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Schülerleben live

Die erste Woche in Potosi

Drei unterschiedliche Flugzeuge und ein Bus brachten mich an mein Ziel: Die kleine, ruhige Stadt Potosi, inmitten einer beeindruckenden bolivianischen Berglandschaft, wird für das nächste halbe Jahr mein Zuhause sein. Ich absolviere ein Volontariat in der Organisation „Yachai Mosoj“, was so viel heißt wie „Neues Wissen“. Und darum geht es auch in dem Projekt. Kinder aus ärmeren Verhältnissen, deren Eltern aus Arbeitsgründen wenig Zeit haben, erhalten hier die Möglichkeit, sich vor und nach der Schule bei den Hausaufgaben helfen zu lassen oder ihr Wissen mithilfe von Lernspielen zu vertiefen. Normalerweise kommen die ersten Kinder schon etwa um neun Uhr an, da an einigen Schulen in der Stadt nur nachmittags unterrichtet wird. Andere erscheinen erst zum Mittagessen, das von einigen Frauen aus der Gegend zubereitet wird. Anschließend widmen sich die Kinder ihren Hausaufgaben. Je nach Altersgruppe arbeiten sie in unterschiedlichen Räumen, unter der Aufsicht eines Sozialarbeiters, der ihre Fragen beantwortet und im Zweifel hilft. Gegen fünf Uhr machen sich schließlich auch die Letzten auf den Heimweg.

In einem Neubau neben dem Hauptgebäude, das eines Tages für spezielle Technik-Kurse benutzt werden soll, wurde mir ein schönes kleines Zimmer mit Bad zur Verfügung gestellt. Ab dem zweiten Tag funktionierte dann auch das Wasser, sodass ich mich hier sehr wohl fühle. Im Erdgeschoss gibt es auch einen kleinen Raum mit Gasherd, den ich als Küche benutze. Am Wochenende entfallen die Mittagessen in der großen Runde. Für meine persönliche Versorgung darf ich selbst aussuchen, was ich haben möchte. Die Mitarbeiter sind alle sehr hilfsbereit und fragen mich sehr oft, ob es mir gut geht, und ob ich nicht Angst habe, ganz alleine in dem großen Haus zu sein. Aber ich fühle mich nicht einsam, schließlich bin ich den ganzen Tag von Leuten umringt. Außer der Kinder besuchen auch einige Studierende das Projekt regelmäßig. Sie sind genauso interessiert an meiner Herkunft wie ich an ihrem Land. Fast jeden Tag führe ich interessante Gespräche und mein Spanisch wird auch immer besser.

Selbst für das Wochenende habe ich jetzt schon Pläne, schließlich werde ich von allen Seiten eingeladen. Ich hoffe, ich finde auch irgendwann einmal die Zeit, Wäsche zu waschen und das Bad zu putzen – das ist nach einiger Zeit schließlich auch mal nötig.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  28.09.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
28.09.2015

Schülerleben live

Natur pur

Eigentlich hätte unsere „Flucht in die Wildnis“ kaum besser verlaufen können. Die Straßen nach Sassnitz und von Trelleborg an die Ostküste Schwedens waren wie leergefegt, sodass wir freie Bahn hatten, zwei Stunden früher als geplant an der Fähre ankamen und bereits am nächsten Vormittag unsere Kayaks klarmachen konnten. Die Sonne strahlte zwischen Schäfchenwolken hervor, als wir im Nationalpark „Misterhult“ in See stachen. Die Schärenküsten Schwedens haben landschaftlich einiges zu bieten: Inseln so weit das Auge reicht. Manchmal führen breite Schifffahrtsstraßen zwischen ihnen hindurch und manchmal nur so schmale Kanäle, dass ein einzelnes Kayak geradeso hindurch passt. Hier und da lauern Felsen unmittelbar unter der Wasseroberfläche und wenn man nicht aufpasst läuft man auf und kommt nur mit Mühen wieder los.

Zum Glück passierte uns da nicht allzu oft und wir fanden jeden Abend eine hübsche Insel, die unseren Anforderungen zum Campen entsprach. Am besten waren die Inseln, die eine baumfreie Fläche mit weicherem Boden und eine Feuerstelle nahe einem nicht allzu glitschigen, flachen Ufer aufzuweisen hatten. Wir machten also vom schwedischen Jedermannsrecht Gebrauch, das erlaubt, überall in Schweden zu zelten und ein Lagerfeuer zu machen, wenn man mindestens 150 Meter von den nächsten Wohnhäusern entfernt ist. Allerdings darf man immer nur eine Nacht an einer Stelle bleiben und muss sich am nächsten Tag etwas neues suchen, was angesichts der Menge an unbewohnten Inseln für uns aber kein Problem darstellte.

Mit der Zeit wurden wir immer besser darin, früh aufzustehen, das Frühstück vorzubereiten, die Boote zu beladen, los zu paddeln und uns rechtzeitig gegen 17 Uhr eine neue Bleibe zu suchen. Wir kochten über offenem Feuer, machten manchmal danach noch Stockbrot, vernachlässigten ein wenig die Hygiene und ließen es uns gut gehen. Irgendwann kümmerten wir uns nicht mehr um die Asche, die ab und an im Kochtopf landete, oder um die Spinnen, die auf uns herumkrabbelten.

Wir benannten unsere Inseln, nach den Bewohnern, mit denen wir sie uns teilen mussten. So gab es beispielsweise eine Spinneninsel, eine Libelleninsel und eine Schafsinsel. Wir bekamen Adler, Schwäne und Kormorane zu Gesicht, begegneten einer Kreuzotter und streichelten Quallen.

Es war eine wunderschöne Reise mit einem positiven Nebeneffekt: Nach all den Entbehrungen dieses Urlaubs, bin ich gut abgehärtet für mein halbes Jahr in Bolivien!

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  24.09.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
24.09.2015

Schülerleben live

Die katastrophale Generalprobe

Morgen beginnt mein Abenteuerurlaub durch die schwedischen Schären. Gemeinsam mit vier Freunden werde ich die kommenden zwei Wochen in Kayaks von einer Ostseeinsel zur nächsten paddeln. Da bei den Vorbereitungen dafür bereits genug schiefgelaufen ist, sind wir jetzt mit allen Wassern gewaschen. Uns kann nichts mehr die Tour verderben – wir sind auf alles gefasst.

Letzten Sonntag fand unser Probelauf mit Kentertraining statt. Als wir losfahren wollten, verhakte sich die Halterung für die beiden Hochseekayaks auf dem Autodach an einem Draht in der Garage und verbog sich. Daraufhin mussten wir die Boote wieder vom Dach holen und den Ständer austauschen. Für uns war das die erste Lektion: Man muss die Höhe des Autos richtig einschätzen können.

Endlich kamen wir am Rothsee an und fingen an, die Faltboote aufzubauen. Wir verfügen nämlich nur über zwei feste Kayaks. Die anderen beiden, ein Einer und ein Doppel, muss man erst aus diversen Holzteilen zusammenstecken, die dann von einer Art Haut zu einem Boot zusammengehalten werden. Damit diese Gestelle auch dann noch schwimmen, wenn Wasser hineinläuft, steckt in den Bootswänden jeweils ein aufblasbarer Schlauch. Einer dieser Schläuche war aber defekt, weshalb wir ihn austauschen mussten. Das erwies sich als komplizierter als gedacht, denn es gibt nur eine Öffnung in der fünf Meter langen Hülle und um den Schlauch passgenau hineinzubekommen, braucht man eine Menge Fingerspitzengefühl und viel Geduld. Lektion zwei lautet also: Viel Zeit zum Aufbauen der Boote einplanen.

Als wir diese „Fitzelarbeit“ endlich beendet und das Boot fertig zusammengesteckt hatten, wurden wir von einem Passanten darauf hingewiesen, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden und an dieser Stelle gar nicht ins Wasser dürften. Wir benötigten zwei Fahrten mit dem Auto, um alle vier Kajaks zu einem anderen Platz zu transportieren. Lektion drei: genau informieren, wo man Paddeln darf.

Dort konnten wir dann allerdings ohne Umschweife mit dem Kentertraining beginnen. Bei dem Doppel-Kajak, das ich mir mit einer Freundin teile, muss immer einer das Boot festhalten, damit es nicht kippt, während der andere ins Boot einsteigt. Dieser verlagert dann im Boot das Gewicht entsprechend, damit auch der andere ohne Probleme hineinklettern kann. Bei den Einzelkajaks braucht man ein aufblasbares Kissen, das man über ein Paddel streifen kann. Befestigt man die andere Seite des Paddels am Boot, stabilisiert das Luftkissen es gut genug, damit man sich an der Bootswand hochziehen kann, ohne dass es kippt. Also wäre Lektion vier, wissen, wie man zurück ins Boot kommt, auch geklärt.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  18.09.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
18.09.2015