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Zwischen Bachelor und Master

Treffpunkt Regensburg

Die Klänge einer Blaskapelle dröhnen durch den Veranstaltungsraum. Menschen reden Deutsch, Tschechisch oder Englisch miteinander. Man sieht tschechische Knödel auf den Tellern dampfen und das Goldgelb eines bayerischen Hellen in den Gläsern scheinen.
Das Treffpunkt-Festival, das immer im Wechsel in Regensburg und im westböhmischen Pilsen stattfindet – also in den kleinen Hauptstädten der deutsch-tschechischen Beziehungen – hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen aus beiden Ländern einander näherzubringen und die Grenzen überschreiten zu helfen. Beim letzten Mal in Regensburg war am Stand des „Tandem-Koordinierungszentrums Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch“ auch ich dabei.
Auf die Besucher des Festivals wartete ein vielfältiges zweisprachiges Programm: So traten Bands aus beiden Ländern auf und es wurden Stadtführungen durch Regensburg angeboten – auf tschechischen Spuren. Außerdem gab es ein deutsch-tschechisches Kabarett, für die kleinen Besucher eine Aufführung mit den tschechischen Holzpuppenklassikern Spejbl und Hurvínek und einen Pop-Up-Market, bei dem man hölzerne Fliegen gestalten und T-Shirts bedrucken konnte.
Am Messestand konnten wir Festivalbesuchern Fragen zu „Tandem“ beantworten. Für viel Aufsehen sorgte auch das Glücksrad, bei dem es Preise zu gewinnen gab.
Am Ende ist es dem Treffpunkt-Festival wohl wieder einmal gelungen: Wenn sich „Zugabe“-Rufe mit „Jeste jednu“-Rufen vermischen, wenn Leute aus beiden Ländern gemeinsam tanzen, lachen, singen – dann werden Menschen einander näher gebracht und die Welt wird ein Stück besser. Ich denke, wenn auch nur fünf Menschen von so einer Veranstaltung weggehen und ihre Einstellung zum Nachbarland überdenken, beschließen, mehr zu erfahren, ja vielleicht sogar mal rüberzufahren, dann hat sie sich schon gelohnt. Ich bin gespannt auf das Festival im Mai in Pilsen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  15.03.2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: orientieren
15.03.2019

Zwischen Bachelor und Master

Drei Zimmer, Küche, Bad

Ein aktueller Zeitungsartikel, über den ich unlängst stolperte, offenbarte die traurige Wahrheit: Prager Wohnraum ist in Relation zum Einkommen einer der teuersten in Europa. Diese Erfahrung durfte ich nun wieder einmal selbst machen. Mit dem Ende meines Parlamentspraktikums galt es auch, die Dienstwohnung auf der Prager Kleinseite zu räumen und mich nach etwas Neuem umzusehen. Ich entschied mich, mit zwei Freunden eine eigene WG aufzumachen. Doch die eigentliche Herausforderung hatte damit gerade erst begonnen: Das Finden einer geeigneten Wohnung.
Also begann die Suche in den einschlägigen Facebook-Gruppen und auf den Inserats-Webseiten. Das Problem: In Prag läuft derzeit fast alles nur noch über Makler. Neben einer Kaution fällt so beim Einzug in der Regel auch noch eine komplette Monatsmiete für das Immobilienbüro an. Der erste Kontakt zu den Immobilienbüros gestaltete sich schwierig. Offenbar scheint der Andrang auf Wohnraum so groß zu sein, dass man es nicht als notwendig erachtet, auf Anfragen von potentiellen Mietern einzugehen. Irgendwann griff ich schließlich nur noch zum Telefon, um die Makler direkt zu erreichen.
Damit hatte ich dann auch mehr Erfolg. Schließlich konnten wir uns sechs Wohnungen anschauen. Wir hatten Glück: Nun wohnen wir drei in einer netten Wohnung im Prager Szeneviertel Zizkov. Dass ich hier einmal landen würde, damit hatte ich nun wahrlich nicht gerechnet. Wie in Tschechien üblich war die Wohnung bereits komplett ausgestattet – nicht nur mit Möbeln, sondern auch mit Geschirr, Staubsauger und Co. Zwar wohne ich nun im kleinsten und teuersten Zimmer meines Lebens – dafür aber in einer großartigen Lage und mit lieben Menschen. Und in wenigen Monaten heißt es ja auch schon wieder: Kisten packen, Zelte abbrechen, weiterziehen.

 

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  05.03.2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: orientieren
05.03.2019

Zwischen Bachelor und Master

Back to school ...

… heißt es für mich, wenn ich alle zwei Wochen Deutsch an einer Grundschule in einem Dorf in Südböhmen unterrichte. Eine überaus spannende Erfahrung!
Eine Freundin, die an eben dieser Schule Deutsch unterrichtet, war auf der Suche nach einem Muttersprachler, um ihren Schülern die deutsche Sprache noch näherzubringen. Und da stehe ich nun also und assistiere im Deutschunterricht.
Bereits nach zwei Einsätzen konnte ich feststellen: In tschechischen Schulen läuft so einiges anders als in deutschen. Da sind etwa die Klassenstufen: Die Grundschule geht bei unseren östlichen Nachbarn bis zur neunten Klasse, erst dann besucht man die Mittelschule oder das Gymnasium. Und auch sonst gibt es Unterschiede. Im Eingangsbereich der Schule werden in einer Art „Schleuse“. die Sachen abgelegt, die Straßenschuhe aus- und die Hausschuhe angezogen. Und das Schulgebäude scheint sich seit den 70er-Jahren kaum verändert zu haben. Dann sind da noch Details, die man wohl so in Deutschland nie finden würde: Zum Beispiel hängt in jedem Zimmer das Staatswappen der Tschechischen Republik eingerahmt an der Wand und im Rektorenzimmer sogar das Portrait des Präsidenten.
Der Unterricht ist jedoch sehr modern, zumindest hat meine Freundin einen fortschrittlichen Unterrichtsstil. Die Lehrbücher bleiben nicht selten geschlossen, stattdessen werden Methoden der Theaterpädagogik angewandt. Die Schüler haben so tatsächlich eine Menge Spaß beim Lernen. Und die Unterrichtenden auch!
Der Umgang mit den Schülern ist für mich eine tolle Erfahrung und bringt mich weiter – bisher hatte ich ja nur erwachsene Menschen unterrichtet. Dennoch ist es manchmal nicht ganz einfach: Pubertierende Jugendliche sind eben pubertierende Jugendliche. Ganz egal, ob in Tschechien oder in Deutschland.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  19.02.2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: orientieren
19.02.2019