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Zwischen Bachelor & Master

Inskribieren

Mit dem Einschreiben habe ich ja bereits an einer deutschen und einer tschechischen Universität Erfahrungen gemacht. Und nun habe ich das Ganze nochmal in Österreich erleben dürfen.
Während an der Uni Leipzig fast alles digital ablief, lief die Immatrikulation, oder das „Inskribieren“, wie man auf Österreichisch sagt, in einigen Zügen schon durchaus ähnlich wie in Prag ab. Denn: Auch an der Universität Wien muss man zunächst persönlich vorstellig werden, um sich zum Studium anzumelden.
Und so setzte ich mich in den ICE und machte mich auf den Weg nach Wien. Im pompösen Innenhof des Unigebäudes fand gerade eine wissenschaftliche Konferenz zu Kristallen statt, während im Erdgeschoss ein gänzlich anderes Treiben herrschte, denn hier fand das Inskribieren statt. Wer schon mal das Treiben zu Semesterbeginn auf einem Campus erlebt hat, mit ratlosen „Erstis“, die allerorts herumirren, der kann sich dieses Treiben von vielen Menschen auf engem Raum vorstellen. Junge Menschen, alte Menschen, Söhne mit Müttern, Frauen mit Mann und Kindern, Freunde, allesamt zukünftige Wiener Studierende, die von überall herkamen.
Schließlich wird auch meine Wartenummer aufgerufen, und dann geht es eigentlich auch ganz fix. Ich lege mein Bachelorzeugnis im Original zur Ansicht vor, bezahle den Studierendenbeitrag von 20,20 Euro und dann – bin ich mit auch schon immatrikulierter Student der Universität Wien. Einer Universität mit 90.000 Studierenden. Die „u:card“ würde mir in den nächsten Wochen zugesandt, man wünsche mir viel Erfolg. Als Begrüßungsgeschenk reicht man mir einen Jutebeutel mit der Aufschrift „Bald habe ich den Titel in der Tasche“ zu. Und ich denke mir: Ja, bald habe ich den in der Tasche, aber bis dahin gibt es noch einiges zu entdecken und zu lernen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 17, 2019

Zwischen Bachelor & Master

Der Masterplan

Nach dem Bachelor ist vor dem Master. Und da mein Abschluss nun schon ein Jahr zurückliegt, musste ich mich langsam mit meiner Zukunft auseinandersetzen. Dabei war schnell klar, dass ich ein Masterstudium absolvieren will – vielleicht sogar in Prag. Warum? Weil ich eben noch nicht fertig bin mit Tschechien und Tschechisch, mit dem Studieren und mein Wissenshunger nach drei Jahren Bachelor noch nicht gestillt ist.

Doch welcher Master soll es werden? Will ich im deutsch-tschechischen Kontext bleiben oder mich öffnen? Oder will ich mich komplett umorientieren? Wie wichtig ist mir die geographische Nähe zur Heimat? Und zu Tschechien? Und was möchte ich mal arbeiten?
Ich recherchierte. War es ja schon nicht einfach, für das Bachelorstudium eine Entscheidung zu treffen, erschien es mir jetzt für den Master noch schwerer. Ich hatte Plan A, Plan B, Plan C, Plan D und sogar Plan E. Beruhigend, aber auch erschreckend – denn Entscheidungen zu treffen ist manchmal eben gar nicht so einfach. Ich bewarb mich. Prompt ging Plan A auf. Und Plan B. Und für was entscheidet man sich da? Genau: Plan A!
Und so werde ich nun nach Wien gehen und dort den Master Translation mit dem Schwerpunkt auf Literatur, Medien und Kunst und der Sprachkombination Deutsch-Tschechisch studieren. Warum? Weil ich Lust habe, mehr über Translation zu lernen, richtig übersetzen zu lernen, befeuert durch die Erfahrungen in den Praktika und in Uni-Seminaren. Weil es dieses Studium eben nur in Wien gibt. Weil ich schreiben will und Menschen damit verbinden will. Weil ich helfen will, das Kunst Grenzen überschreiten kann. Weil ich Lust auf ein neues Land und eine neue Stadt habe. Und weil es da eben dieses gute alte Bauchgefühl gibt, das mir gesagt hat: Wien, Ferdinand, geh nach Wien!
Und so wird wohl schon bald aus Ferda (mein tschechischer Spitzname) Ferdl werden (so nennt man Ferdinand zumeist in Österreich). Die ersten Fahrten in die Hauptstadt sind geplant, eine Wohnung fast gefunden, die Immatrikulation steht bevor. Ich bin bereit für Neues und kann es eigentlich kaum erwarten.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 3, 2019
Autor: Ferdinand
Rubrik: orientieren
Sep 3, 2019

Zwischen Bachelor & Master

Das Chodenfest in Domažlice

Das Centrum Bavaria Bohemia ist im Grenzgebiet ein vielfältig aufgestellter Kulturplayer. Veranstaltet werden nicht nur Konzerte, Vorlesungen, Ausstellungen oder Tschechisch-Kurse, sondern auch die sogenannten KulturTouren. Hierbei wird Interessierten die Möglichkeit gebeten, einige Highlights Tschechiens zu erleben und so die Grenze zu überschreiten. Während die erste KulturTour, die ich begleiten durfte, an Familien gerichtet war und den Pilsner Zoo und den dortigen Dino-Park als Ziel hatte, führte mich meine zweite nun nach Domažlice, wo das 65. Chodenfest Tausende Besucher anzog.
Die Choden sind die Volksgruppe um Domažlice. Hier in der Grenzregion, waren sie historisch dafür verantwortlich, die böhmische Grenze zu sichern, woher auch ihr Name kommt: „chodit“ heißt im Tschechischen „gehen“, oder eben auch „patrouillieren“. Das Chodenfest hat seine Ursprünge in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Laurentiuskirchweih. Die ursprünglich rein christliche Tradition hatte schnell auch den Charakter einer Kirmes. Nach der kommunistischen Machtübernahme in der Tschechoslowakei war ein kirchliches Fest undenkbar und so wurde das Chodenfest unter anderem als Tag der Grenzwache gefeiert. Heute ist es wieder ein buntes Fest mit viel Folklore aus dem Chodenland, ganz Tschechien und der ganzen Welt.
Highlights des Chodenfestes sind nach wie vor die Aufführungen der Folklore-Gruppen. Davon war auch ich sofort begeistert. Die Gruppen musizieren und tragen klassische Geschichten vor. Und außerdem wird natürlich getanzt. Die bunten Kleider der Frauen wehen im Wind, die Männer stampfen mit ihren schwarzen Stiefeln, dunkelgelben kurzen Hosen und dunkelblauen Westen auf den Boden. Außer den Tanz- und Musikauftritten gab es freilich noch einiges mehr zu entdecken beim Chodenfest, so wurden in etwa beim Handwerkermarkt schöne Produkte aus der Region angeboten.
Für mich war das Chodenfest eine überaus spannende Erfahrung und ich habe es dabei sehr genossen, einen Einblick in eine für mich bisher noch unbekannte Tradition Tschechiens zu bekommen.

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 27, 2019

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