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Barrierefrei studieren?

Geschafft!

Diese Woche habe ich meine letzte Prüfung abgelegt. Und damit ist es geschafft! Ich bin jetzt Absolventin und ich bin stolz darauf. Noch dazu, da mir in den vergangenen Jahren eine Menge gelungen ist: ein Dreifachmagister! Und das in der Regelstudienzeit von neun Semestern. Und das, obwohl aufgrund meiner Behinderung vieles mehr Kraft kostet, vieles länger dauert...

Ich bin zäh geblieben. Am Ende zahlt sich das mit einem guten Abschluss aus! Außerdem beweist es wieder einmal, dass wir Behinderte, die wir überall gegen zahlreiche Vorurteile anrennen, in Wahrheit doch mithalten können; solange wir nur bereit sind, selbst das Letzte aus uns herauszuholen. Auch in dieser Hinsicht stimmen mich meine Leistungen froh.

Aber das ist nicht alles. Natürlich nicht. Denn andererseits lasse ich nun auch ein Gefüge hinter mir, an das ich mich längst gewöhnt habe. Stimmen, Geräusche, Gerüche ... Die Leute. Seminare und Vorlesungen, zu denen ich noch dazu gehöre. Das kann, das wird sich nie wieder gleich anfühlen. Und nicht nur die Atmosphäre, sondern vor allem auch die vertraute Umgebung wird plötzlich fehlen ... Als hätte es sie nie gegeben?

Und wie geht es weiter? Wo werde ich arbeiten? In welcher Stadt wohnen? Fragen über Fragen ... Und auch schon die ersten Antworten. Ihr erfahrt mehr in meinem neuen Blog, der demnächst bei abi>> startet; schließlich ist jedes Ende, so verstörend es auch sein mag, zuletzt vor allem eines: ein neuer Anfang!

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  04.03.2011
Autor: Daniela
Rubrik: studium
04.03.2011

Barrierefrei studieren?

Bin ich so dumm ... oder?

Je länger ich in einer Vorlesung sitze, desto weniger kann ich den Ausführungen des Dozenten an manchen Tagen folgen. Insbesondere fällt mir das in Geschichte auf. Denn hier reiht sich Fakt an Fakt. Namen, Jahreszahlen, Kriege und Friedensschlüsse. Kompliziert wird es aber erst, wenn man ins Detail geht. Der eine handelt so, weil ... Der andere so, da ... Und deswegen ... Weswegen?

Irgendwann reißt der Faden bei mir ab. Aber warum eigentlich? Bin ich zu dumm und nur mit einer geringen und langsamen Auffassungsgabe gesegnet? Oder fühlen sich meine Kommilitonen auch schon abgehängt? Immerhin hat der Dozent in wenigen Minuten sehr viel Ereignisgeschichte geschildert und dabei die Geschehnisse sehr schnell aneinandergereiht und ineinander verwoben. Da bleibt letztendlich nur noch, auch weiterhin mitzuschreiben. Aber was? Und wie? Habe ich erst einmal den Anschluss verpasst, so fällt es mir bisweilen schwer, mich auf die Fortsetzung des Stoffs zu konzentrieren. Und – vor allem – herauszufiltern, was tatsächlich wichtig ist. Denn alles und jedes zu stenographieren, wer kann das schon?

Am Ende einer solchen Doppelstunde bleibt ein Gefühl der Frustration zurück. Und außerdem frage ich mich: Was wäre gewesen, wenn? Wenn ich beispielsweise einen Atlas aufschlagen und mir eine Europakarte anschauen könnte. Dann wäre mein räumliches Vorstellungsvermögen natürlich ein Besseres. Und auf dieser Grundlage auch mein Verständnis dafür, was wann warum geschah. Meine Erinnerung daran. So aber ...

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  19.01.2011
Autor: Daniela
Rubrik: studium
19.01.2011

Barrierefrei studieren?

Nur noch mit festen Zeiten (Teil 2 von 2)

Doch andererseits, was hätte ich denn machen sollen? Ich war froh darüber, dass ich überhaupt eine Scanassistenz erhielt. Und dankbar dafür, dass es mit den Assistentinnen nie größere Schwierigkeiten gab. Vor allem war ich aber auch dumm. Dumm, so viel Flexibilität zuzulassen. Trafen wir uns zu einem Termin, vereinbarten wir den nächsten. So konnten wir auch auf beiderseitige private Interessen Rücksicht nehmen.

Insbesondere kam diese Verfahrensweise aber dadurch zustande, dass es nicht immer gleichermaßen viel einzuscannen gab. Manchmal nichts. Manchmal mehrere Bücher. Manchmal einige Seiten, die aber etliche Abbildungen enthielten. Und schlussendlich musste ich mich am jeweiligen Aufwand orientieren. Nur dass es dann eben auch sein konnte, dass die Assistentin sagte, sie könne, während ich ihre Unterstützung gerade dringend brauchte, aus diesem oder jenem persönlichen Grund gerade nicht kommen. Und hätte ich sie dann zwingen sollen? Ich wünschte mir doch, dass das Verhältnis zwischen uns nicht nur angenehm war, sondern es auch blieb. Denn nur so würde auch sie sich an anderen Tagen entgegenkommend zeigen und länger arbeiten, wenn es für mich wirklich wichtig war.

Letztlich glaube ich trotz allem, dass ich dieses Durcheinander grundsätzlich anders hätte lösen sollen: einen festen Termin pro Woche vereinbaren. Und diesen nur dann nicht einhalten, wenn nichts auf dem Schreibtisch lag, das meine Assistentin hätte einscannen müssen. Hinterher weiß man eben immer mehr.

Autor: Daniela  |  Rubrik: studium  |  14.01.2011
Autor: Daniela
Rubrik: studium
14.01.2011