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Was tun nach dem Abi?

Angsthase

Neulich war ich mit einem Freund in Malinalco, einem kleinen Dorf südwestlich von Mexiko-Stadt. Dort haben wir uns zwei Tage lang erholt. Zuerst haben wir die historische Stätte von Malinalco besichtigt, die ganz malerich auf einem Berg liegt. Danach haben wir auf einem wirklich schönen abgeschiedenen Campingplatz im Wald unser Zelt aufgebaut und Feuerholz gesucht.

Abends wollten wir dann im Dorf Essen gehen, aber leider hatten alle Restaurants schon um sieben Uhr zu gemacht. Also haben wir Pozole (eine typische Hühner-Maissuppe) und Pambassos (frittierte Kartoffelbrötchen) an einem Stand gegessen und danach Café de Olla (süßer Kaffee mit Zimt) getrunken. Da es hier schon um sechs Uhr dunkel wird, haben wir noch einen kleinen Nachtspaziergang gemacht. Dabei hat es mich ein bisschen gegruselt, weil einfach keine Menschenseele unterwegs war – wie ausgestorben.

Auch auf dem Zeltplatz war es ziemlich unheimlich. Ständig ging der Wind und hat die am Boden liegenden Blätter durchgewirbelt und die Ästchen zum Knacken gebracht. Selbstverständlich haben Grillen gezirpt und Nachtvögel geschrien und ab und an kam ein streunender Hund vorbei.

Irgendwie hat sich also keine richtige Lagerfeueratmosphäre einstellen wollen und deswegen sind wir auch bald ins Bett gegangen. Was nicht automatisch heißt, dass ich geschlafen hätte. Während mein Freund laut schnarchend geratzt hat, habe ich noch stundenlang dem Geraschel und Getappe gelauscht und bin immer wieder aus dem Schlaf hochgeschreckt. Erst als morgens schon die Sonne aufgegangen war und ich die vermutlich schlimmste Nacht meines Lebens hinter mich gebracht hatte, konnte ich schlafen.

Der nächste Tag hat uns dafür mit wunderbarem Sonnenschein belohnt. Wir haben auf der Urwaldlichtung ein leckeres Frühstück zu uns genommen und im Anschluss eine Wanderung zu einem „Sabino”, einem riesigen Baum, gemacht. Das Besondere an diesem Baum ist, dass seine Wurzeln sehr tief reichen, er Wasser nach oben saugt und sich um ihn herum ein kleiner See bildet. Dort sind wir noch schwimmen gegangen, bevor wir dann wieder nach Mexiko-Stadt zurückgefahren sind. Jetzt bin ich heilfroh, dass ich ganz sicher in meinen eigenen vier Wänden entspannt schlafen kann.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  19.12.2012
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
19.12.2012

Was tun nach dem Abi?

Praktikum vorbei! Und was nun?

Letzte Woche Dienstag war mein letzter Tag als Praktikantin beziehungsweise Freiwillige bei Amnesty International hier in Mexiko und darüber bin ich heilfroh! Am Anfang dachte ich eigentlich, es wird ganz gut, weil die Leute wirklich nett waren, und ich hatte immer die Hoffnung, dass es noch etwas spannender werden würde. Aber leider ist es nie richtig spannend geworden. Ich habe letztlich nur das Telefon gehütet und Anrufe weiter geleitet, Anrufe getätigt, E-Mails beantwortet, kopiert, gescannt, Kostenvoranschläge in Auftrag gegeben und Banksachen erledigt.

Im Endeffekt habe ich leider nicht so viel gelernt, aber umsonst war das Praktikum trotzdem nicht: Erstens weiß ich jetzt, dass es zwar ganz wunderbar ist, etwas Spaßiges zu studieren, aber dass es zumindest für mich noch wichtiger ist, etwas zu studieren, womit man etwas arbeiten kann, das einem halbwegs Spaß macht. Und mir ist klar, dass ich keine Lust hätte einen Master in Politikwissenschaften zu machen, um als bessere Sekretärin bei Amnesty zu arbeiten und demensprechend zu verdienen. Auch wenn die Politikwissenschaften sicherlich sehr interessant sind.

Außerdem wurde mir bewusst, dass die Arbeit mit Papier und Computer nicht so hundertprozentig das Richtige für mich ist. Ich will etwas mit Leuten zu tun haben und praktisch arbeiten. So hat mich das Praktikum indirekt doch weiter gebracht und sicherlich hat es mir auch geholfen, mich letztendlich für Medizin zu entscheiden. Alles hat doch auch immer sein Gutes.

In knapp zwei Wochen werde ich nach Kuba fliegen, um dort meine Freunde und Reisegefährten zu treffen. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu organisieren: Rückflug umbuchen, Abschiedsfeier organisieren, Zimmerübergabe machen, Mitbringsel kaufen. Also langweilig wird mir in den letzten Wochen hier nicht werden. Und wenn doch, mache ich noch einen Kurzausflug für zwei oder drei Tage nach Puebla, einer nahe gelegenen Stadt, oder besuche Freunde auf dem Land.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  11.12.2012
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
11.12.2012

Was tun nach dem Abi?

Weg von zu Hause

Jedes Jahr vor Silvester mache ich mir eine Liste mit genau zwanzig Vorsätzen für das kommende Jahr und gucke, dass ich mindestens die Hälfte davon auch wirklich schaffe. Dieses Jahr habe ich ein paar davon schon umgesetzt, ein paar andere stehen aber noch aus.

Vorsatz Nummer vier: Abitur schaffen. Erledigt!

Vorsatz Nummer acht: Endlich um Kontaktlinsen kümmern, damit ich nicht ewig von der blöden Brille abhängig bin. Erledigt!

Vorsatz Nummer zehn: anfangen zu studieren. Noch nicht ganz erledigt, aber in weniger als einem Monat kann ich auch da einen Haken setzen.

Und Vorsatz Nummer 17: von zu Hause ausziehen. Noch nicht erledigt. Was nicht daran liegt, dass ich festgestellt habe, dass es bei Mutti doch am schönsten ist, sondern daran, dass die Wohnungs- oder WG-Suche schwieriger ist, als ich es mir vorgestellt hatte.

Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, möchte ich so langsam hier raus. Man kennt das ja, auch wenn man volljährig ist, seinen Schulabschluss in der Tasche hat und (na ja, zumindest ein bisschen) erwachsen wird, bleibt man für seine Eltern doch noch eine ganze Weile das Kind – vor allem, wenn man keine älteren Brüder oder Schwestern hat, die einem den Weg aus dem Nest ebnen. Ich komme mit meinen Eltern und Geschwistern eigentlich ziemlich gut zurecht, aber manche Dinge gehen mir langsam auf die Nerven. „Janna, räum mal bitte dein Zimmer auf…und vergiss nicht die Spülmaschine!“ – „Warst du nicht heute lange genug am PC? Das macht dick, dumm und traurig!“

Irgendwann muss man ja auch mal lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, also bitte: Wo kann ich hin? Eine eigene Wohnung kommt für mich nicht in Frage. Alleine wohnen wäre zumindest jetzt noch nichts für mich, ich brauche Gesellschaft. Also WG oder Wohnheim. Natürlich war ich nicht so schlau wie zwei Mädchen aus meiner alten Stufe, die sich bereits letztes Jahr für sämtliche in Frage kommende Wohnheime auf die Warteliste haben setzen lassen, und jetzt die Zusage bekommen haben. Meine Bewerbung für einen Düsseldorfer Wohnheimplatz ging Anfang September raus. Umso schlimmer war für mich die Antwort: Aus einem mir nicht verständlichen Grund konnte der Antrag so nicht angenommen werden. Meine völlig verzweifelte E-Mail, ich wolle doch nur einen Wohnheimplatz in Uninähe und das möglichst bald, fand zum Glück Verständnis: „Ich habe Sie jetzt für ein Einzel-Appartement oder ein WG-Zimmer auf die Warteliste gesetzt. Hier sind die Aussichten ganz gut bis zum Semesterbeginn noch ein Zimmer zu bekommen.“ Eine Zusage des Wohnheims habe ich bisher aber nicht, genauso wenig wie Rückmeldungen von ein paar WGs, bei denen ich mich online beworben habe. Aber was das angeht, bleibe ich optimistisch. Bis zum Studienbeginn sind noch ein paar Tage. Und selbst wenn ich nicht pünktlich ab Oktober eine Unterkunft in Düsseldorf habe, ist das auch kein Drama. Eine Stunde lang morgens mit der Bahn unterwegs zu sein, ist zwar nicht gerade mein Traum, aber auszuhalten, und da drei Leute aus meiner ehemaligen Stufe ebenfalls in Düsseldorf studieren und ganz in meiner Nähe wohnen, wird die gemeinsame Fahrt nach Düsseldorf hoffentlich nicht allzu langweilig.

 

Autor: Janna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  24.09.2012
Autor: Janna
Rubrik: auszeit nach dem abi
24.09.2012