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Studieren im Ausland

Immer schön weiterbilden

Kennt ihr das Gefühl: Abitur – nie wieder Schule. Bachelor – nie wieder Prüfungen? Jetzt stehe ich gefühlt im Berufsleben und lerne es doch zu schätzen. Denn nun muss ich, der ich ein Interesse für lebenslanges Lernen habe, das Vokabelpauken, Lesen und Philosophieren auf die Freizeit verschieben. Und wo anfangs die Vorsätze noch groß sind, wirkt ein ganz normaler Arbeitstag eher ernüchternd. Ich muss eiserne Disziplin walten lassen.

Die „großen“ Dinge habe ich mir in den Kalender geschrieben. Mitte September habe ich das Schumacher College in Dartington besucht, eine Uni, die gar nicht nach einer Hochschule ausschaut. Die Studierenden leben dort zusammen auf einem alten englischen Anwesen, wo Essen nachhaltig angebaut und zubereitet wird. Darüber hinaus fließt eine Ganzheitslehre und was mancher als Esoterik bezeichnen würde in die Postgraduiertenbildung ein. Ich wollte sehen, ob die Masterprogramme wie zum Beispiel „Transformational Economics“ oder „Sustainable Food Systems“ ihr Geld wert sind, da die Studiengebühren doch sehr hoch sind. Aber an diesem Ort mit genialen und globalen Denkern zu leben, würde mich schon reizen.

Der nächste rote Kreis im Kalender ist eine Reise Ende November zum COY – der „Conference of the Youth“ anlässlich des Klimagipfels im Dezember. Dabei freue ich mich nicht nur auf ein Wiedersehen mit einer neuseeländischen Kommilitonin, sondern auch darauf, Workshops zu geben und aktiv mit zu überlegen, wie wir die Klimawandel-Debatte anders gestalten können.

Ich darf mich aber überhaupt nicht beklagen, denn ich profitiere sehr von meinem Praktikum. Ich durfte schon an einem „Social-Media-Workshop“ teilnehmen und meine Fähigkeiten bei der Bestiversity testen – dem schlauen Zelt bei einem riesigen Musikfestival auf der Isle of Wight. Einige Vorhaben wie Segeln, Gärtnern, meine Bachelorarbeit umschreiben und eine „Food-Systems“-Animation fertig gestalten, konnte ich bisher aber noch nicht anpacken. Produktivität hat halt doch ihre Grenzen und ich nur 24 Stunden pro Tag – da muss ich mir nichts vormachen.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  28.10.2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
28.10.2015

Studieren im Ausland

Wahnsinnige Entfernungen

Nach zehn Tagen in Salvador brachten mich Alex und Gilmar zum Flughafen. Ich hatte eineinhalb wunderschöne Wochen mit ihnen verbracht, sodass ich wirklich etwas traurig war, als ich mich von ihnen verabschiedete. Auch sie meinten, dass sie mich vermissen würden. Irgendwie würde ich mittlerweile einfach schon zum Stadtviertel dazugehören, hatte Gilmar mir gesagt. Obwohl es nur zehn Tage gewesen waren, die ich mit ihnen verbracht hatte, waren sie mir wirklich ans Herz gewachsen.

Allerdings freute ich mich auch schon darauf, meinen besten Freund aus Fortaleza in seiner Heimatstadt Vitória da Conquista zu besuchen. Ich hatte Rapha nun schon fast zwei Monate nicht mehr gesehen. Genau genommen, seitdem Mitarbeiter der Uni angefangen hatten zu streiken, und er zurück in die Bahia geflogen war, um seine Familie zu besuchen. Endlich würde ich seine Familie kennenlernen und seine beste Freundin Fabiane, die er immer nur Fa nannte und von der er mir schon so viel erzählt hatte.

Der Flug ging schnell vorüber. Währenddessen wurde mir wieder bewusst, wie riesig Brasilien eigentlich ist. Allein der Bundesstaat Bahia, den ich bereiste, ist fast doppelt so groß wie Deutschland. Und in ganz Brasilien würde Deutschland fast 24 mal hineinpassen! Das sind wirklich wahnsinnige Entfernungen, die ich mir nur schwer vorstellen kann.

Rapha erwartete mich bereits zusammen mit Fa hinter der Absperrung. Als ich ihn in die Arme schloss, war ich überglücklich. Er hatte mir wirklich gefehlt und ich hoffte, dass der Streik an der Uni bald zu Ende sein würde, sodass er mit mir zusammen nach Fortaleza zurückkehren könnte.

Autor: Esther  |  Rubrik: orientieren  |  23.10.2015
Autor: Esther
Rubrik: orientieren
23.10.2015

Studieren im Ausland

Mein Job an der Kasse

Bei meiner Nebenbeschäftigung im Supermarkt werde ich auch öfter mal an die Kasse gerufen. Die meiste Zeit verbringe ich aber doch mit Regale einräumen, Verfallsdaten kontrollieren und Online-Einkaufe für Kunden erledigen. Als ich wusste, dass ich mein Praktikum antreten würde, war mir klar dass ein Nebenjob für die finanzielle Stabilität gar nicht schlecht wäre. Durch Zufall fand ich das Stellenangebot und dachte mir: Eigentlich wollte ich ja schon immer mal in einem Supermarkt arbeiten.

In diesem Unternehmen erhält jeder Mitarbeiter als Partner einen Anteil und am Ende des Finanzjahres werden dann die Gewinne geteilt. Als ich Freunden und Kollegen davon erzählte, war die allgemeine Reaktion, dass das ein richtig gutes Konzept sei. Umso gespannter war ich, hinter die Kulissen eines Ladens zu blicken und selbst Partner zu werden.

Wie motivieren sich die Leute dort gegenseitig? Sind sie glücklicher oder ist es am Ende doch nur ein Job? Wie sieht die Logistik aus, und wie viel Arbeit fließt eigentlich in den Service und das Angebot, das wir von heutigen Supermärkten gewohnt sind? Das wollte ich alles herausfinden. Und natürlich interessierte mich auch, wie die Mülltrennung vonstatten geht. Aber vor allem wollte ich mit Leuten aus der Gegend, allen Alters- und Bildungsstufen zusammenarbeiten. Und sonntags gibt es sogar einen Lohnzuschlag. Ich bin gespannt, wie sich meine Liebe für Essen vielleicht verändern wird, und wie mein Fazit am Ende des Jahres ausfällt.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  20.10.2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
20.10.2015