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Was tun nach dem Abi?

Urlaubsreif

Seit vier Wochen bin ich nun in Frankreich, gut dreieinhalb davon arbeite ich bereits. Ursprünglich sollte es bei drei Wochen Arbeit bleiben – der August wäre meine freie Zeit gewesen, sodass ich den kompletten September wieder arbeiten würde – doch ich habe eine weitere Woche drangehängt. Zum einen, weil Leute ins Team kamen, mit denen ich noch gerne eine Woche verbringen wollte, zum anderen weil ich auf das Geld angewiesen war, nachdem mein Surfbrett „leicht“ beschädigt wurde.

Nun mag es wie ein Traumjob klingen, umsonst am Atlantik zu lebenund zudem Zeit für das wichtigste Hobby zu haben, aber ganz so rosig und entspannt wie man sich das vorstellt, ist es auch wieder nicht.

Wir leben hier in einem gut 23-köpfigen Team, und zwar auf sehr engem Raum, mit einer gemeinsamen Küche und einem gemeinsamen „Wohnzimmer“, einer Hängemattensiedlung (mit zwei Stockwerken). Klingt toll, oder? Aber es ist auch sehr anstrengend, denn in einer Wohngemeinschaft von 23 Leuten bleiben Streitereien nicht aus. Dazu kommt die zermürbende Problematik der Kurswechsel: Jede Woche sieht man neue Gesichter. Natürlich freut man sich auf die neue Gruppe, man ist gespannt, wie die Gruppendynamik ist und neugierig auf neue Leute, aber jeden Samstag wird eben auch auf „Reset“ gedrückt. Fragt mich ja nicht nach Namen aus meiner ersten Gruppe. Ich habe, um ehrlich zu sein, schon ein bisschen Probleme, mich überhaupt an die Situation der ersten Kurswoche zu erinnern. Seitdem habe ich circa 150 neue Leute gesehen, und auch das Team, in dem ich arbeite, hat sich verändert. Seit meinem Arbeitsbeginn wurde fast das komplette Team ausgetauscht. Das heißt, dass ich Leute kaum länger als zwei bis drei Wochen sehe.

Sicher jammere ich auf hohem Niveau. Ich will auch nicht sagen, dass mir das hier keinen Spaß macht, das ist genau was ich will! Aber es ist eben auch kein Urlaub. Den habe ich aber bald. Die erste Woche werde ich mit einem anderen Teamer vermutlich in Hossegore verbringen. Die zweite und dritte Woche fahre ich nach Galizien, Nordwestspanien. Und was in meiner vierten Urlaubswoche passiert, weiß ich noch nicht. Ganz sicher weiß ich hingegen: Ich bin total urlaubsreif!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  21.08.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
21.08.2012

Was tun nach dem Abi?

Die Qual der Wahl

Mittlerweile haben wir Mitte August, und die meisten Universitäten haben ihre Zu- und Absagen rausgeschickt. Es ist nicht so, dass ich keinerlei Zusagen bekommen hätte, aber das Blöde ist, dass man mit Zusagen nicht immer etwas anfangen kann. Ein Beispiel: Man hat sich an einer Uni für einen Bachelor mit zwei Hauptfächern beworben und dabei Geschichte und Medienwissenschaften gewählt. Eine Zusage für Geschichte trudelt wenige Wochen später ein – nur für Medienwissenschaften hat es leider nicht gereicht. Ich habe keine Ahnung, woher die ganzen Abiturienten mit Einser-Abiturschnitten kommen. Nur leider sind diese anscheinend der Grund dafür, dass ich, als zwar nicht gerade dumme, aber faule und daher nur mit einem Schnitt von 2,0 gesegnete Studienbewerberin an vielen Unis keine Zusagen erhalten habe, mit denen ich vernünftige Studienfachkombinationen zusammen bekomme.

Ich habe mich an zwölf Unis beworben, drei davon sind mir mit unterschiedlichen Fächerkombinationen geblieben: Mathe und Deutsch auf Lehramt in Bonn, Deutsche Sprache und Literatur und Pädagogik in Köln und Germanistik und Linguistik in Düsseldorf. Und für jede dieser Möglichkeiten gibt es Vor- und Nachteile, die mir die Entscheidung, vor allem für die jeweilige Stadt, schwer machen.

Düsseldorf ist die Universitätsstadt, die meinem Zuhause am nächsten liegt, dort war ich schon ein paar Mal, ich kenne mich auf dem Campus und mit dem Bahnnetz halbwegs aus, und ich müsste, wenn ich dort anfangen sollte zu studieren, meine Babysittingstellen und meinen Tanzkurs nicht aufgeben.

Aber was auf der einen Seite positiv erscheint, ist auch das, was mich auf der anderen Seite am meisten an Düsseldorf stört. Es ist so nah! Ich müsste nicht ausziehen – was ich aber unbedingt vorhabe – und es wäre eine weitere Vermeidung, einen wirklichen Neuanfang zu riskieren. Ich bin ein Mensch, der Veränderungen nur schwer akzeptieren kann, aber momentan fühle ich mich danach, und wenn ich schon einmal so weit bin, dann sollte ich das auch durchziehen!

Köln ist bereits ein Stück weiter entfernt, aber nicht vollkommen aus der Welt. Auch dort war ich schon und mag die Innenstadt und den Rhein – auch wenn ich das als Fast-Düsseldorferin natürlich niemals zugeben würde. Die Stadt hätte die perfekte Entfernung zu meinem jetzigen Wohnort: Weit genug weg, damit ich ausziehen muss und lerne, auf eigenen Füßen zu stehen, nah genug, um in einer guten Stunde mit der Bahn zu meiner Familie fahren zu können.

Gegen Köln hingegen spricht, dass es eben diese riesige Stadt Köln ist, dass ich an der Universität wahrscheinlich zu Anfang mutterseelenallein bin und niemanden kenne und dass die Mieten unendlich hoch sind.

In Bonn hat mein Vater eine Weile studiert und die Zeit dort ziemlich genossen. Die Stadt ist mir bisher nur durch ein paar Museumsbesuche bekannt, aber als Studentenstadt wohl recht gut geeignet, da sie bezahlbar, kulturell interessant und übersichtlich ist. Außerdem studiert eine sehr gute Freundin von mir höchstwahrscheinlich auch dort, sodass ich eine Bezugsperson hätte.

Aber andererseits ist Bonn trotzdem noch ein ganzes Stück weiter weg als Köln oder Düsseldorf und mir bisher so unbekannt, dass ich nicht weiß, ob ich mich dort wirklich zurecht finden würde. Es ist beruhigender, wenn man weiß, dass man zwar etwas Neues beginnt, aber das Neue schon einmal aus der Ferne betrachtet hat und nicht direkt ins kalte Wasser geworfen wird. Dazu kommt, dass ich mich mit Mathe und Deutsch auf Lehramt zwar gut anfreunden kann, aber diese Fächerkombination noch diejenige ist, bei der ich am wenigsten weiß, ob sie wirklich das ist, was ich machen möchte.

Die Zeit drängt. Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden werde, aber ich muss bald eine Wahl treffen. Und habe dafür nur noch wenige Tage.

Autor: Janna  |  Rubrik: orientieren  |  20.08.2012
Autor: Janna
Rubrik: orientieren
20.08.2012

Was tun nach dem Abi?

Tage, die man streichen muss

Es gibt einfach Tage, da denkt man sich: „Wäre ich doch im Bett geblieben!“ Der letzte Mittwoch war so ein Tag. An sich sah alles sehr ansprechend aus, die Wellen waren super, genau wie das Wetter sowie die Stimmung im Team. Doch das war es dann auch an positiven Dingen; der Unglückstag nahm seinen Lauf: Zuerst riss eine Naht meines Neoprenanzuges, was an und für sich kein Drama ist, nur eben ärgerlich, weil schwer zu reparieren und teuer! Nichtsdestotrotz bin ich ins Wasser gesprungen, denn die Wellen sahen einfach zu verlockend aus. Lange konnte ich allerdings nicht bleiben, da mein Körper aus mir unerklärlichen Gründen beschloss, in sechs verschiedenen Muskelgruppen gleichzeitig zu krampfen. Das war wirklich eine extrem unbequeme Erfahrung, zumal ich mich ja gleichzeitig noch irgendwie über Wasser halten musste! Ich bin dann raus aus dem Wasser, habe etwas gegessen und Magnesiumtabletten geschluckt. Ungefähr zwei Stunden später habe ich mich dann wieder ins Wasser getraut, trotz ziemlich verhärteter Muskeln. Hätte ich wohl lieber nicht machen sollen, denn nach nur zwei Wellen hat es mich auf der dritten ziemlich zerbröselt, ein paar mal ums Brett gewickelt und gut durchgespült. Die Schulter tat danach ziemlich weh, was mich dummerweise nicht daran gehindert hat, im Wasser zu bleiben. Dann habe ich zufällig einen Riss in meinem Surfboard gemerkt, der definitiv Wasser aufgesogen hat. Ich bin also so schnell wie möglich an Land, um den Schaden zu begutachten, wodurch meine Laune noch weiter absank. Die Reparatur wird wohl nicht allzu schwierig, jedoch zeitaufwendig und vermutlich etwas teurer und war im Budget nicht eingeplant. Glücklicherweise gibt es in einem Surfcamp genug nette Kollegen, die einem ihre Zweit-Bretter leihen.

Mit den bisherigen Ereignissen war es aber leider noch nicht erledigt; abends bin ich dann nämlich noch an einem Schlagloch im Asphalt der Campingplatz-Straße hängen geblieben und habe mir ein richtig großes Stück Fleisch aus dem großen Zeh gerissen. Wie gesagt, Tage wie diese muss man einfach so schnell wie möglich vergessen!

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  14.08.2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
14.08.2012