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Meine Abschlussarbeit

Party, Party!

Ich gehe ungern feiern. Damit ich einen Club betrete, braucht es mindestens meine allerbesten Freunde, die versprechen, die ganze Zeit mit mir zu tanzen. Außerdem muss ich bei der Musik mitsingen können, es gibt keine heimlichen Raucher auf dem Klo und die Möglichkeit, draußen ab und zu Luft zu schnappen. Und selbst dann überlege ich es mir dreimal und frage mehrfach nach, ob wir keine andere Option haben – gemütlich Cocktails trinken, auf eine WG-Party gehen oder einfach auf der Couch gammeln wäre doch auch okay.
Nun musste es aber mal wieder sein. Zum einen war Matheparty – die ist mir von allen Fachschaftspartys die liebste –, zum anderen hatte ich zwei Tage vorher in der Öffentlichkeit einen Freudenschreikrampf. Ich hatte nämlich erfahren, dass ich für meine Bachelorarbeit eine 1,0 bekommen hatte! Damit hatte ich in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet. Am liebsten wäre ich einen Marathon gelaufen, hätte anschließend die ganze Nacht durchgetanzt, danach alle Menschen dieser Welt umarmt, um den folgenden Tag glücklich im Delirium auf dem Boden zu liegen und ab und zu „Eins Komma null“ zu hauchen. Meine Gesundheit hätte meiner unbändigen Partylaune aber beinahe einen Strich durch die Rechnunggemacht.
Es folgten literweise Tee, alle naturheilkundlichen Präparate aus meiner Hausapotheke und Unmengen an Clementinen, um mich fit zu bekommen. Und tatsächlich: Am Tag der Party erklärte ich mich nach zwei Stunden Nachmittagsschlaf für gesund. Bis um halb vier Uhr morgens habe ich getanzt, gesungen, mich mit Menschen unterhalten und Kontakte gefestigt, bevor es dann für drei Stunden Schlaf ins Bett ging und tags darauf brav um 10 Uhr in die Uni – oh ja, wer feiern kann, kann auch arbeiten.
Ganz habe ich meinen Bachelor noch nicht bestanden, weil meine Hausarbeit in Deutschdidaktik noch aussteht – deren Note sollte aber in den nächsten Tagen feststehen. Sollte diese bestanden sein, ist eines klar: Die Eins vor dem Komma auf meinem Bachelorzeugnis kann mir niemand mehr nehmen!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  18.12.2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
18.12.2017

Meine Abschlussarbeit

Vom Anfangen und Weitermachen

Obwohl ich die meiste Zeit der Woche in der Uni verbringe, schaffe ich nicht viel. Egal, ob E-Mails oder der Text von einem Freund, den ich Korrektur lesen soll – mir kommt ständig etwas dazwischen. Und wenn es nicht irgendwelche anderen Aufgaben sind, die mich ablenken, dann ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich durch soziale Netzwerke klicke. Dabei sollte mein Fokus doch auf dem Schreiben meiner Masterarbeit liegen, immerhin ist dies mein letztes Semester und von meinem Abschluss trennen mich nur noch wenige Monate. Doch auch, wenn ich mich tagtäglich an den Computer in der Uni setze, habe ich manchmal das Gefühl, als wolle ich gar nicht fertig werden. Klingt komisch oder? Dabei sind die Gründe dafür ganz simpel.
Zum Einen ist da dieser Anspruch an mich selbst, der mir sagt, dass meine Masterarbeit vollkommen perfekt werden muss. Ich liebe mein Thema und auch in den vorbereitenden Hausarbeiten hatte ich richtig gute Noten, was für meine Verhältnisse echt ein Wunder ist, aber wie heißt es so schön? Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Meine gute Vorarbeit gibt mir das sichere Gefühl, in die richtige Richtung zu gehen. Gleichzeitig setzt sie mich aber auch unter Druck, für meine Masterarbeit ein ähnlich gutes Ergebnis zu erzielen. Deshalb kommt es mir so vor, als könnte ich mit jedem weiteren Absatz, mit jedem weiteren Wort, mit jeder weiteren Fußnote alles vermurksen.
Vielleicht ist das aber auch Quatsch und ich suche nur nach einem guten Argument, mich vom Arbeiten abzuhalten. Denn je schneller ich fertig werde, desto eher hört das auf, was jetzt mein ganzes Leben ist: nämlich mein Studium. Auch wenn ich schon einen ganz konkreten Plan für danach habe, merke ich mit jedem Tag deutlicher, wie schwer es mir am Ende fallen wird, alles hier in Göttingen zurückzulassen. All die Freunde, die ich hier kennenlernen durfte, all die Abende, die wir lachend oder weinend – oder manchmal auch lachend UND weinend – miteinander verbracht haben. Ich war hier nie allein und wahrscheinlich fällt mir das Fertigwerden so schwer, weil ich weiß, dass das in München erst einmal anders sein wird.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  13.11.2017

Meine Abschlussarbeit

Die „Queen of Fettnäpfchen“

Mein Adelstitel: Queen of Fettnäpfchen. Sei es, dass ich lautstark von einem Typen schwärme, der – bis dahin unbemerkt – zwei Meter hinter mir steht. Sei es, dass ich munter vor mich hinplappere und erst mittendrin feststelle, dass ich gerade Dinge ausgeplaudert habe, die mein Gegenüber lieber nicht wissen sollte. Sei es, dass ich Menschen Dinge abkaufe, die offensichtlich Schwachsinn sind. Und von Stolpern, Hinfallen, Umschmeißen und andere Leute versehentlich schwer verletzen, fangen wir am besten gar nicht erst an.
Das alles ist aber nichts im Vergleich zu dem, was mir jetzt passiert ist: Am Freitag habe ich meine Bachelorarbeit abgegeben. Bis halb vier Uhr morgens hatte ich noch letzte Korrekturen eingearbeitet. Nach fünf Stunden Schlaf ging es erst zum Copyshop, dann zum Prüfungsbüro. Bis dahin war alles super. Ich war geradezu geflasht von der Schönheit der frisch gebundenen Bachelorarbeit und hatte mit Absicht nur einmal kurz durchgeblättert, aus Angst, Fehler zu finden. Beim Prüfungsbüro musste ich noch vergessene Unterschriften eintragen, aber danach war ich unglaublich glücklich.
Meinem Betreuer sollte ich die Bachelorarbeit zusätzlich per E-Mail schicken, was ich erst abends vom Laptop einer Freundin aus machte. Am Samstag hatte ich mit dem E-Mail-Programm Probleme, sodass ich erst sonntags in der Bahn das nächste Mal meine Nachrichten checkte – zwei waren vom Betreuer. Inhalt: „Sind Sie sicher, dass Sie mir die aktuelle Version geschickt haben?“ Ich hatte ihm wohl ein Zwischenstadium geschickt, in dem es noch kein Literaturverzeichnis gab, aber dafür diverse Korrekturanmerkungen der Art „hier vielleicht noch ausführlicher“ oder „muss Nils mir nochmal erklären“.
Nach der ersten Peinlichkeit kam die Panik: Habe ich womöglich die falsche Arbeit ausgedruckt und abgegeben? So viel Mühe, vor allem in den letzten Tagen und das vollkommen umsonst? Zum Glück hatte ich das Deckblatt der Arbeit abfotografiert, weil ich so begeistert war, und das darauf gedruckte Datum war der Tag der Abgabe. Zu Hause stellte ich dann fest: Ich hatte bloß eine veraltete Version geschickt. Eine Entschuldigung per E-Mail an meinen Betreuer mit der richtigen Version im Anhang später war die Sache gegessen – unglaublich peinlich finde ich das Ganze trotzdem!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  27.10.2017