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Was tun nach dem Abi?

Praktikum vorbei! Und was nun?

Letzte Woche Dienstag war mein letzter Tag als Praktikantin beziehungsweise Freiwillige bei Amnesty International hier in Mexiko und darüber bin ich heilfroh! Am Anfang dachte ich eigentlich, es wird ganz gut, weil die Leute wirklich nett waren, und ich hatte immer die Hoffnung, dass es noch etwas spannender werden würde. Aber leider ist es nie richtig spannend geworden. Ich habe letztlich nur das Telefon gehütet und Anrufe weiter geleitet, Anrufe getätigt, E-Mails beantwortet, kopiert, gescannt, Kostenvoranschläge in Auftrag gegeben und Banksachen erledigt.

Im Endeffekt habe ich leider nicht so viel gelernt, aber umsonst war das Praktikum trotzdem nicht: Erstens weiß ich jetzt, dass es zwar ganz wunderbar ist, etwas Spaßiges zu studieren, aber dass es zumindest für mich noch wichtiger ist, etwas zu studieren, womit man etwas arbeiten kann, das einem halbwegs Spaß macht. Und mir ist klar, dass ich keine Lust hätte einen Master in Politikwissenschaften zu machen, um als bessere Sekretärin bei Amnesty zu arbeiten und demensprechend zu verdienen. Auch wenn die Politikwissenschaften sicherlich sehr interessant sind.

Außerdem wurde mir bewusst, dass die Arbeit mit Papier und Computer nicht so hundertprozentig das Richtige für mich ist. Ich will etwas mit Leuten zu tun haben und praktisch arbeiten. So hat mich das Praktikum indirekt doch weiter gebracht und sicherlich hat es mir auch geholfen, mich letztendlich für Medizin zu entscheiden. Alles hat doch auch immer sein Gutes.

In knapp zwei Wochen werde ich nach Kuba fliegen, um dort meine Freunde und Reisegefährten zu treffen. Bis dahin gibt es aber noch einiges zu organisieren: Rückflug umbuchen, Abschiedsfeier organisieren, Zimmerübergabe machen, Mitbringsel kaufen. Also langweilig wird mir in den letzten Wochen hier nicht werden. Und wenn doch, mache ich noch einen Kurzausflug für zwei oder drei Tage nach Puebla, einer nahe gelegenen Stadt, oder besuche Freunde auf dem Land.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  11.12.2012
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
11.12.2012

Was tun nach dem Abi?

Weg von zu Hause

Jedes Jahr vor Silvester mache ich mir eine Liste mit genau zwanzig Vorsätzen für das kommende Jahr und gucke, dass ich mindestens die Hälfte davon auch wirklich schaffe. Dieses Jahr habe ich ein paar davon schon umgesetzt, ein paar andere stehen aber noch aus.

Vorsatz Nummer vier: Abitur schaffen. Erledigt!

Vorsatz Nummer acht: Endlich um Kontaktlinsen kümmern, damit ich nicht ewig von der blöden Brille abhängig bin. Erledigt!

Vorsatz Nummer zehn: anfangen zu studieren. Noch nicht ganz erledigt, aber in weniger als einem Monat kann ich auch da einen Haken setzen.

Und Vorsatz Nummer 17: von zu Hause ausziehen. Noch nicht erledigt. Was nicht daran liegt, dass ich festgestellt habe, dass es bei Mutti doch am schönsten ist, sondern daran, dass die Wohnungs- oder WG-Suche schwieriger ist, als ich es mir vorgestellt hatte.

Auch wenn es nicht unbedingt notwendig ist, möchte ich so langsam hier raus. Man kennt das ja, auch wenn man volljährig ist, seinen Schulabschluss in der Tasche hat und (na ja, zumindest ein bisschen) erwachsen wird, bleibt man für seine Eltern doch noch eine ganze Weile das Kind – vor allem, wenn man keine älteren Brüder oder Schwestern hat, die einem den Weg aus dem Nest ebnen. Ich komme mit meinen Eltern und Geschwistern eigentlich ziemlich gut zurecht, aber manche Dinge gehen mir langsam auf die Nerven. „Janna, räum mal bitte dein Zimmer auf…und vergiss nicht die Spülmaschine!“ – „Warst du nicht heute lange genug am PC? Das macht dick, dumm und traurig!“

Irgendwann muss man ja auch mal lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, also bitte: Wo kann ich hin? Eine eigene Wohnung kommt für mich nicht in Frage. Alleine wohnen wäre zumindest jetzt noch nichts für mich, ich brauche Gesellschaft. Also WG oder Wohnheim. Natürlich war ich nicht so schlau wie zwei Mädchen aus meiner alten Stufe, die sich bereits letztes Jahr für sämtliche in Frage kommende Wohnheime auf die Warteliste haben setzen lassen, und jetzt die Zusage bekommen haben. Meine Bewerbung für einen Düsseldorfer Wohnheimplatz ging Anfang September raus. Umso schlimmer war für mich die Antwort: Aus einem mir nicht verständlichen Grund konnte der Antrag so nicht angenommen werden. Meine völlig verzweifelte E-Mail, ich wolle doch nur einen Wohnheimplatz in Uninähe und das möglichst bald, fand zum Glück Verständnis: „Ich habe Sie jetzt für ein Einzel-Appartement oder ein WG-Zimmer auf die Warteliste gesetzt. Hier sind die Aussichten ganz gut bis zum Semesterbeginn noch ein Zimmer zu bekommen.“ Eine Zusage des Wohnheims habe ich bisher aber nicht, genauso wenig wie Rückmeldungen von ein paar WGs, bei denen ich mich online beworben habe. Aber was das angeht, bleibe ich optimistisch. Bis zum Studienbeginn sind noch ein paar Tage. Und selbst wenn ich nicht pünktlich ab Oktober eine Unterkunft in Düsseldorf habe, ist das auch kein Drama. Eine Stunde lang morgens mit der Bahn unterwegs zu sein, ist zwar nicht gerade mein Traum, aber auszuhalten, und da drei Leute aus meiner ehemaligen Stufe ebenfalls in Düsseldorf studieren und ganz in meiner Nähe wohnen, wird die gemeinsame Fahrt nach Düsseldorf hoffentlich nicht allzu langweilig.

 

Autor: Janna  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  24.09.2012
Autor: Janna
Rubrik: auszeit nach dem abi
24.09.2012

Was tun nach dem Abi?

Alles zu seiner Zeit

Der Studienplatz steht. Nach gründlicher Auswertung aller Zu- und Absagen habe ich mich letztendlich für Düsseldorf entschieden. Und für Germanistik und Soziologie.

Immatrikuliert habe ich mich – und das ist typisch für mich – auf den letzten Drücker und etwas chaotisch („Mama, Papa, ich studiere jetzt übrigens in Düsseldorf und muss bis in einer Woche alle notwendigen Unterlagen abgeschickt haben, könnt ihr mir helfen?“), aber letztendlich habe ich den dicken Briefumschlag mit beglaubigten Zeugniskopien, Versicherungsbescheinigungen und so weiter doch rechtzeitig abschicken können. Natürlich nicht als Einschreiben, wie es mir meine Eltern noch geraten haben – manchmal sollte man vielleicht doch auf seine Erzeuger hören, aber da ich der deutschen Post vertraue, hoffe ich mal das Beste.

In der Zwischenzeit habe ich noch von ungefähr jeder anderen Universität, an der ich mich beworben habe, Zusagen bekommen, aber egal. Ich studiere jetzt in Düsseldorf. Und das ist vollkommen okay. Ich habe keine Lust und vor allem keine Zeit, mich jetzt nochmal um zu entscheiden.

Warum eigentlich keine Zeit?

Ich habe mal nachgerechnet: Bis am 4. Oktober meine Einführungsveranstaltungen beginnen, hatte ich ziemlich genau sechs Monate lang nichts zu tun. Okay, nichts außer ein paar nebensächlichen Abiturprüfungen und sowas. Und trotzdem hatte ich in der ganzen freien Zeit nie das Gefühl, nichts zu tun zu haben. Mindestens ein- bis zweimal pro Woche lädt abends irgendjemand aus meinem Freundeskreis zu sich ein, dazu kommen Treffen außerhalb der Reihe, um ins Kino, zum Friseur oder auf den Flohmarkt zu gehen, und bevor das Semester anfängt muss ich auch noch dringend in den Movie Park.

Und dann brauche ich eigentlich noch viel mehr Zeit für die Sachen, die wirklich wichtig sind. Ich sollte nach Düsseldorf fahren und herausfinden, welche Möglichkeiten es gibt, eine WG zu finden. Ich muss dringend ein T-Shirt zum bestandenen Abi für eine Freundin fertig gestalten. Ich verspreche meiner Mutter jeden Tag aufs Neue, mein Zimmer aufzuräumen – und ob das mal intensiver verwirklicht wird als nur Bett machen und ein, zwei Kleidungsstücke in die Wäsche zu werfen, ist fraglich.

Ich hatte mal vor, in der Zeit zwischen Abitur und Studium ganz viele Praktika zu machen, mir vielleicht einen Nebenjob zu suchen, um ein bisschen Geld zu sparen, oder eben auch das zu machen, was dringend notwendig ist. Nicht nur, um Erfahrungen zu sammeln, sondern auch, um mal ein bisschen was zu schaffen.

Letztendlich habe ich mich mehr oder weniger bewusst dagegen entschieden. Ich habe doch schon so viel geschafft. Ich habe mein Abitur recht ordentlich bestanden, ich habe einen Studienplatz, mit dem ich zufrieden bin, ich habe es geschafft, meine Freunde zu behalten und meinen Freundeskreis sogar zu erweitern, auch wenn die Schule uns nicht mehr Tag für Tag zusammen bringt.

Wenn in einem Monat die Uni anfängt, werde ich von ganz alleine wieder einen geregelten Tagesablauf bekommen. Und bis dahin ist mein Leben, wie es jetzt ist, wahrscheinlich genau das, was ich brauche.

Autor: Janna  |  Rubrik: orientieren  |  14.09.2012
Autor: Janna
Rubrik: orientieren
14.09.2012