeldet. Nicht, weil ich keine Lust mehr gehabt hätte, meine Erfahrungen zu teilen, sondern eher, weil ich mir nicht sicher war, wie ich meine – zugegeben etwas unrühmlichen – Erlebnisse schön verpacken konnte.

Doch von vorne: Ich habe ja angefangen Physik zu studieren, weil ich das Fach in der Schule unglaublich spannend fand und auch nicht allzu schlecht darin war. Dass ein Fach im Studium häufig nicht ganz dem Schulfach entspricht, war mir klar, leider aber doch nicht so klar wie jetzt. Auf einen Mathe-Anteil von 75 Prozent war ich nicht eingestellt, eher auf 50. Und selbst das hatte mich schon damals, als die Entscheidung fiel, eher skeptisch gestimmt. Nun ist es nicht so, dass ich schlecht in Mathe bin oder war, definitiv besser als viele! Allerdings ist das Niveau hier an der Uni eben doch ein ganz anderes. Auch bin ich niemand, der vor Herausforderungen zurückschreckt oder keine Lust auf Anspruch hat. Was aber, zumindest für mich, unerlässlich ist, ist die Motivation, der Spaß, ein Ziel. Alle drei Dinge vermisse ich seit Anfang Oktober.

Zeit für Nebenbeschäftigungen bleibt kaum, sodass auch die Eingliederung in ein soziales Umfeld schwer fällt. Verfolgt man das Studium zielstrebig, bleibt keiner meiner Kommilitonen unter einer 55 Stunden-Woche. Realistischer ist irgendetwas zwischen 60 und 70 Stunden, Wochenende bleibt einem auch keines. Auch das sind Dinge, die mich, solange die Motivation noch vorhanden ist, nicht wirklich stören (solange für Grundlegendes Zeit bleibt). Aber wie gesagt, Mathe in dem Umfang hat meiner Meinung nach nichts mit Spaß oder sonst irgendetwas zu tun. Deshalb habe ich mich entschlossen mit Physik aufzuhören.

Zugegeben, leicht fiel mir die Entscheidung nicht; es hat einen faden Beigeschmack und ich fühle mich ein bisschen wie ein Versager, aber bevor ich mich fünf Jahre durch irgendetwas durchkämpfe, womit ich unterm Strich nie glücklich werde, entscheide ich mich lieber frühzeitig, wenn noch Zeit für ein Umdenken ist.

Was dieses Umdenken hervorbringt, werden die kommenden Wochen zeigen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  09.01.2013
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
09.01.2013