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Schülerleben live

Schulleben in Frankreich

Von 8.15 Uhr bis 16 Uhr in der Schule zu sein und das jeden Tag außer mittwochs – das ist der Schulalltag meines elfjährigen Austauschfreundes in Paris. Zwar fängt die Schule eine halbe Stunde später an als in Deutschland, doch die französischen Schüler haben deutlich mehr Unterricht als ich damals in der 6. Klasse – ich hatte nur zweimal Mittagschule bis 16.20 Uhr. Zu Hause angekommen, muss der Junge dann oft auch noch Hausaufgaben erledigen.
Es gibt sogar eine App für die Eltern, in der sie sehen können, welche Hausaufgaben ihr Kind aufhat und welche Noten es zurzeit erzielt. Das war für mich komplett neu und ich empfinde es auch als ein bisschen zu viel Kontrolle durch die Eltern. Allerdings gibt es diese App wohl nur an Privatschulen, die in Frankreich sehr beliebt und zugleich viel verbreiteter sind als bei uns.
Die beiden Kinder aus der Gastfamilie gehen auf zwei verschiedene Privatschulen, wobei die Schule des 16-jährigen Bruders sogar von 8.15 Uhr bis 20 Uhr dauert. Der Unterricht geht dabei nur bis etwa 18 Uhr, danach werden die Schüler beim Erledigen ihrer Hausaufgaben betreut. Doch der Bruder muss oft noch zu Hause bis spät in die Nacht für Prüfungen am nächsten Tag lernen.
Mich interessierte, warum – im Vergleich zu Deutschland – so viele französische Eltern ihre Kinder auf private Schulen schicken. Ich erfuhr, dass teure Privatschulen mehr Auswahl an Unterrichtsfächern bieten. Ein weiterer Vorteil an den Privatschulen sei, dass man sich die Schule selbst aussuchen könne. Bei den öffentlichen Schulen muss man in die Schule gehen, die sich am nächsten zum Wohnort befindet.
Im Unterricht selbst fiel mir gleich auf, dass relativ viele Schüler in einer Klasse sind, rund 35 – und das an einer Privatschule! Das ist meiner Meinung nach viel zu viel, um in Ruhe lernen zu können.

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  29.11.2017

Schülerleben live

Aussicht über Paris

Während unseres Aufenthalts in Paris haben wir jede Menge erlebt. Fast einen ganzen Tag lang verbrachten wir auf der höchsten Erhebung der französischen Hauptstadt, dem Montmartre. Ein bisschen Angeberwissen: „mont“ das steht für Berg und „martre“ für Märtyrer. Nach einem anstrengenden Aufstieg mit fast 200 Treppenstufen, waren wir endlich oben angekommen. Von dort hatten wir eine tolle Aussicht über ganz Paris. Ein weiteres Wahrzeichen, das sich auf dem Montmartre befindet, ist die Basilika Sacré-Coeur, was übersetzt „heiliges Herz“ bedeutet. Wir stellten uns auf eine Treppe, wo ich ein Gruppenbild mit den Schülern und Lehrern mit der Basilika im Hintergrund aufnehmen konnte. Dank unserer WhatsApp-Gruppe war es ein Leichtes für mich, das Bild an alle Teilnehmer zu schicken.
Nach unserer kleinen Fotopause hatten die Schüler etwa fünf Stunden Zeit, um in Dreiergruppen die Gassen auf dem Berg zu erkunden oder sich von einem der Künstler auf dem Place du Tertre porträtieren zu lassen. Zum Abschluss des Tages fuhren wir noch mit dem Bus in den Parc de Bercy, in dem es Skulpturen aus 20 verschiedenen Ländern gab. Die Aufgabe der Schüler war es nun, herauszufinden, welche Skulptur zu welchem Land gehört. An einem weiteren Tag sind wir mehr als sieben Kilometer durch Paris vom Rathaus bis zur berühmten Prachtstraße Champs-Élysées gelaufen. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Centre Pompidou, einem Museum für Moderne Kunst, und dem wohl größten Museum der Welt, dem Louvre, vorbei.
Der Höhepunkt des Tages war dann aber der wohlverdiente Ausblick vom Arc de Triomphe, der jeden Schüler nur einen Euro gekostet hat. Hinauf ging es ein weiteres Mal über eine Treppe- diesmal habe ich die Stufen aber nicht gezählt. Anschließend sind wir mit dem Bus, der am großen, mehrspurigen Kreisverkehr am Triumphbogen auf uns gewartet hat, zurück zur Austauschschule gefahren.

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  22.11.2017

Schülerleben live

Eine Woche in Paris

Wie ich bereits angekündigt habe, hat man mich als Begleitperson für den jährlich stattfindenden Schüleraustausch zwischen einer Privatschule in Paris und meiner Schule ausgewählt. Gemeinsam mit einer Klassenkameradin verbringe ich nun acht Tage in Paris. Insgesamt nehmen rund 60 Achtklässler am Austausch teil, die von vier Lehrern begleitet werden. Die Hälfte der Zeit ist schon vorbei und bis jetzt hat es mir sehr gut gefallen.
Nach einer knapp zwölfstündigen Busfahrt von Süddeutschland in die französische Hauptstadt kam ich um 19.30 Uhr in dem Pariser Vorort an, in dem sich die Schule befindet. Zum Glück hatte ich schon vorher mit meiner Gastfamilie über E-Mail und WhatsApp Kontakt aufgenommen und ihnen ein Bild von mir geschickt. So konnten sie mich trotz des großen Trubels schnell finden.
Am darauffolgenden Tag gingen wir am Vormittag in die Schule und haben den Unterricht einer siebten Klasse mitverfolgt. Obwohl es sich bei der Austauschschule um eine private Schule handelt, ist die Klasse mit mehr als 30 Schülern sehr groß. Und von außen sieht die Schule um einiges schöner aus als von innen. Die Toiletten zum Beispiel lassen sich nicht richtig abschließen und es gibt weder Seife noch Tücher zum Händeabtrocknen. Nach zwei Stunden Französischunterricht hatten wir noch eine Doppelstunde Sport. Als ich das erste Mal die Sporthalle sah, bin ich wieder erschrocken, da auch diese in einem maroden Zustand ist. So blättert in der Turnhalle die Farbe von den Wänden und auf der Toilette ist die Tür zum Abschließen ausgehängt. Umso mehr freute ich mich darüber, dass wir draußen auf dem Pausenhof Sport machten.
Als dann die große Pause mit einem lauten Glockenschlag eingeläutet wurde, unterbrachen wir die Sportstunde, damit die Schüler auf dem Sportplatz ihre Pause verbringen konnten. Mittags gab es für uns ein kostenloses Essen in der Kantine. Man kann sich fast nicht vorstellen, wie laut es dort war - aber das ist auch kein Wunder bei knapp 2.000 Schülern, die hier in zwei Schichten essen.

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  17.11.2017
Autor: Tobias
Rubrik: orientieren
17.11.2017