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Studieren im Ausland

Oh Jura

Für eine Akademie soll ich einen Vortrag darüber halten, ob Klimaschutz durch das Privatrecht durchgesetzt werden kann. Gedacht war das alles als harmloser, interessanter Einstieg zurück in die Jura-Welt.
Doch die Probleme fangen schon früh an. Wie genau funktionieren die ganzen Normen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) nochmal? Teilweise komme ich recht schnell wieder in die Thematik, andererseits finde ich es erschreckend, wie viel ich vergessen habe. Für manche, komplizierten Denkvorgänge ist mein Gehirn einfach noch nicht bereit. Und eins wird es wohl nie können: Diese unglaubliche Präzision und Genauigkeit, die ich brauche, um ein gute Juristin zu sein.
Das macht eigentlich nichts, hat mir doch mein politikwissenschaftliches Masterstudium gezeigt, dass ich sehr gerne politisch arbeiten würde. Aber trotz allem muss ich irgendwie das Zweite Staatsexamen bestehen, denn sonst ist – selbst im politischen Bereich – die Konkurrenz mit anderen Juristen einfach zu groß. Mit der Tatsache, dass ich das Referendariat noch ableisten muss, habe ich mich schon lange abgefunden. Und mit den unterschiedlichen Stationen – im Zivilgericht, bei der Staatsanwaltschaft, bei Anwälten und beispielsweise in der Verwaltung – kann das ja auch durchaus interessant werden. Aber diese kurze Exkursion zurück zu Jura hat mir schon gezeigt, dass es mich nicht so brennend interessiert wie andere Themen. Und wenn ich dann höre, dass das zweite Staatsexamen zur Hälfte aus dem Stoff des ersten Examens und zur Hälfte aus neuem Stoff besteht, würde ich mich am Liebsten unter meiner Bettdecke verkriechen. Aber manche Dinge im Leben muss man wohl einfach durchziehen.

 

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  14.09.2018

Studieren im Ausland

Vergissmeinnicht

Vergangene Woche war Examensfeier an der Bucerius Law School: Diejenigen, die im Jahr 2017 Examen gemacht hatten, wurden zum Grillen auf dem Campus eingeladen. Diese lange weiße Tafel, an denen sich alle glücklich zuprosten, hatte ich schon in meinem ersten Jahr gesehen und neugierig beäugt. Wie es wohl ist, da zu sitzen? Jetzt weiß ich: Richtig gut!
Zunächst ist es komisch, an die alte Uni zurückzukehren. Mein Examen liegt jetzt ein Jahr zurück. Trotzdem habe ich auf dem Campus immer noch bekannte Gesichter entdeckt. Und je mehr der Schrecken der Lernzeit in die Vergangenheit rückt, desto mehr kann man die Atmosphäre auf dem Campus auch wieder genießen. Der Wert der Bucerius Law School ist mir durch die Zeit am Europakolleg deutlicher geworden: Eine sehr individuelle, fördernde und fordernde Betreuung. Eine Verwaltung, die der Studierendenschaft so viel wie möglich ermöglicht. Und ein Campus, auf dem man sich wohlfühlt. Im letzten halben Jahr vor den Klausuren verbrachte ich sechs Tage die Woche acht bis zehn Stunden am Tag in der Uni mit Lernen. Mit ein bisschen Abstand kann ich jedoch wieder die vielen guten Seiten meines Jurastudiums sehen.
Auf der Absolventenehrung waren lauter nette Menschen, mit denen man sich gut unterhalten konnte. Der Abend war einfach perfekt. Auf der langen weißen Tafel standen kleine Kübel zum Mitnehmen, in denen Blumensamen von „Vergissmeinnicht“ lagen. Und eins kann ich versichern: Die Zeit an der Bucerius werde ich nicht vergessen.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  03.08.2018
Autor: Luisa
Rubrik: studium
03.08.2018

Studieren im Ausland

Open Houses Praha Teil 2

Ein weiterer beeindruckender Ort, den ich im Rahmen der Veranstaltung „Open Houses Praha“ besuchte, war der sogenannte Regierungssalon im Prager Hauptbahnhof. Dieser war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden und diente als Warteraum für abreisende Regierungsdelegationen. Zu Zeiten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie hielten sich hier die Kaiser auf, ehe ihre Züge losfuhren. Nachdem der „Reichsprotektor“ Reinhard Heydrich, besser bekannt als „Henker von Prag“, 1942 nach einem Attentat tschechoslowakischer Widerstandskämpfer verstarb, bahrten die Nationalsozialisten hier seinen Leichnam auf, ehe dieser mit einem Sonderzug nach Deutschland transportiert wurde. Von außen wirkt der Salon unscheinbar. Er ist nicht perfekt restauriert, sondern ein wenig verstaubt und mit Spinnweben verhangen, was das Erlebnis aber umso eindrucksvoller machte.
Der dritte und letzte Ort, den besuchte, war das beeindruckende Hotel International im Stadtteil Dejvice, das zur Zeit des Sozialismus entstand. Schon in der Lobby gibt es einige Besonderheiten: Als nach dem Tod Stalins 1953 all seine Denkmäler entfernt wurde, vergaß man offenbar ein Wandgemälde in der Lobby und so ist es heute die einzige noch erhaltene künstlerische Darstellung des Stalin-Denkmals. Von dieser Zeit zeugt auch ein integrierter Atombunker, in dem angeblich 600 Menschen 14 Tage überleben konnten sowie der anderthalb Meter große Stern an der Spitze des 88 Meter hohen Gebäudes, der einst rot in Richtung Prager Burg strahlte und nun golden ist. Direkt unter ihm, befindet sich die Aussichtsplattform des Hotels, von wo man einen beeindruckenden Blick über Prag und seine Häuser hat.

 

Autor: Ferdinand  |  Rubrik: orientieren  |  02.08.2018