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Meine Abschlussarbeit

Die Qual der Ungewissheit

In den vergangenen Wochen war ich dauerhaft angespannt. Denn auch wenn das Semester schon mehrere Monate läuft, ich Masterveranstaltungen besuche und mich dabei sehr wohl fühle, hatte ich meinen Bachelor noch nicht in der Tasche. Ich war Masterstudentin unter Vorbehalt, da noch Noten aus dem Bachelor ausstanden. Besonders kritisch daran: Ohne fertigen Bachelor kann ich mich nicht für Prüfungen im Master anmelden – und die Anmeldefrist für Veranstaltungen der Mathematik endete schon Mitte Dezember.
Die Bachelorarbeitsnote trudelte noch im November ein, aber zur Hausarbeit in Deutschdidaktik kam keine Rückmeldung. Im August hatte ich sie abgegeben und eigentlich erwartet, schnell eine Note zu haben, da ich zum einen früh dran war und zum anderen auf Rat der Dozentin dazugeschrieben hatte, dass meine Arbeit wegen des Masterbeginns bevorzugt korrigiert werden müsse. Die Note an sich war noch nicht einmal relevant: Die Zulassung für den Master erhielt ich ja schon im Juli und nach der guten Bachelorarbeit hatte ich ausgerechnet, dass die Hausarbeit lediglich einen Unterschied von 0,1 in der Bachelornote ausmachen könnte.
Dennoch wurde ich immer nervöser. Wenn ich die Hausarbeit nicht bestanden hätte, müsste ich ein ganzes Jahr warten, in dem ich ein paar Vertiefungen hören, aber den Master letztendlich kaum verkürzen könnte. Hatte ich womöglich einen Fehler gemacht und waren acht Tage für das Schreiben einer Hausarbeit doch zu wenig? War ich meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden? Solche Gedanken konnte ich nicht abschütteln. Und die E-Mails an die Dozentin und ans Prüfungsbüro lieferten immer nur ein „Die Note wird rechtzeitig da sein“, dabei hatte der Dezember schon begonnen und damit die Anmeldefrist.
Mitte des Monats dann kam endlich die erlösende Nachricht: Die Note war eingetragen. Erstens: Bestanden! Zweitens: Dank dieser guten Note verbesserte sich sogar noch mein Bachelor-Notenschnitt! Nun ist mein Bachelorzeugnis beantragt und die Prüfungsanmeldung wird rechtzeitig klappen – ich bin zufrieden.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  10.01.2018
Autor: Janna
Rubrik: studium
10.01.2018

Meine Abschlussarbeit

Party, Party!

Ich gehe ungern feiern. Damit ich einen Club betrete, braucht es mindestens meine allerbesten Freunde, die versprechen, die ganze Zeit mit mir zu tanzen. Außerdem muss ich bei der Musik mitsingen können, es gibt keine heimlichen Raucher auf dem Klo und die Möglichkeit, draußen ab und zu Luft zu schnappen. Und selbst dann überlege ich es mir dreimal und frage mehrfach nach, ob wir keine andere Option haben – gemütlich Cocktails trinken, auf eine WG-Party gehen oder einfach auf der Couch gammeln wäre doch auch okay.
Nun musste es aber mal wieder sein. Zum einen war Matheparty – die ist mir von allen Fachschaftspartys die liebste –, zum anderen hatte ich zwei Tage vorher in der Öffentlichkeit einen Freudenschreikrampf. Ich hatte nämlich erfahren, dass ich für meine Bachelorarbeit eine 1,0 bekommen hatte! Damit hatte ich in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet. Am liebsten wäre ich einen Marathon gelaufen, hätte anschließend die ganze Nacht durchgetanzt, danach alle Menschen dieser Welt umarmt, um den folgenden Tag glücklich im Delirium auf dem Boden zu liegen und ab und zu „Eins Komma null“ zu hauchen. Meine Gesundheit hätte meiner unbändigen Partylaune aber beinahe einen Strich durch die Rechnunggemacht.
Es folgten literweise Tee, alle naturheilkundlichen Präparate aus meiner Hausapotheke und Unmengen an Clementinen, um mich fit zu bekommen. Und tatsächlich: Am Tag der Party erklärte ich mich nach zwei Stunden Nachmittagsschlaf für gesund. Bis um halb vier Uhr morgens habe ich getanzt, gesungen, mich mit Menschen unterhalten und Kontakte gefestigt, bevor es dann für drei Stunden Schlaf ins Bett ging und tags darauf brav um 10 Uhr in die Uni – oh ja, wer feiern kann, kann auch arbeiten.
Ganz habe ich meinen Bachelor noch nicht bestanden, weil meine Hausarbeit in Deutschdidaktik noch aussteht – deren Note sollte aber in den nächsten Tagen feststehen. Sollte diese bestanden sein, ist eines klar: Die Eins vor dem Komma auf meinem Bachelorzeugnis kann mir niemand mehr nehmen!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  18.12.2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
18.12.2017

Meine Abschlussarbeit

Vom Anfangen und Weitermachen

Obwohl ich die meiste Zeit der Woche in der Uni verbringe, schaffe ich nicht viel. Egal, ob E-Mails oder der Text von einem Freund, den ich Korrektur lesen soll – mir kommt ständig etwas dazwischen. Und wenn es nicht irgendwelche anderen Aufgaben sind, die mich ablenken, dann ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich durch soziale Netzwerke klicke. Dabei sollte mein Fokus doch auf dem Schreiben meiner Masterarbeit liegen, immerhin ist dies mein letztes Semester und von meinem Abschluss trennen mich nur noch wenige Monate. Doch auch, wenn ich mich tagtäglich an den Computer in der Uni setze, habe ich manchmal das Gefühl, als wolle ich gar nicht fertig werden. Klingt komisch oder? Dabei sind die Gründe dafür ganz simpel.
Zum Einen ist da dieser Anspruch an mich selbst, der mir sagt, dass meine Masterarbeit vollkommen perfekt werden muss. Ich liebe mein Thema und auch in den vorbereitenden Hausarbeiten hatte ich richtig gute Noten, was für meine Verhältnisse echt ein Wunder ist, aber wie heißt es so schön? Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Meine gute Vorarbeit gibt mir das sichere Gefühl, in die richtige Richtung zu gehen. Gleichzeitig setzt sie mich aber auch unter Druck, für meine Masterarbeit ein ähnlich gutes Ergebnis zu erzielen. Deshalb kommt es mir so vor, als könnte ich mit jedem weiteren Absatz, mit jedem weiteren Wort, mit jeder weiteren Fußnote alles vermurksen.
Vielleicht ist das aber auch Quatsch und ich suche nur nach einem guten Argument, mich vom Arbeiten abzuhalten. Denn je schneller ich fertig werde, desto eher hört das auf, was jetzt mein ganzes Leben ist: nämlich mein Studium. Auch wenn ich schon einen ganz konkreten Plan für danach habe, merke ich mit jedem Tag deutlicher, wie schwer es mir am Ende fallen wird, alles hier in Göttingen zurückzulassen. All die Freunde, die ich hier kennenlernen durfte, all die Abende, die wir lachend oder weinend – oder manchmal auch lachend UND weinend – miteinander verbracht haben. Ich war hier nie allein und wahrscheinlich fällt mir das Fertigwerden so schwer, weil ich weiß, dass das in München erst einmal anders sein wird.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  13.11.2017