Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Was tun nach dem Abi?

Reisefieber und ein fehlender Plan B

Da war nun langsam mein Reisefieber bis auf 42 Grad geklettert und alle Vorbereitungen im Gange, als die Nachricht ins Haus flatterte: „Das Borneo Projekt wird nicht stattfinden“. Aus technischen Gründen, beziehungsweise wegen. Problemen mit dem Schiff fällt die Mission flach. Mein Flug stand aber immer noch auf dem Plan und konnte nicht mehr umgebucht werden.

Ich bekam aber die Möglichkeit nach L.A zu fliegen, um dort auf die Pangaea zu gehen und sie bis nach Vancouver hochzuschippern. Nur, nochmal tausend Euro für einen angehängten Flug waren in meinem Budget nicht enthalten. Und außerdem ging da dann auch der Umweltcharakter verloren. Auch wenn Wissenschaftler behaupten, dass die Reflektionen der Kondensstreifen weitere Wärme aus unserer Atmosphäre fernhalten.

Ich wollte aber dennoch in die Ferne, nur jetzt alleine und ohne Volunteering? So war das nicht geplant. Also hieß es, fleißig E-Mails schreiben an Organisationen, Centers und Parks. Bis jetzt nur eine kleine Rückmeldung aus Kuala Lumpur. Aber immerhin ein Anfang. Ich werde einfach zum WWF gehen und fragen, für was sie einen zukünftigen „Ecological Science“-Studenten denn brauchen könnten. Weil ohne besonderen Einsatz kann man wohl nicht überzeugen, um für so kurze Zeit eingesetzt zu werden.

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  15.06.2011
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
15.06.2011

Was tun nach dem Abi?

Das Visumsdilemma

Der frühe Vogel fängt den Wurm, wieso also auch nicht das Visum? Schließlich begleitete ich Maks schon um acht Uhr morgens zum Hauptbahnhof. Die Agentur, die die Visums-Anträge bearbeitet, macht erst um 9.30 Uhr auf, also war ich guter Dinge.

Bis ich allerdings ein Inernetcafe bzw. einen Copyshop gefunden hatte verging nochmal eine Stunde. Um mir ein Tagesticket zu sparen, dachte ich, laufe ich um die Ecke vom Odeonsplatz. Ich hatte die Kopien meiner vorherigen Visa und meines Reisepasses, den Reisepass selbst und Passfotos dabei. Als ich dann das Visumsformular in der Hand hielt, fiel mir wieder ein, was ich ganz vergesse hatte: Eine Adresse für den Notfall in Indien. Klar hatte ich meinen Austauschschüler schon, aber keine Adresse von ihm dabei. Also rief ich sofort meinen Bruder an, doch selbst nach halbstündigem Suchen, fand er die Info nicht. Also zurück ins Internetcafe, in den Mails gesucht und Adresse gefunden. Tagesticket gekauft, zum Application Center gefahren und Visum ausgefüllt. Bei meinem zweiten Besuch hier war es nun schon 11.30 Uhr. Und das war das Maleur. Der Antrag war vollständig, konnte aber am selben Tag nicht mehr herausgegeben werden, weil ich eine Stunde zu spät dran war. Noch eine Nacht in München kam zeitlich nicht in Frage.

Also musste ich einen Briefumschlag besorgen. Die nächste Postfiliale war zehn Minuten zu Fuß entfernt. Als ich zurück war, musste ich feststellen, dass mir noch die Frankierung fehlte. Also nochmal los. Der Briefmarkenautomat um die Ecke war defekt, also musst ich noch einmal zu der Filiale laufen. Beim vierten Besuch war's dann echt genug für mich und ich freute mich, den Heimweg mit der Bummelbahn antreten zu können. Trotz aller Aufregung und Sorgen kam der Reisepass samt Visum am Samstag ins Haus geflattert.

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  13.06.2011
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
13.06.2011

Was tun nach dem Abi?

Medizin, Moadla und München

Auf dem Rückweg von Kroatien, wollte ich die Gelegenheit nutzen, im Indischen Konsulat in München mein Visum zu beantragen. Glücklicherweise konnte ich für die eine Nacht bei meinem ehemaligen Austauschschüler aus Slowenien unterkommen. Über 500 Euro Miete und Zusatzkosten fallen hier um die Ecke vom Goetheplatz an. „Dafür bin ich zu Fuß gleich in der medizinischen Fakultät. Für ein Fahrrad hab ich leider keinen Stellplatz, weil die Garage gerade umgebaut wird“, meinte Maks dazu. Aber in Ljubljana wäre das natürlich günstiger gewesen. Seine allererste Wahl war allerdings Heidelberg. Doch für ein Studium dort hat es nicht ganz gereicht.

Und nun zeigte mir ein Slowene die Hauptstadt Bayerns mit all ihren Sehenswürdigkeiten. Als wir bei einem Postkartenstand hielten und eine Karte anschauten, auf der auf Bayrisch die Merkmale von „Buam“ und „Moadl“ vermerkt waren, konnte ich ihm allerdings auch etwas erklären. Wir redeten deutsch, beide fließend. Und er beherrscht dazu noch Slowenisch und Englisch. Wieso ich denn nicht auch mit Medizin anfangen will, fragte er mich da. Nun, wir hatten früher über meine Begeisterung dafür, speziell TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) geredet, aber als ich nun sah, was vor ihm lag, war ich nicht ganz überzeugt: „Bis zum Sommer muss ich 7.000 Seiten für das Physikum lernen und die Praxisphasen habe ich auch noch,“ erklärte er mir.

Die LMU (Ludwig-Maximilians-Universität) hat allerdings einen guten Eindruck auf mich hinterlassen. Und spät abends in die ehrwürdigen Hallen des Hauptgebäudes der LMU einzutauchen, wo die Geschwister Scholl mit ihren Flugblättern den Widerstand gegen die Nazis wagten, bleibt ein eindrucksvolles Erlebnis. Genauso wie das Auditorium Maximum und die Staatsbilbiothek. Studentenfeeling kam auf. Und wurde im Hofbräuhaus, mit Maß, witzigen Gesprächen und fremden, bald bekannten Menschen fortgeführt.

Autor: Manuel  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  07.06.2011
Autor: Manuel
Rubrik: auszeit nach dem abi
07.06.2011