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Studieren im Ausland

Die Haut ganz genau ins Auge fassen

Sorgfältig schauen wir uns die Wunden des Patienten an. Sie sind rötlich, teilweise nässend, teilweise trocken und übersäen den ganzen Körper. Der Patient leidet unter dem Juckreiz. Einige Medikamente wurden schon ausprobiert, manches brachte Erfolg, doch die Wunden kamen immer wieder. Es bleibt ein Rätsel.
Die Dermatologie, das medizinische Fachgebiet, das sich auf die Haut spezialisiert hat, ist ein breites, vielfältiges und auch herausforderndes Fach. So spannend es auch sein kann, so langweilig und monoton war leider der Kurs, den ich in Riga dazu belegt hatte.
Meistens hatten wir theoretischen Unterricht und gingen Krankheitsbilder durch. Selten haben wir Patienten gesehen.
Besonderes Durchhaltevermögen verlangte uns die Einheit zu sexuell übertragbaren Krankheiten ab. Doch deren Behandlung im Unterricht ist wichtig, da sie im Alltag eines Arztes häufig vorkommen – insbesondere, weil viele Menschen sich nicht davor schützen. In Lettland ist die Situation noch prekärer als in Deutschland. Lettland ist spürbar ärmer und die Krankenversorgung ist nicht so gut wie bei uns. Und auch die Aufklärungsarbeit hat erst in den letzten Jahren wirklich Fahrt aufgenommen.
Das führt dazu, dass sich Krankheiten finden lassen, die es in Deutschland kaum bis gar nicht gibt. So zum Beispiel Tuberkulose, die bei uns eine Seltenheit darstellt, aber in Lettland fast so gewöhnlich wie eine Lungenentzündung ist. Manche der anderen Erasmus-Studierenden hatten das Fach „Infektiöse Krankheiten“ und mussten für die Tuberkulose-Unterrichtseinheiten in ein spezielles außerhalb liegendes Krankenhaus fahren, in einem Bus voller kranker Menschen – ein Mundschutz war dabei ein Muss. Manche Krankheiten konnte man in fortgeschrittenen Stadien sehen, da sie nicht früh genug erkannt und behandelt wurden. Syphilis gehört dazu, aber auch andere Geschlechtskrankheiten, die nicht nur schmerzhaft sind, sondern auch gefährlich sein können.
Am Ende des Kurses hatte ich zumindest eine klare Erkenntnis: Dermatologe möchte ich nicht werden.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Aug 16, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Aug 16, 2019

Studieren im Ausland

Marseille – das Fazit

Während meines Auslandssemesters habe ich Marseille intensiv kennengelernt. Deshalb möchte ich, jetzt da das Semester vorbei ist, meine Eindrücke mit Euch teilen.
Die drei Adjektive, die Marseille meiner Meinung nach am besten beschreiben, sind: laut, dreckig und bunt. Es gibt sehr viele verschiedene kulturelle Einflüsse – am stärksten ist die Stadt durch die Immigranten aus Nordafrika geprägt. In meinem Viertel bin ich als blonde große Frau sehr aufgefallen und oft angesprochen worden. Am Anfang wusste ich das nicht so recht einzuordnen. Ich denke, im Marseille herrscht einfach weniger Distanz zwischen Fremden. Die Stadt ist aber nicht nur ungewohnt kontaktfreudig, sondern auch sehr lebendig und hat viele Gesichter. Gerade läuft man noch durch das Paris-ähnliche Viertel „Joliette“, in dem breite Straßen von schicken klassischen Fassaden gesäumt werden – und schon gelangt man zum Hafen, an dem sich die Restaurants und Bars drängen. Das Zentrum von Marseille ist erstaunlich klein und man kann praktisch alles zu Fuß machen. Wenn man ein wenig Pause von dem Chaos der Stadt braucht, kommt man mit dem Bus ganz unkompliziert an das südliche Ende von Marseille. Von dort kann man hervorragend in die „Calanques“ einem Nationalpark mit spektakulären Felsformationen und wunderschönen Buchten. Überhaupt ist die Lage am Meer ein wahnsinniger Pluspunkt für die Stadt. Außerdem scheint die Sonne quasi täglich und das Klima ist zumindest während der Semesterzeiten extrem angenehm.
Das Nachtleben in Marseille spielt sich hauptsächlich um den Vieux Port und den Cours Julien ab. Meine Lieblingsbars finden sich am Cours Julien, denn der belebte Platz bietet eine bunte Mischung an Bars und kleinen Clubs. Die Stimmung ist locker, alternativ und studentisch und das Ambiente unter den Bäumen und in den bunt bemalten Gassen ist unschlagbar.
Marseille hat zweifelsohne einen sehr eigenen Charakter. Auch wenn ich eine gewisse Eingewöhnungszeit brauchte, habe ich diese Stadt am Ende lieben gelernt.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  Aug 2, 2019
Autor: Katha
Rubrik: studium
Aug 2, 2019

Studieren im Ausland

Wo das Studium zur Reise wird

Und so standen wir nachts frierend draußen und schauten in den Himmel. Trotz unserer warmen Kleidung war es bitterkalt. Aber wir wurden belohnt, durch ein Schauspiel, das viele von uns nur von Fotos oder Videos kennen: Polarlichter. Ein unglaubliches Phänomen, das sich am Himmel im Winter im Norden Finnlands, in Lapland, abspielt. Tanzende Lichter, lange Strahlen, die in verschiedenen Farben leuchten und alle ins Staunen versetzen..
Ich nutzte meinen Erasmusaufenthalt für einige Reisen, um möglichst viel von diesem Teil der Welt zu sehen. Dabei war mir der ESN (European Student Network) eine große Hilfe. Mit Freunden aus dem Erasmus war ich in Estland, Litauen und Russland, gemeinsam mit dem ESN bin ich aber nach Lapland gefahren, weil mir die Organisation dafür zu aufwendig gewesen wäre.
Um die 400 Euro bezahlten wir für die 36 Stunden lange Busfahrt, unsere Unterkunft, und den Eintritt für ein Eisschloss, das wirklich märchenhaft war. Dazu kamen etliche Möglichkeiten, noch mehr Geld auszugeben. Beispielsweise machte ich eine Husky-Schlittentour, ging in die Sauna, um danach ein Eisbad zu nehmen, fuhr bis an die nördliche Küste Norwegens, um nach der Sauna in den Arktischen Ozean zu hüpfen und in einem der nördlichsten Dörfer der Welt eine Suppe zu essen – und dann waren da eben noch die Polarlichter.
Für die Gruppe, mit der ich die meiste Zeit meines Semesters verbracht habe, war der gemeinsame Aufenthalt für ein Wochenende in Vilnius formend. Wir wohnten gemeinsam in einem Hostel und machten das gesamte Wochenende zu einem einzigen großen Erlebnis.
Außerdem hielten wir uns noch eine Woche in Russland auf. Auf diese Reise werde ich aber ein anderes Mal eingehen.

 

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Aug 1, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Aug 1, 2019