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Was tun nach dem Abi?

Auf dem Jakobsweg

Die zweite Urlaubswoche ist nun also angebrochen und soll, wenn es nach mir geht, niemals enden! Über San Sebastian bin ich durch das Baskenland gereist, gemeinsam mit zwei Kollegen aus dem Surfcamp und dem Bruder des einen bis nach Galicien! Wirklich geplant hatten wir dabei nichts, einzig das Ziel, innerhalb einer Woche in Galicien anzukommen stand auf dem Plan! Oh, und dabei so oft zu surfen wie nur irgend möglich, versteht sich! So machten wir also täglich mehrere Male in einer der unzähligen Buchten der nordspanischen Küste Halt, um Wellen und etwaige Schlafplätze zu finden.

Es ist genial, zu sehen, wie sich die Landschaft von Region zu Region verändert. Während Kantabrien und das Baskenland hauptsächlich aus unzugänglicher Steilküste bestehen, kommt man in Asturien bereits ohne größere Schwierigkeiten in die Buchten. Von bewaldeter zu mit Gras bewachsener Steilküste verändert sich die Landschaft, und auch die Bebauung unterliegt einem Wandel. Man sieht definitiv, dass es der Region, besser gesagt den Regionen hier oben, an Geld mangelt, denn ein Großteil der Bevölkerung und Bebauung wirkt sehr verarmt und heruntergekommen.

Wirklich verwundern tut das allerdings nicht, denn der einzige Wirtschaftsfaktor ist eine in die Jahre gekommene Industrie. Mit Tourismus ist hier auch nicht mehr viel, je weiter man sich nach Westen bewegt, desto leerer wird es. Einzig ein paar Pilger sieht man ab und zu, die den Jakobsweg gehen. Wie erwartet ist die Übernachtungssituation sehr entspannt, in insgesamt sieben Nächten hatten wir kein einziges Mal Schwierigkeiten. Und das bei derart genialen Stellplätzen! Auf Klippen mit direktem Meer-/Panoramablick, in Pinienwäldern auf der Düne, ebenfalls mit Meerblick, und auf normalen Strandparkplätzen, eine Minute Gehzeit vom Wasser entfernt! Was will man mehr? Das einzige Problem ist momentan nur die Kohle... Brettreperaturen sowie unerwartete, erzwungene Investitionen und dergleichen mehr lassen das Geld doch recht knapp werden!

Ich hoffe nur, dass ich die letzten Kilometer runter bis Vigo (momentan sind wir in La Coruña) noch über die Runden komme und die nächste Woche noch Geld für Essen habe. Ansonsten wäre ich gezwungen, frühzeitig zurück nach Frankreich zu fahren. Zwar muss ich dort für Stellplätze Geld bezahlen, doch ist dort die Verpflegungssituation um einiges leichter. Und komfortabler – bekocht werden ist doch eine feine Sache.

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  03.09.2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
03.09.2012

Was tun nach dem Abi?

Urlaubsreif

Seit vier Wochen bin ich nun in Frankreich, gut dreieinhalb davon arbeite ich bereits. Ursprünglich sollte es bei drei Wochen Arbeit bleiben – der August wäre meine freie Zeit gewesen, sodass ich den kompletten September wieder arbeiten würde – doch ich habe eine weitere Woche drangehängt. Zum einen, weil Leute ins Team kamen, mit denen ich noch gerne eine Woche verbringen wollte, zum anderen weil ich auf das Geld angewiesen war, nachdem mein Surfbrett „leicht“ beschädigt wurde.

Nun mag es wie ein Traumjob klingen, umsonst am Atlantik zu lebenund zudem Zeit für das wichtigste Hobby zu haben, aber ganz so rosig und entspannt wie man sich das vorstellt, ist es auch wieder nicht.

Wir leben hier in einem gut 23-köpfigen Team, und zwar auf sehr engem Raum, mit einer gemeinsamen Küche und einem gemeinsamen „Wohnzimmer“, einer Hängemattensiedlung (mit zwei Stockwerken). Klingt toll, oder? Aber es ist auch sehr anstrengend, denn in einer Wohngemeinschaft von 23 Leuten bleiben Streitereien nicht aus. Dazu kommt die zermürbende Problematik der Kurswechsel: Jede Woche sieht man neue Gesichter. Natürlich freut man sich auf die neue Gruppe, man ist gespannt, wie die Gruppendynamik ist und neugierig auf neue Leute, aber jeden Samstag wird eben auch auf „Reset“ gedrückt. Fragt mich ja nicht nach Namen aus meiner ersten Gruppe. Ich habe, um ehrlich zu sein, schon ein bisschen Probleme, mich überhaupt an die Situation der ersten Kurswoche zu erinnern. Seitdem habe ich circa 150 neue Leute gesehen, und auch das Team, in dem ich arbeite, hat sich verändert. Seit meinem Arbeitsbeginn wurde fast das komplette Team ausgetauscht. Das heißt, dass ich Leute kaum länger als zwei bis drei Wochen sehe.

Sicher jammere ich auf hohem Niveau. Ich will auch nicht sagen, dass mir das hier keinen Spaß macht, das ist genau was ich will! Aber es ist eben auch kein Urlaub. Den habe ich aber bald. Die erste Woche werde ich mit einem anderen Teamer vermutlich in Hossegore verbringen. Die zweite und dritte Woche fahre ich nach Galizien, Nordwestspanien. Und was in meiner vierten Urlaubswoche passiert, weiß ich noch nicht. Ganz sicher weiß ich hingegen: Ich bin total urlaubsreif!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  21.08.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
21.08.2012

Was tun nach dem Abi?

Die Qual der Wahl

Mittlerweile haben wir Mitte August, und die meisten Universitäten haben ihre Zu- und Absagen rausgeschickt. Es ist nicht so, dass ich keinerlei Zusagen bekommen hätte, aber das Blöde ist, dass man mit Zusagen nicht immer etwas anfangen kann. Ein Beispiel: Man hat sich an einer Uni für einen Bachelor mit zwei Hauptfächern beworben und dabei Geschichte und Medienwissenschaften gewählt. Eine Zusage für Geschichte trudelt wenige Wochen später ein – nur für Medienwissenschaften hat es leider nicht gereicht. Ich habe keine Ahnung, woher die ganzen Abiturienten mit Einser-Abiturschnitten kommen. Nur leider sind diese anscheinend der Grund dafür, dass ich, als zwar nicht gerade dumme, aber faule und daher nur mit einem Schnitt von 2,0 gesegnete Studienbewerberin an vielen Unis keine Zusagen erhalten habe, mit denen ich vernünftige Studienfachkombinationen zusammen bekomme.

Ich habe mich an zwölf Unis beworben, drei davon sind mir mit unterschiedlichen Fächerkombinationen geblieben: Mathe und Deutsch auf Lehramt in Bonn, Deutsche Sprache und Literatur und Pädagogik in Köln und Germanistik und Linguistik in Düsseldorf. Und für jede dieser Möglichkeiten gibt es Vor- und Nachteile, die mir die Entscheidung, vor allem für die jeweilige Stadt, schwer machen.

Düsseldorf ist die Universitätsstadt, die meinem Zuhause am nächsten liegt, dort war ich schon ein paar Mal, ich kenne mich auf dem Campus und mit dem Bahnnetz halbwegs aus, und ich müsste, wenn ich dort anfangen sollte zu studieren, meine Babysittingstellen und meinen Tanzkurs nicht aufgeben.

Aber was auf der einen Seite positiv erscheint, ist auch das, was mich auf der anderen Seite am meisten an Düsseldorf stört. Es ist so nah! Ich müsste nicht ausziehen – was ich aber unbedingt vorhabe – und es wäre eine weitere Vermeidung, einen wirklichen Neuanfang zu riskieren. Ich bin ein Mensch, der Veränderungen nur schwer akzeptieren kann, aber momentan fühle ich mich danach, und wenn ich schon einmal so weit bin, dann sollte ich das auch durchziehen!

Köln ist bereits ein Stück weiter entfernt, aber nicht vollkommen aus der Welt. Auch dort war ich schon und mag die Innenstadt und den Rhein – auch wenn ich das als Fast-Düsseldorferin natürlich niemals zugeben würde. Die Stadt hätte die perfekte Entfernung zu meinem jetzigen Wohnort: Weit genug weg, damit ich ausziehen muss und lerne, auf eigenen Füßen zu stehen, nah genug, um in einer guten Stunde mit der Bahn zu meiner Familie fahren zu können.

Gegen Köln hingegen spricht, dass es eben diese riesige Stadt Köln ist, dass ich an der Universität wahrscheinlich zu Anfang mutterseelenallein bin und niemanden kenne und dass die Mieten unendlich hoch sind.

In Bonn hat mein Vater eine Weile studiert und die Zeit dort ziemlich genossen. Die Stadt ist mir bisher nur durch ein paar Museumsbesuche bekannt, aber als Studentenstadt wohl recht gut geeignet, da sie bezahlbar, kulturell interessant und übersichtlich ist. Außerdem studiert eine sehr gute Freundin von mir höchstwahrscheinlich auch dort, sodass ich eine Bezugsperson hätte.

Aber andererseits ist Bonn trotzdem noch ein ganzes Stück weiter weg als Köln oder Düsseldorf und mir bisher so unbekannt, dass ich nicht weiß, ob ich mich dort wirklich zurecht finden würde. Es ist beruhigender, wenn man weiß, dass man zwar etwas Neues beginnt, aber das Neue schon einmal aus der Ferne betrachtet hat und nicht direkt ins kalte Wasser geworfen wird. Dazu kommt, dass ich mich mit Mathe und Deutsch auf Lehramt zwar gut anfreunden kann, aber diese Fächerkombination noch diejenige ist, bei der ich am wenigsten weiß, ob sie wirklich das ist, was ich machen möchte.

Die Zeit drängt. Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden werde, aber ich muss bald eine Wahl treffen. Und habe dafür nur noch wenige Tage.

Autor: Janna  |  Rubrik: orientieren  |  20.08.2012
Autor: Janna
Rubrik: orientieren
20.08.2012