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Studieren im Ausland

Eine europäische Woche - 2

Am Sonntag ging es in Brügge sehr europäisch weiter. Zum ersten Mal fand ein Treffen der Organisation „Pulse of Europe“ statt. Die Organisation ist als Reaktion auf den Brexit und vor den wichtigen nationalen Wahlen in Europa gegründet worden, um für die europäische Idee zu demonstrieren. Die Treffen finden jeden ersten Sonntag im Monat statt und laufen nach folgendem Schema ab: Es gibt eine Einleitung, gegebenenfalls mit einem Zitat oder Gedicht. Dann kommen Leute aus dem Publikum auf die Bühne, um persönliche Erfahrungen darüber zu teilen, warum sie für ein Fortbestehen der Europäischen Union sind. Und anschließend wird die europäische Hymne gesungen.
Auch, wenn der erste „Pulse of Europe“ noch ziemlich klein war, hat die Stimmung die geringe Teilnehmerzahl wettgemacht. Viele College-Studenten sind mit großen Europaflaggen um die Schultern oder auf dem T-Shirt angerückt und haben ihre persönlichen EU-Geschichten erzählt. Etwa ein Österreicher, der sich über die Reisefreiheit oder die gemeinsame Währung bedankt hat, ein Spanier, der über die Hoffnung gesprochen hat, dass das gesamte Spanien in der EU verbleibt oder ein Brite, der sein Bedauern und Entsetzen über den Brexit zum Ausdruck gebracht hat. All diese persönlichen Geschichten haben mich darin bestärkt, mich weiterhin für die Europäische Union einzusetzen.

 

Autor: Luisa  |  Rubrik: orientieren  |  27.11.2017

Studieren im Ausland

Grandes Écoles in Frankreich

Die sogenannten „Grandes Écoles“ lassen sich als gesonderte Kategorie des französischen Hochschulsystems verstehen. Ursprünglich wurden sie zu Napoleons Zeiten gegründet, um eine Elite in Bereichen wie Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Militär heranzuziehen. Der Besuch einer solchen Schule eröffnet einem auch heute noch viele Möglichkeiten, genießen sie doch ein sehr hohes Ansehen. Man kann diese Schulen ohne weiteres als Eliteuniversitäten bezeichnen. Und: Ein großer Anteil politischer Amtsträger sind Absolventen einer solchen Schule. Ein ziemlich schwerer Aufnahmetest soll vermeiden, dass diese Art der Ausbildung zu einem Privileg der oberen Klassen wird. Wer jedoch bereits aus einer gut gebildeten Familie stammt, hat entsprechend bessere Chancen, die Aufnahmeprüfung zu bestehen. Hinzu kommen die hohen Studiengebühren.
Sorgt diese Situation also für eine Gleichförmigkeit der Zusammensetzung der Oberschicht? Kann jemals neues Gedankengut in die Gesellschaft einfließen, wenn ihre führenden Köpfe von den immer gleichen Schulen ausgebildet wurden? Solche und ähnliche Fragen beschäftigen die Debatte um die „Grandes Écoles“, die in einem meiner Seminare geführt wurde.
Genau das war einer der Gründe, die mich von diesem Studiengang überzeugt haben. Es fiel mir immer schwer, mich auf ein Fach festzulegen, da mich so viele Dinge interessierten. Meine Entscheidung für ein deutsch-französisches Studium verbindet mein Interesse an Politik mit der Vertiefung meiner Sprachkenntnisse und erlaubt mir überdies einen Einblick in eine Menge anderer Fächer.

Autor: Lea  |  Rubrik: studium  |  24.11.2017

Studieren im Ausland

Eine europäische Woche - 1

Meine letzte Woche war so europäisch wie keine andere Woche. Am Freitag haben einige Katalanen zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Da die Unabhängigkeit Kataloniens ein hochsensibles und persönliches Thema ist, ging es hierbei explizit nicht um eine inhaltliche Diskussion, sondern eher um einen persönlichen Eindruck davon, wie verschiedene Katalanen zu den jüngsten Entwicklungen stehen. Es waren alle politischen Richtungen vertreten: Katalanen, die gegen die Unabhängigkeit sind, solche, die sich dafür aussprechen und solche, die ein föderales System wie in Deutschland bevorzugen würden. Zu Anfang hat jeder erzählt, wie er zu den verschiedenen Schritten auf dem Weg zur Unabhängigkeitserklärung und schließlich dem Haftbefehl Puigdemonts steht. Im zweiten Teil der Veranstaltung konnte das Publikum Fragen stellen.
Was mich an dieser Fragerunde wohl am meisten erschreckt hat, ist die Tatsache, dass Katalonien, ähnlich wie Großbritannien, keinen Fahrplan für die Zeit nach der Unabhängigkeit vorgesehen hat. Das Ziel ist zunächst einmal die Unabhängigkeit. Wie es danach weitergehen soll, insbesondere wie die Beziehungen zur EU aussehen sollen, darüber redet anscheinend kaum jemand. Diese Veranstaltung war für mich das, was das „College of Europe“ ausmachen sollte: Dass man aktuelle politische Entwicklungen in Europa mit denen diskutieren kann, die direkt davon betroffen sind. Und aufgrund der persönlichen Erfahrungen habe ich nochmal einen ganz anderen Eindruck von den derzeitigen Entwicklungen bekommen.

Autor: Luisa  |  Rubrik: studium  |  20.11.2017
Autor: Luisa
Rubrik: studium
20.11.2017