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Schülerleben live

Erstmals auf den Jugendmedientagen

Zufällig habe ich über Facebook von den Jugendmedientagen (JMT) erfahren. Sie sind die größte Veranstaltung für junge Medienmacher in ganz Deutschland und finden jährlich für vier Tage statt, dieses Jahr in München. Da es für mich nur zweieinhalb Stunden mit der Bahn sind, buchte ich mir kurzerhand online ein Ticket. Die vier Tage kosteten etwa 50 Euro – ziemlich günstig, da Essen, Trinken und die Übernachtung in Klassenzimmern damit abgedeckt wurden. Der Termin war für mich geschickt, da die JMT in meinen Herbstferien lagen und ich daher keinen Stoff für die Schule nachholen musste.
Als ich am Donnerstag am Münchner Hauptbahnhof ankam, fuhr ich mit der U-Bahn zu einer Berufsschule in der Nähe der Allianz-Arena. Dort trafen sich die insgesamt über 250 Teilnehmer. Ich muss zugeben, dass ich sehr aufgeregt war, da ich das erste Mal auf die Jugendmedientage ging und niemanden kannte. Aber diese Aufregung war schnell verflogen: Gleich nach der Ankunft hat man uns verschiedenen Klassenzimmern zugewiesen, in denen wir unseren Schlafplatz einrichten konnten. Danach ging es gleich los mit den ersten Workshops. Im Voraus konnte man sich im Internet für die verschiedenen Themen und Medientouren (zum Beispiel bei ProSiebenSat.1 oder beim ZDF-Landesstudio Bayern) anmelden. Ich erfuhr zum Beispiel, wie man das soziale Netzwerk Snapchat auch als Journalist benutzen kann, und dass es einen Unterschied macht, ob man bei den Storys die Frontkamera oder die Rückseitenkamera benutzt. Mit Letzterer kann man mehr Distanz zum Geschehen herstellen. An einem anderen Tag haben wir das ZDF-Landesstudio Bayern angesehen, in dem unter anderem das Boulevardmagazin „Leute heute“ produziert wird.
Natürlich habe ich nicht nur interessante Veranstaltungen besucht, sondern auch viele junge Medienmacher kennengelernt und mich mit ihnen ausgetauscht. Ich kann die JMT jedem Medieninteressierten wärmstens empfehlen. Übrigens: Nächstes Jahr werden sie im Norden Deutschlands stattfinden.

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  15.12.2017

Schülerleben live

Langzeitklausur in Deutsch

„Schreiben, bis der Kopf raucht“, das hieß es für uns Schüler der 12. Klasse vor Kurzem bei der Langzeitklausur im Fach Deutsch. Diese soll die Schüler auf die langen Prüfungen im bevorstehenden Abitur vorbereiten. Insgesamt sechs Stunden hatten wir Zeit für unsere Aufsätze. Zur Auswahl standen ein Vergleich von zwei Gedichten und von zwei Büchern. Um einiges schwieriger war der Essay, von dem die meisten Deutschlehrer abrieten. Dieser neue Aufgabentyp ist wie eine spannend geschriebene Erörterung mit einer Rahmengeschichte.
Ich habe mich bereits vor der Klausur für den sogenannten Werkvergleich, also den Vergleich der beiden Pflichtlektüren „Homo Faber“ von Max Frisch und „Agnes“ von Peter Stamm, entschieden. Mir persönlich fällt das am leichtesten, da ich mich schon im Vorfeld gut darauf vorbereiten und Notizen kann. Diese zwei Bücher habe ich teilweise auf der 13-stündigen Rückfahrt von Paris gelesen. So konnte ich die Zeit wenigstens sinnvoll nutzen.
Ehrlich gesagt hatte ich vor dieser Klausur ziemlich Angst, denn ich habe noch nie zuvor sechs Stunden lang am Stück geschrieben. Die längste Klausur davor war drei Stunden lang. Doch die Zeit ging trotz anfänglicher Bedenken fast schon zu schnell vorbei. Der Werkvergleich besteht nicht nur aus dem Vergleich, sondern auch aus der Interpretation einer vom Lehrer ausgesuchten Textstelle aus einem der zwei Bücher. Für das genaue Lesen benötigte ich viel Zeit, ebenso für die Suche nach passenden Zitaten zum Vergleichsaspekt „Freiheit zwischen den Protagonisten“. Am meisten störte mich, dass die Schüler ständig die Aufsicht fragen mussten, ob sie auf die Toilette dürfen. Das passierte natürlich immer genau dann, wenn mir irgendein Satz einfiel, den ich dadurch wieder vergaß. Nachdem ich die Klausur nun geschrieben habe, kommt mir die zur Verfügung gestellte Zeit angesichts der umfangreichen Aufgabe jedenfalls gar nicht mehr zu lang vor.

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  08.12.2017

Schülerleben live

Schulleben in Frankreich

Von 8.15 Uhr bis 16 Uhr in der Schule zu sein und das jeden Tag außer mittwochs – das ist der Schulalltag meines elfjährigen Austauschfreundes in Paris. Zwar fängt die Schule eine halbe Stunde später an als in Deutschland, doch die französischen Schüler haben deutlich mehr Unterricht als ich damals in der 6. Klasse – ich hatte nur zweimal Mittagschule bis 16.20 Uhr. Zu Hause angekommen, muss der Junge dann oft auch noch Hausaufgaben erledigen.
Es gibt sogar eine App für die Eltern, in der sie sehen können, welche Hausaufgaben ihr Kind aufhat und welche Noten es zurzeit erzielt. Das war für mich komplett neu und ich empfinde es auch als ein bisschen zu viel Kontrolle durch die Eltern. Allerdings gibt es diese App wohl nur an Privatschulen, die in Frankreich sehr beliebt und zugleich viel verbreiteter sind als bei uns.
Die beiden Kinder aus der Gastfamilie gehen auf zwei verschiedene Privatschulen, wobei die Schule des 16-jährigen Bruders sogar von 8.15 Uhr bis 20 Uhr dauert. Der Unterricht geht dabei nur bis etwa 18 Uhr, danach werden die Schüler beim Erledigen ihrer Hausaufgaben betreut. Doch der Bruder muss oft noch zu Hause bis spät in die Nacht für Prüfungen am nächsten Tag lernen.
Mich interessierte, warum – im Vergleich zu Deutschland – so viele französische Eltern ihre Kinder auf private Schulen schicken. Ich erfuhr, dass teure Privatschulen mehr Auswahl an Unterrichtsfächern bieten. Ein weiterer Vorteil an den Privatschulen sei, dass man sich die Schule selbst aussuchen könne. Bei den öffentlichen Schulen muss man in die Schule gehen, die sich am nächsten zum Wohnort befindet.
Im Unterricht selbst fiel mir gleich auf, dass relativ viele Schüler in einer Klasse sind, rund 35 – und das an einer Privatschule! Das ist meiner Meinung nach viel zu viel, um in Ruhe lernen zu können.

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  29.11.2017