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Auszeit vom Studium

Vorbereitung ist das halbe Leben

Reisen. Klingt erst einmal leicht. Man schnappt sich einen Rucksack, wirft ein wenig Kleidung hinein, vielleicht noch Duschgel, eine Zahnbürste, etwas zu trinken – dann kann es losgehen. So sah es jedenfalls bei Janosch immer aus. So leicht ist es aber nicht, wie hunderte Reiseblogs belegen und wie ich selbst erfahren habe.
Es fängt bei all den Dingen an, die man mitnehmen muss: Dazu gehören Medikamente, Pflegeprodukte inklusive einem Mückenschutz, Wanderschuhe, eine Trekking-Hose, eine vernünftige Jacke, warme Kleidung und Sachen für warme Tage. Ebenso muss man sich Gedanken über sauberes Trinkwasser machen, das man in Asien nicht immer überall bekommt.
Aber noch komplizierter und nerviger sind die organisatorischen Aufgaben drum herum. Ich musste eine Reisekrankenversicherung abschließen. Ich habe einfach meine eigene Krankenkasse angerufen und gefragt, ob sie mir eine empfehlen oder sogar vermitteln könnte – das klappte gut. Auch Impfungen sind zeitaufwendig und müssen gut durchdacht sein. Erst gibt es ein Beratungsgespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin, welche Impfungen für die spezifischen Reiseländer nötig sind. Insbesondere die Tollwut-Impfung ist teuer und anstrengend, weil sie dreimal gemacht werden muss. Fast 300 Euro habe ich für meine Impfungen hinlegen müssen, habe glücklicherweise aber 180 Euro von meiner Krankenkasse zurückbekommen.
Gut ist auch, dass ich mir das Semesterticket erstatten lassen kann, sofern ich ein Urlaubssemester einlege – was ich ja tue. Das waren weitere 160 Euro, die ich sparen konnte, die aber wiederum Aufwand bedeuteten.
In wenigen Tagen geht es los. Bevor ich für fünf Monate nach Asien aufbreche, wohne ich wieder bei meinen Eltern. Im Wohnzimmer liegen mein Reiserucksack, ein kleiner Tagesrucksack und die Ukulele, die ich von meinen Freunden geschenkt bekommen habe. Daneben steht ein großer Sack, in den ich Wolle und Stoffe gepackt habe, damit die Menschen in Kathmandu, die bei dem Verein Shanti leben, Material zum Arbeiten haben. Wenn ich so auf mein Gepäck schaue, wirkt es unvorstellbar, dass das – neben meiner Freundin – meine treuesten Begleiter für ein unvergessliches Abenteuer sein werden.
Es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu Papier zu bringen, meine Gedanken und Gefühle irgendwie zu bündeln. Ich bin voller Vorfreude, aber auch voller Respekt und Unsicherheit, weil ich nicht weiß, was mich erwartet. Eines ist klar: Es wird etwas ganz Neues. Von nun an berichte ich für die nächsten zehn Wochen aus Kathmandu.

Autor: Thilo  |  Rubrik: orientieren  |  26.10.2017
Autor: Thilo
Rubrik: orientieren
26.10.2017