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Meine Abschlussarbeit

Stand der Dinge: Augenringe

Die Deadline für die Abgabe der Masterarbeiten naht. In der Mensa ist sie (fast) das einzige Gesprächsthema. Alles dreht sich um Fragen wie: Wie viele Wörter musst du noch schreiben? Wie viele Fußnoten hast du? Wie lang ist das Literaturverzeichnis? Die Atmosphäre ist eine Mischung aus gespannt und gelöst, denn: Der Sommer hat auch das manchmal graue Brügge erreicht, und für die meisten hier sind die Klausuren nach der Masterarbeit der Anfang vom Ende. Unglaublich: Meine zehn Monate am College of Europe sind schon fast vorbei.
In der Mensa mag die Stimmung noch gemischt sein, in der Bibliothek ist sie eindeutig: Stress, Stress, Stress. Dem habe ich mich schon von Anfang an entzogen und es mir in meinen eigenen vier Wänden gemütlich gemacht. Aber auch mich erwischen die ganz großen Zweifel kurz vor Ende. Nach vier Monaten schaue ich mir erneut meinen theoretischen Unterbau an und hinterfrage alles von Grund auf: Habe ich die Theorie überhaupt richtig verstanden? Passt das, was ich in meiner Arbeit behaupte, überhaupt zu der Theorie? Besonders als Nicht-Politikwissenschaftlerin geht hier die Panik mit mir durch. Denn eines ist klar: Ich habe eh keine Chance, alles zu ändern. Dann gebe ich lieber eine schön formulierte Masterarbeit mit einem falschen theoretischen Unterbau ab. Doch ein paar Gespräche mit „richtigen“ Politikwissenschaftlern beruhigen meine Nerven zum Glück wieder. Und so kann ich, mit nur einer halb durcharbeiteten Nacht auf dem Buckel, entspannt meine Masterarbeit zum Drucken schicken. Eine Unterschrift später bin ich das Ding los.
Zur Feier des Tages gibt es an unserer Mensa ein Festmahl und selbst Petrus gibt sein Bestes. Gut gestärkt schwinge ich mich aufs Rad – in nur zehn Minuten verlasse ich am Kanal entlang die Stadt, fahre durch Felder, entlang an Wiesen mit Schafen, Kühen und Pferden, nichts außer dem sausenden Wind im Ohr. Eine Stunde später habe ich die Küste erreicht. Und nach dieser ganzen Arbeit entlohne ich mich mit einem Sprung ins Meer – was stört es mich schon, dass das zu dieser Jahreszeit 12 Grad kalt ist, ich habe meine Masterarbeit hinter mir!

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  23.05.2018

Meine Abschlussarbeit

Von der Kunst, sich zu entspannen

„Hast du es gut! Ich wäre auch gerne schon so weit!“ Von meinen Freunden habe ich solche oder ähnliche Sprüche in letzter Zeit häufig zu hören bekommen. Ich kann schon verstehen, dass einem das Ende des Studiums reizvoll erscheint, wenn man mitten im Studium steckt und sich mit allerhand Prüfungen und Abgabeterminen herumschlagen muss. Ich selbst kann es kaum glauben, dass ich das Schreiben meiner Masterarbeit nun hinter mir habe. Die monatelange Recherche und das Tippen von immerhin 85 Seiten entpuppten sich vor allem gegen Ende als sehr ermüdend. Dementsprechend froh war ich, als ich die gebundenen Exemplare endlich beim Prüfungsamt einwerfen konnte. Und tatsächlich: Die Gewissheit, mein Studium mit den letzten Credit-Points beendet zu haben, hat etwas Beruhigendes – keine Hausarbeiten mehr, keine Referate und auch keine schnöden Klassiker der Literaturgeschichte.
Trotzdem kann ich mich nicht richtig entspannen. Irgendwie fühle ich mich nutzlos und die Sorge, nicht rechtzeitig einen Job zu finden, sitzt mir wie ein kleiner, fieser Parasit im Nacken. Mindestens ein Dutzend Bewerbungen habe ich geschrieben, doch bis auf zwei Absagen kam bisher keine Reaktion. Da ist es nicht verwunderlich, dass ich langsam, aber sicher an mir zweifle: Wieso habe ich nichts anderes studiert? Wieso kann ich nichts Sinnvolles? Wieso gibt mir niemand eine Chance?
Derartige Gedanken führen aber in die falsche Richtung. Zumindest versuche ich, das meinem inneren Schweinehund zu sagen. Denn was hätte ich davon, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken? Genau, nichts. Doch wie soll ich es schaffen, diese Negativspirale auszuschalten? Ich versuche, mir andere Aufgaben zu suchen, die mir Spaß machen – nähen zum Beispiel oder kochen und backen. Dazwischen schreibe ich weitere Bewerbungen, mache etwas für meinen redaktionellen Nebenjob und sorge ein wenig für Ordnung. Und wie so oft hilft mir eine To-do-Liste dabei, meinen Tag zu organisieren. Kann man Punkt für Punkt abhaken, kommt man sich gar nicht mehr so nutzlos vor, sondern sieht, was man alles geschafft hat. Und bei all den erledigten Aufgaben schaffe ich es vielleicht doch, mich ein wenig auf die faule Haut zu legen – so entspannt wird es schließlich vermutlich nie wieder!

Meine Abschlussarbeit

Die Qual der Ungewissheit

In den vergangenen Wochen war ich dauerhaft angespannt. Denn auch wenn das Semester schon mehrere Monate läuft, ich Masterveranstaltungen besuche und mich dabei sehr wohl fühle, hatte ich meinen Bachelor noch nicht in der Tasche. Ich war Masterstudentin unter Vorbehalt, da noch Noten aus dem Bachelor ausstanden. Besonders kritisch daran: Ohne fertigen Bachelor kann ich mich nicht für Prüfungen im Master anmelden – und die Anmeldefrist für Veranstaltungen der Mathematik endete schon Mitte Dezember.
Die Bachelorarbeitsnote trudelte noch im November ein, aber zur Hausarbeit in Deutschdidaktik kam keine Rückmeldung. Im August hatte ich sie abgegeben und eigentlich erwartet, schnell eine Note zu haben, da ich zum einen früh dran war und zum anderen auf Rat der Dozentin dazugeschrieben hatte, dass meine Arbeit wegen des Masterbeginns bevorzugt korrigiert werden müsse. Die Note an sich war noch nicht einmal relevant: Die Zulassung für den Master erhielt ich ja schon im Juli und nach der guten Bachelorarbeit hatte ich ausgerechnet, dass die Hausarbeit lediglich einen Unterschied von 0,1 in der Bachelornote ausmachen könnte.
Dennoch wurde ich immer nervöser. Wenn ich die Hausarbeit nicht bestanden hätte, müsste ich ein ganzes Jahr warten, in dem ich ein paar Vertiefungen hören, aber den Master letztendlich kaum verkürzen könnte. Hatte ich womöglich einen Fehler gemacht und waren acht Tage für das Schreiben einer Hausarbeit doch zu wenig? War ich meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden? Solche Gedanken konnte ich nicht abschütteln. Und die E-Mails an die Dozentin und ans Prüfungsbüro lieferten immer nur ein „Die Note wird rechtzeitig da sein“, dabei hatte der Dezember schon begonnen und damit die Anmeldefrist.
Mitte des Monats dann kam endlich die erlösende Nachricht: Die Note war eingetragen. Erstens: Bestanden! Zweitens: Dank dieser guten Note verbesserte sich sogar noch mein Bachelor-Notenschnitt! Nun ist mein Bachelorzeugnis beantragt und die Prüfungsanmeldung wird rechtzeitig klappen – ich bin zufrieden.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  10.01.2018
Autor: Janna
Rubrik: studium
10.01.2018