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Schülerleben live

Chilenischer Gast

Seit fast drei Monaten wohnt eine Austauschschülerin aus Chile bei uns. Paulette ist wie ich auch 17 Jahre alt. Vor knapp zehn Jahren war bereits ihre Schwester bei uns zu Gast – allerdings nur für ein paar Tage. Über Facebook hatte meine Schwester noch mit Paulettes Schwester Kontakt und so ergab sich schließlich der Austausch.
Die 17-Jährige reiste bereits Ende November nach Deutschland und besuchte zunächst viele Städte in Deutschland, Österreich und weiteren Nachbarländern. Wenn sie uns erzählte, wo sie schon überall gewesen ist, wurden alle neidisch – schließlich hatte sie gefühlt schon mehr deutsche Städte gesehen als wir. Kurz vor Weihnachten, an meinem letzten Schultag, holten meine Eltern sie am Bahnhof in Ulm ab. Als sie bei uns ankam, reaktivierte ich meine letzten vorhandenen Spanischkenntnisse, doch aller Anfang war schwer. Für mich ist es aber sehr hilfreich, mit ihr Spanisch zu reden, da ich ab August ein Praktikum bei einer Zeitung in Spanien machen werde. Schnell merkte ich, dass es viele Unterschiede zum Spanisch, wie wir es in der Schule gelernt haben, und dem chilenischen Akzent gibt.
Da ich in einem kleinen Dorf wohne und Paulette aus einer (für mich) großen Stadt mit 120.000 Einwohnern kommt, muss das Leben hier für sie eine große Umgewöhnung gewesen sein. Bereits vor dem Austausch fragte sie mich, ob man hier „rhythmic sports“, also rhythmische Sportgymnastik, machen könne, doch hier gibt es außer einem Musikverein und der Feuerwehr nicht viele Vereinsaktivitäten. In den Weihnachtsferien sind wir immerhin zum Schlittschuhlaufen gefahren und einmal zum Baden in die Therme.
Seit dem neuen Jahr geht sie zwar auf dieselbe Schule wie ich, aber nicht in die gleiche Klasse. Sie hatte dort zum ersten Mal Französischunterricht, eine Sprache, die sie zuvor nicht gelernt hat. Langsam ist Routine in unseren Alltag mit ihr eingetreten, doch in einigen Tagen wird sie wieder nach Chile zurückfliegen. Leider hatte ich aufgrund vieler Klausuren nicht so viel Zeit für unseren Gast. Ich hoffe aber trotzdem, dass es ihr bei uns gefallen hat!

Schülerleben live

Abizeitung

Langsam rückt der Redaktionsschluss unserer Abizeitung immer näher. Noch bleiben zwei Monate bis wir die Zeitung endgültig in den Druck geben müssen. Zuletzt sollte jeder Schüler seinen Steckbrief einsenden. Aus diesen Steckbriefen, die immer eine Seite lang sind, besteht ein Großteil der Abizeitung. Daneben hatten wir Berichte über die Studienfahrten, Abschlussfahrten und über die Neigungskurse zu schreiben. Ich beschäftigte mich mit der Studienfahrt nach London und dem Französisch-Leistungskurs. Eigentlich wollten wir die Berichte zu zweit schreiben, doch schlussendlich musste ich alles alleine machen, da ich „mehr Erfahrung im Artikelschreiben“ hätte als mein Schreibpartner. Aber so leicht fiel es mir das gar nicht, da sie ja auch unterhaltsam sein sollten.
Der nächste Schritt ist nun, Bilder von jedem Abiturienten zu machen. Dieses ziert dann den jeweiligen Steckbrief in der Abizeitung. Für diese Bilder brauchten wir zu unserem Motto passende Requisiten - unser Motto lautet "AlABIn - in jeder Flasche steckt ein Genie", daher werden das Kakteen, eine Schlange und Kopfschmuck sein. Da ich ohnehin bei fast allen schulischen Veranstaltungen Bilder mache, lag es nahe, dass ich in der kommenden Woche an mehreren Tagen alle Abiturienten fotografieren werde. Ich hoffe nur, dass das alles klappt, da ich bis jetzt noch nie Porträtfotos gemacht habe. Zusammen mit den anderen vom Abizeitungsteam hirnte ich, wie wir unser Foto-Set ausleuchten wollten. Wir beschlossen, dass einer aus dem Team eine Leinwand und einen Blitz-Aufsatz für die Kamera mitbringen wird. Die Beleuchtung sollte aber auch nicht zu hell sein, da die Bilder in schwarz-weiß abgedruckt werden sollen.
Trotz aller Bedenken bin ich guter Dinge und hoffe, dass ich schöne Bilder machen werde, mit den die über 100 Schüler zufrieden sein werden.

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  28.02.2018
Autor: Tobias
Rubrik: orientieren
28.02.2018

Schülerleben live

Fasching

„Das ist mein letztes Mal Fasching in der Schule“, ist mir zu Beginn des schmutzigen Donnerstag, wie er hier genannt wird, aufgefallen. Normalerweise bin ich an diesem Tag immer gerne in die Schule gegangen, weil es etwas Besonderes war. Schon allein der Schulweg war toll, da fast alle verkleidet in den Bus gestiegen sind.
Als ich nun in der Schule ankam, hörte ich schon von weitem laute Musik. Die ersten drei Stunden hatten wir nach Stundenplan Unterricht, also ging ich zu dem Raum, in dem wir Deutsch hatten. Doch ich war dort ganz allein – und das nur wenige Minuten vor Unterrichtsbeginn! Geschockt malte ich mir aus, wie es wohl sein würde, alleine mit dem Lehrer zu sein. Zum Glück sind meine Klassenkameraden aber wenig später noch aufgetaucht.
Ohnehin: Fast kein Lehrer, geschweige denn die Schüler hatten am schmutzigen Donnerstag Lust auf Unterricht. So saßen wir eine der insgesamt zwei Deutsch-Stunden herum, ohne etwas zu tun, dasselbe Bild in Religion. Während man sich in den vergangen Jahren die Zeit bis zur Schulbefreiung durch die Narren gegen 10 Uhr mit witzigen Spielen vertrieb, wartete wir dadurch dieses Mal gefühlte Tage auf die Befreiung. Doch dann kamen endlich die Narren und erlösten uns lautstark.
Nun habe ich eine Woche Ferien – die zweitletzten vor dem Abitur. Vielleicht sollte ich langsam anfangen, zu lernen …